Bei Wildlight Entertainment gibt es kurz nach dem Start von Highguard Entlassungen. Der kostenlose Multiplayer-Shooter erschien am 26. Januar. Rund zwei Wochen später musste sich das Studio von mehreren Mitarbeitenden trennen.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt. Highguard war zum Start sichtbar, erreichte auf Steam hohe Zahlen und bekam sogar früh neue Inhalte. Trotzdem steht das Team nun deutlich kleiner da. Für Live-Service-Spiele ist das ein hartes Signal.
Was bei Wildlight passiert ist
Der frühere Senior Level Designer Alex Graner schrieb auf LinkedIn, dass er zusammen mit einem großen Teil des Teams entlassen wurde. Eine genaue Zahl ist nicht bekannt. Auf der LinkedIn-Seite von Wildlight wird das Studio mit 51 bis 200 Mitarbeitenden geführt.
Wildlight bestätigte die Einschnitte über den offiziellen X-Account. Das Studio will eine Kerngruppe behalten, die Highguard weiter verbessert und unterstützt. Damit ist das Spiel nicht direkt am Ende, aber die Lage ist klar angespannt.
Viele Spieler zum Start, starker Rückgang danach
Highguard hatte nicht das Problem, völlig übersehen zu werden. Laut Mat Piscatella von Circana lag das Spiel in der Woche bis zum 31. Januar bei den wöchentlich aktiven Nutzern auf US-Steam knapp unter den Top 10. Auf US-PlayStation und Xbox lag es unter den Top 20.
Auch die Steam-Zahlen zeigen einen starken Start. SteamDB verzeichnete am Veröffentlichungstag 97.249 gleichzeitige Spieler auf dem PC. Zwei Wochen später lag der Wert bei 4.524. Das ist ein massiver Rückgang in sehr kurzer Zeit.
Der Umbau kam schnell
Highguard startete mit einem 3v3-Wettkampfmodus. Schon wenige Tage nach Release legte Wildlight einen 5v5-Modus nach, weil viele Spieler den ursprünglichen Modus als zu klein empfanden.
Zum Start hatte das Team außerdem eine Roadmap vorgestellt. Geplant waren monatliche Updates mit neuen Gegenständen, Modi und Charakteren, verteilt auf sieben Episoden über das Jahr. Nach den Entlassungen ist offen, wie viel davon wie geplant erscheinen kann.
Warum der Fall wichtig ist
Highguard zeigt ein bekanntes Problem moderner Free2Play-Spiele: Ein starker Start reicht nicht. Entscheidend ist, wie viele Spieler bleiben, wie gut die Stimmung ist und ob ein Studio genug Zeit bekommt, nachzubessern.
Hinzu kommt der Druck durch große Präsentationsflächen. Highguard bekam einen prominenten Platz bei den Game Awards. Das brachte Aufmerksamkeit, aber auch hohe Erwartungen. Wenn ein kleineres Projekt dort wie eine große Enthüllung wahrgenommen wird, kann die Reaktion schnell kippen.
Für Spieler bedeutet das: Highguard läuft weiter und soll weiter betreut werden. Wer aber auf die komplette Roadmap gesetzt hat, sollte vorsichtig bleiben. Solche Personalentscheidungen treffen fast immer auch Tempo, Umfang und Prioritäten eines Live-Service-Plans.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
