Level-5 reagiert auf die heftige Debatte um mögliche KI-Inhalte in seiner Präsentation VISION 2026 II: Dreams. Das Studio entschuldigte sich für den „unerfahrenen“ Umgang mit KI und für menschliche Fehler. Beanstandete Grafiken sollen korrigiert werden.
Inzwischen sind überarbeitete Trailer zu Decapolice und Holy Horror Mansion auf dem offiziellen YouTube-Kanal des Unternehmens erschienen. Weitere Korrekturen sollen rechtzeitig zur Tokyo Game Show folgen.
Was Level-5 einräumt
CEO Akihiro Hino hatte zuvor bestätigt, dass das Studio für die Präsentation mit KI-gestützten Verarbeitungstechniken experimentiert habe. Ziel sei gewesen, die Show optisch stärker wirken zu lassen. Laut Hino stammen zentrale Elemente der Spiele, darunter Geschichten, Figuren und Schauplätze, weiterhin von Menschen. KI-Werkzeuge seien nur genutzt worden, um die Digitalisierung von Vorlagen zu beschleunigen.
In der jüngsten Stellungnahme betont Level-5 zudem, dass KI nicht direkt in den Inhalten der veröffentlichten Spiele eingesetzt worden sei. Künftig wolle man KI auf Effizienzaufgaben beschränken und ihren Einsatz in Videos vermeiden, die direkt an Fans gehen.
Fehler oder KI-Spuren?
Auslöser waren zahlreiche Hinweise aus der Community auf auffällige Details in Trailern und Werbegrafiken. Level-5 erklärt einen Teil davon mit klassischen Produktionsfehlern. Bei einer Illustration zu Yokai Watch 2 seien etwa Telefonleitungen bewusst vereinfacht worden, nachdem ein eigener Grafiker ein Foto als Vorlage genutzt hatte. Weil das Ergebnis unnatürlich wirkte, wurde es dennoch angepasst.
Auch ein fehlender Automat, eine Regenrinne und Details an einem Fahrrad führt das Studio auf menschliche Fehler oder einen höheren gewünschten Detailgrad zurück. Unterschiede bei einer Figur in zwei kurz nacheinander veröffentlichten Yokai-Watch-2-Videos erklärt Level-5 mit einem zwischenzeitlich überarbeiteten 3D-Modell, nicht mit KI.
Professor Layton bleibt ein sensibler Punkt
Besonders kritisch wurde auf mögliche KI-Bearbeitung bei älteren Professor-Layton-Hintergründen geschaut. Level-5 erklärte ausdrücklich, dass bei Professor Layton und die neue Welt des Dampfes keine KI eingesetzt worden sei. Zur Frage, ob das Switch-Remake von Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf KI-Verarbeitung nutzt, nahm das Unternehmen in der Stellungnahme jedoch keine klare Position ein.
Gerade bei Reihen mit einem unverwechselbaren Zeichenstil ist diese Unterscheidung wichtig. Für viele Fans geht es nicht nur um fehlerhafte Leitungen oder seltsame Bilddetails. Sie fragen sich, ob sie dem sichtbaren Produktionsprozess noch vertrauen können.
Warum die Entschuldigung die Debatte nicht beendet
Level-5 will die Entwicklungszeit großer Spiele nach eigener Aussage langfristig deutlich verkürzen und sieht KI als Werkzeug dafür. Das Unternehmen hatte bereits früher beschrieben, generative KI etwa für Layout-Ideen und als Vorlage für menschlich ausgearbeitete Ergebnisse zu nutzen.
Genau dieser grundsätzliche Ansatz bleibt der Kern der Kritik. In den Reaktionen wird nicht nur eine sauberere Umsetzung gefordert, sondern ein klarerer Umgang mit generativer KI und ihren Folgen für kreative Arbeit. Überarbeitete Trailer beheben sichtbare Fehler. Ob sie auch verlorenes Vertrauen zurückbringen, hängt davon ab, wie offen Level-5 bei kommenden Projekten kommuniziert.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
