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Dan Houser sieht Max Payne 3 heute als eigenen Fehlschlag

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Dan Houser blickt überraschend hart auf Max Payne 3 zurück. Der frühere Rockstar-Vizepräsident und Autor des Spiels bewertet seinen Anteil heute als Fehlschlag. Nicht, weil er die Produktion grundsätzlich ablehnt, sondern weil das Team nach seiner Einschätzung die Identität der Reihe nicht richtig getroffen hat.

Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil Max Payne 3 2012 bei Kritikern gut ankam. Wirtschaftlich blieb der Shooter jedoch hinter den Erwartungen zurück. Auch in der Spielerschaft war die Reaktion deutlich weniger geschlossen als bei den beiden Vorgängern.

Ein anderer Max Payne

Die ersten beiden Teile prägten den Third-Person-Shooter stark mit. Ihr düsteres New Yorker Noir, die innere Perspektive der Figur und die Texte von Serienerfinder Sam Lake gehörten für viele untrennbar dazu.

Max Payne 3 ging bewusst in eine andere Richtung. Das Spiel verlagerte Max' Geschichte nach Brasilien und setzte auf einen farbigeren, stärker auf Action ausgerichteten Stil. Houser hielt diesen Ansatz damals für ein modernes digitales Noir-Erlebnis. Heute räumt er ein, die Reaktion des Publikums falsch eingeschätzt zu haben.

Technischer Anspruch allein reicht nicht

Positiv erinnert sich Houser an die strukturierte Arbeit an einem linearen Spiel. Genannt hat er unter anderem den fließenden Ablauf ohne Ladezeiten, die filmische Form und die eingeblendeten Texteffekte. Das waren erkennbare Ambitionen, die Max Payne 3 von vielen Genre-Kollegen abhoben.

Seine Selbstkritik zielt deshalb nicht auf die handwerkliche Umsetzung. Vielmehr fehlte aus seiner Sicht ein Teil dessen, was Fans an Max Payne erwarteten. Insbesondere Lakes Texte seien vielen Spielern abgegangen. Houser nimmt die Verantwortung dafür ausdrücklich als Entscheidungsträger und Autor auf sich.

Warum die Debatte bis heute anhält

Max Payne 3 bleibt ein Sonderfall. Als Shooter wird es von einem Teil der Fans weiterhin geschätzt, auch wegen der Bullet-Time. Gleichzeitig steht es neben zwei Vorgängern, deren Ton und Geschichte besonders eng mit Remedy verbunden sind. Der Wechsel des Studios und die neue stilistische Ausrichtung machten den dritten Teil automatisch angreifbar.

Housers Einordnung zeigt, dass gute Technik, aufwendige Inszenierung und solide Kritiken nicht garantieren, dass eine Fortsetzung als passender Serienbeitrag wahrgenommen wird. Bei etablierten Figuren zählt eben auch, welche Elemente Spieler als Kern der Reihe verstehen.

Der Blick geht wieder zu Remedy

Remedy arbeitet an Neuauflagen von Max Payne und Max Payne 2: The Fall of Max Payne. Der letzte offizielle Stand vor mehr als einem Jahr: Das Projekt befand sich in voller Produktion, die Zusammenarbeit mit Rockstar Games lief weiter eng und produktiv.

Eine Rückkehr der ersten beiden Spiele dürfte die Diskussion um Max Payne 3 erneut anfachen. Der dritte Teil muss nicht schlechter sein, nur weil er anders ist. Housers ungewöhnlich offene Kritik macht aber klar, wie groß die Lücke zwischen einem ambitionierten Shooter und dem Gefühl einer stimmigen Fortsetzung sein kann.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.