Ein neues MOBA braucht einen klaren Grund, warum Teams ihre gewohnten Spiele verlassen sollen. March of Giants versucht es nicht über eine möglichst große Heldenliste, sondern über mehr Kontrolle auf dem Schlachtfeld. Neben dem eigenen Giant befehligst du Soldaten, sicherst Ziele und errichtest taktische Anlagen.
Der Ansatz wirkt sinnvoll: Das Spiel bleibt im Kern ein Lane-MOBA, gibt Entscheidungen abseits von Duellen aber deutlich mehr Gewicht. Für Spieler, die neben Reaktion auch Positionierung und Planung mögen, könnte das der entscheidende Punkt sein.
Soldaten sind mehr als automatische Minions
Die wichtigste Idee sind die Soldaten. Bis zu 80 Einheiten können sich einem Giant anschließen und lassen sich gezielt in Richtung Mauszeiger schicken. Damit lassen sich Gegner unter Druck setzen, Gebäude angreifen oder Ressourcen auf der Karte einsammeln.
Das verlangt sauberes Zielen. Werden die Truppen an einem Ziel vorbeigeschickt, suchen sie zwar einen Weg um Hindernisse, können ihren Auftrag aber auch verlieren und zurückkehren. Gerade im Rückzug eröffnet das System interessante Möglichkeiten: Soldaten nach vorn schicken, während der eigene Giant Abstand gewinnt.
Das ist kein klassisches Echtzeitstrategiespiel, aber mehr als eine passive Minion-Welle. Wer diese Einheiten gut einsetzt, kann Räume sichern und kleine Vorteile aufbauen.
Bauen für den nächsten Kampf
Über gesammelte Ressourcen entstehen sogenannte Battleworks. Dazu gehören Schützengräben, Wachtürme und Fahrzeuge. Einen vollständigen Basenbau gibt es nicht, trotzdem verändern diese Bauten die Wege und Gefahrenzonen auf der Karte.
Wie groß ihr Einfluss im späteren Spiel wirklich wird, muss sich noch zeigen. Im aktuellen Eindruck stehen die Soldaten klarer im Mittelpunkt. Die Bauoptionen passen aber gut zu einem Spiel, das seine Kämpfe nicht nur über Fähigkeiten und Gegenstände entscheiden lassen will.
Vier gegen vier soll die Runden straffer machen
March of Giants reduziert die Teamgröße auf vier Spieler pro Seite. Das kann die Suche nach Mitspielern vereinfachen und soll kürzere Partien sowie besser kontrollierbares Balancing ermöglichen. Weniger Spieler bedeuten zugleich, dass Fehler einzelner Teammitglieder stärker auffallen.
Gespielt wird auf drei Lanes. Giants dürfen jederzeit wechseln, am Kartenrand heilen und sich dort schneller bewegen. Auf dem eigentlichen Schlachtfeld sind sie deutlich schwerfälliger. Fähigkeiten werden im Verlauf freigeschaltet, dazu kommen kaufbare Verbesserungen. Wer nicht jeden Einkauf selbst planen möchte, kann vorgefertigte Build-Empfehlungen nutzen.
Objectives können ein Match drehen
Zusätzliche Ziele abseits der Lanes sollen Teams zu abgestimmten Aktionen zwingen. Als Belohnung warten etwa eine starke Bunkerkanone gegen gegnerische Wachtürme oder ein schwerer Panzer, der eine Lane unterstützt.
Das ist ein guter Ansatz für Spieler, die nicht nur auf Kills schauen. Ein Team mit klaren Absprachen kann sich so Vorteile holen, auch wenn es im direkten Kampf gerade nicht führt. Gleichzeitig steigt der Druck, Karte und Timings permanent im Blick zu behalten.
Viel Auswahl, aber noch keine Antwort auf die wichtigste Frage
Zum geplanten Start stehen 16 Giants in Aussicht. Sie decken Nah- und Fernkampf sowie unterschiedliche Rollen ab. Die Auswahl reicht optisch von einer Blitzmagierin bis zu einer spinnenartigen Kreatur, die als Truppentransporter dient.
Entscheidend wird trotzdem der Live-Betrieb. Das Grundgerüst liefert genug Ansatzpunkte für unterschiedliche Taktiken, aber ein MOBA muss über lange Zeit neue Spielweisen, faire Anpassungen und eine aktive Community bieten. Gerade das Zusammenspiel aus Soldaten, Bauwerken und Karten-Objectives kann für ein Meta sorgen, das sich nicht nur um einzelne Helden dreht.
Erster Eindruck
March of Giants kopiert die bekannten Grundlagen des Genres nicht einfach nur. Die direkte Soldatenkontrolle ist der stärkste neue Baustein, während Battleworks und Nebenaufgaben zusätzliche Planung fordern. Das 4-gegen-4-Format könnte außerdem Teams ansprechen, die kompaktere Runden suchen.
Der Early-Access-Start ist für Sommer 2027 vorgesehen. Vorher soll ein Pioneer Playtest stattfinden. Bis dahin bleibt offen, wie stabil das Balancing zwischen Giants, Soldateneinsatz und Kartenmacht ausfällt. Die Richtung stimmt aber: Wer MOBAs mit einem Schuss RTS mag, sollte March of Giants auf dem Zettel haben.
Über den Autor
Von FIFA bis Call of Duty, von Farming Simulator bis Age of Empires – ich liebe Games, bei denen Skill, Planung und Reaktion zählen. Ob auf dem virtuellen Schlachtfeld oder im Stadion: Ich spiele smart, schnell und immer mit Spaß. Let’s play smarter, not harder!