Ein in sozialen Netzwerken stark verbreitetes Browserprojekt namens Fallout: New York ist nicht mehr verfügbar. Hinter dem Projekt stand ein selbst ernannter KI-Kreativer, der eine spielbare, KI-generierte Fallout-ähnliche Demo gezeigt hatte.
Nach dessen Darstellung ging eine Unterlassungsaufforderung von ZeniMax Media ein. Genannt wurden demnach der Domainname fallout.nyc sowie die Nutzung geschützter Inhalte. Das Projekt wurde daraufhin entfernt.
Eine Demo mit bekannten Fallout-Bausteinen
Das gezeigte Projekt sollte zentrale Elemente der Reihe in einem Browser bündeln: Quests, Dialogentscheidungen, Begleiter, V.A.T.S. und einen Pip-Boy. Laut dem Ersteller seien Gebäude, Waffen, Figuren und Geräusche per Code erzeugt worden, ohne klassische Textur- oder Sounddateien zu verwenden.
Das Video erreichte laut den vorliegenden Angaben 3,5 Millionen Aufrufe. Die Reaktionen fielen dabei weit auseinander. Einige Zuschauer fanden die technische Umsetzung bemerkenswert. Andere kritisierten Qualität und fehlende Eigenständigkeit.
Kostenlos heißt nicht automatisch erlaubt
Der Ersteller hatte betont, mit der Demo kein Geld zu verdienen und sie als technische Spielerei verstanden. Für Marken- und Urheberrechte ist das aber kein Freifahrtschein. Wer einen bekannten Namen, geschützte Gestaltung oder prägende Bestandteile einer Reihe nutzt, kann auch bei einem kostenlosen Projekt in Konflikt mit den Rechteinhabern geraten.
Genau darin liegt der entscheidende Punkt dieses Falls. Die Frage ist nicht nur, ob eine KI Inhalte erzeugt hat. Entscheidend ist auch, auf welcher Marke das Ergebnis aufbaut und wie klar es sich an einem bestehenden Spiel orientiert.
Der nächste Streit um KI-Klone
Fallout: New York steht nicht allein. In derselben Woche verbreiteten sich weitere Clips, in denen bekannte Spiele per KI miteinander kombiniert oder nachgebaut werden. Ein Video zu einer Minecraft-Variante in Elden-Ring-Optik soll 22 Millionen Aufrufe erreicht haben. Auch Beispiele mit Splatoon, Mario und Elden Ring sorgen für Diskussionen.
Solche Clips sind schnell produziert, gut teilbar und wecken Neugier. Für Publisher sind sie zugleich ein Risiko: Ihre Marken können in kurzer Zeit in Projekten auftauchen, die sie weder kontrollieren noch freigegeben haben. Je näher eine Demo an Name, Welt und wiedererkennbaren Systemen eines Originals bleibt, desto wahrscheinlicher wird eine Reaktion der Rechteinhaber.
Technikdemo oder fremde Marke?
Die technische Seite bleibt trotzdem interessant. Browserfähige Prototypen mit Dialogen, Aufgaben und spielbaren Systemen zeigen, wie weit KI-Werkzeuge inzwischen reichen können. Für ein eigenes Projekt kann das neue Wege für schnelle Experimente eröffnen.
Wer daraus aber ein öffentliches Projekt macht, sollte eine klare Grenze ziehen: eigene Welt, eigene Figuren, eigener Name und eigene Mechaniken. Eine bekannte Marke als Abkürzung für Aufmerksamkeit kann kurzfristig Reichweite bringen. Sie macht aus einer Demo aber schnell einen rechtlichen Streitfall.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
