In Crimson Desert schauen Spieler gerade nicht nur auf Kämpfe und Quests. In sozialen Medien sammeln Fans Bilder von Schildern, Gemälden und anderen kleinen Grafiken, die für sie nach generativer KI aussehen.
Bewiesen ist das bisher nicht. Genau deshalb ist der Fall heikel. Wenn fertige Assets wirklich per generativer KI entstanden sind, müsste der Einsatz nach den aktuellen Steam-Regeln auf der Store-Seite klar angegeben sein. Eine solche Angabe war zum Zeitpunkt der Berichte nicht sichtbar.
Was Spieler entdeckt haben
Die Diskussion dreht sich vor allem um Ingame-Bilder und kleine Deko-Elemente. Genannt werden unter anderem Gemälde mit Schwertkämpfern, Figuren mit auffälligen Fingern und Pferde, deren Beine merkwürdig wirken. In weiteren Beispielen sehen Körperhaltungen und Gliedmaßen so aus, als wären sie nicht sauber ausgearbeitet worden.
Solche Fehler sind kein Beweis für KI. Auch handgemachte Assets können schief aussehen, besonders wenn sie klein im Hintergrund stehen. Der Unterschied ist hier die Menge der Auffälligkeiten. Viele Spieler sehen darin ein Muster und nicht nur einzelne schwache Texturen.
Warum das mehr ist als ein Grafikfehler
Generative KI in Spielen ist ein Reizthema, weil es um Transparenz geht. Viele Spieler akzeptieren KI als Werkzeug eher, wenn Studios offen sagen, wo sie eingesetzt wurde. Heimlich wirkende Nutzung in einem fertigen Spiel trifft dagegen schnell einen Nerv.
Bei Steam kommt noch ein konkreter Punkt dazu. Spiele müssen die Nutzung generativer KI auf ihrer Store-Seite offenlegen. Sollte sich der Verdacht bei Crimson Desert bestätigen, wäre die fehlende Kennzeichnung ein größeres Problem als ein paar seltsame Gemälde an Wänden.
Crimson Desert steht ohnehin stark im Fokus
Crimson Desert ist erst seit wenigen Tagen erhältlich. Die Kritiken fielen laut den vorliegenden Angaben gemischt aus, der Start wirkte also nicht völlig glatt. Den Zahlen scheint das bisher wenig geschadet zu haben: Rund zwei Millionen Spieler sollen bereits am ersten Tag in Pywel unterwegs gewesen sein.
Gerade bei so viel Aufmerksamkeit verbreiten sich solche Funde schnell. Ein einzelner Screenshot reicht dann nicht mehr. Wenn mehrere Beiträge ähnliche Probleme zeigen, wird daraus eine öffentliche Debatte, die ein Studio nicht einfach aussitzen sollte.
Pearl Abyss sollte klar antworten
Pearl Abyss hat zuletzt betont, dass Haupt- und Quest-NPCs in Crimson Desert von menschlichen Schauspielern gesprochen wurden, auch in mehreren Sprachen. Das zeigt: Das Studio weiß, wie sensibel das Thema KI bei Spielern angekommen ist.
Umso wichtiger wäre jetzt eine klare Aussage zu den fertigen Grafikelementen. Wurden sie komplett von Menschen erstellt? Wurde KI nur in frühen Konzepten genutzt? Oder sind generierte Inhalte in die finale Version geraten? Für Spieler ist diese Unterscheidung wichtig.
Bis dahin bleibt der Fall ein Verdacht. Wer die Screenshots sieht, kann die Irritation verstehen. Wer sauber bleiben will, sollte aber zwischen „sieht nach KI aus“ und „ist KI“ unterscheiden. Genau diese Klarheit muss nun Pearl Abyss liefern.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
