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Bruce Straley vermisst Risiken in großen AAA-Spielen

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Bruce Straley sieht bei großen AAA-Spielen ein Problem: Viel Aufwand fließe in Technik, Bilder und Inszenierung, während neue spielerische Ideen zu selten würden. Der frühere Director von The Last of Us und mehreren Uncharted-Teilen äußerte sich dazu in einem Gespräch über den Zustand der Branche.

Als Beispiel führt Straley God of War: Laufey an. Die visuelle Qualität und die Arbeit des Teams würdigt er ausdrücklich. Mit dem, was Spielerinnen und Spieler dort tatsächlich tun, ist er nach eigener Aussage aber nicht besonders zufrieden.

Technik allein reicht Straley nicht

Straley beschreibt eine AAA-Landschaft, in der frische Ideen offenbar schwer unterzubringen seien. Das ist kein direkter Angriff auf das Team hinter God of War: Laufey. Seine Kritik richtet sich vielmehr gegen ein Umfeld, in dem hohe Budgets und lange Entwicklungszeiten Risiken offenbar unattraktiver machen.

Der Punkt ist nachvollziehbar: Ein Spiel kann technisch stark aussehen und trotzdem bei bekannten Abläufen bleiben. Für viele große Marken ist das auch ein Kalkül. Verlässliche Spielmechaniken senken das Risiko, dass ein teures Projekt an den Erwartungen des Publikums vorbeigeht.

Kritik mit eigener Vorgeschichte

Straleys Aussage hat eine zusätzliche Ebene. Seine früheren Spiele prägten selbst den Stil vieler kinoreifer Third-Person-Actionspiele. Besonders Uncharted und The Last of Us gelten als wichtige Vorbilder für die Verbindung aus Figuren, großen Szenen und direkter Action.

Gerade deshalb ist seine Kritik weniger eine einfache Absage an aufwendige Blockbuster. Sie kommt von jemandem, der diese Art von Produktion aus der Praxis kennt. Straley verließ Naughty Dog 2017 nach der Veröffentlichung von Uncharted 4: A Thief’s End. Zuvor hatte der intensive AAA-Entwicklungsprozess bei ihm zu schwerem Burnout geführt.

Neuer Weg im kleineren Studio

Heute arbeitet Straley mit Wildflower Interactive an kleineren Spielen. Das erste angekündigte Projekt des Studios heißt Coven of the Chicken Foot und wurde bei den Game Awards 2025 vorgestellt. Ein Termin für die Veröffentlichung steht noch nicht fest.

Damit setzt Straley selbst auf einen deutlich anderen Rahmen als bei den Großproduktionen seiner früheren Laufbahn. Ob kleinere Teams automatisch mutiger gestalten, ist damit nicht entschieden. Seine Aussage trifft aber einen wunden Punkt: Wenn jedes große Spiel vor allem möglichst sicher funktionieren soll, bleiben überraschende Ideen schnell auf der Strecke.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.