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Review

Battlefield 6 im Test: Starkes Comeback mit klaren Baustellen

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Battlefield 6 macht vieles richtig, was Battlefield 2042 vermissen ließ. Es gibt wieder klare Klassen, große Gefechte mit 64 Spielern, schwere Fahrzeuge und eine Kampagne. Der Fokus liegt aber klar auf dem Multiplayer.

Wer Battlefield wegen Eroberung, Durchbruch, Panzern, Helis und Teamarbeit spielt, bekommt hier ein starkes Paket. Perfekt ist es nicht. Einige Systeme bremsen den Spielfluss, besonders die fehlenden persistenten Server im normalen Multiplayer.

Zurück zum modernen Kriegsszenario

Battlefield 6 spielt in der nahen Zukunft. Im Jahr 2027 steht die NATO unter Druck, der Generalsekretär wurde ermordet und mehrere Mitgliedsstaaten haben sich abgewendet. Als Gegenseite tritt die Söldnertruppe Pax Armata auf.

Das Szenario wirkt deutlich näher an aktuellen Konfliktbildern als der futuristische Ansatz von Battlefield 2042. Waffen, Gadgets, Fahrzeuge und Soldaten-Skins bleiben realistisch. Viel Flecktarn, wenig bunte Show. Das hilft der Stimmung, macht die Klassen optisch aber nicht immer leicht unterscheidbar.

Multiplayer: Hier sitzt der Kern

Der Multiplayer bietet acht Modi. Vier davon laufen unter All-Out Warfare und mischen Infanterie, Fahrzeuge und Flugzeuge auf großen Karten. Eroberung, Durchbruch und Rush sind wieder dabei. Neu ist Eskalation.

In Eskalation kämpfen zwei Teams um Flaggenpunkte. Wer die Mehrheit hält, sammelt Punkte. Gleichzeitig verschiebt sich die Front, weil der eigene rückwärtige Punkt verschwindet. Das zwingt das führende Team nach vorne. Der Modus bringt Tempo rein und passt gut zur Serie.

Die klassischen Infanterie-Modi wie Team-Deathmatch, Squad-Deathmatch, King of the Hill und Vorherrschaft funktionieren, sind aber nicht die Hauptstärke. Dort zählen Reaktion, Positionierung und Einzelduelle stärker als Klassenarbeit. Wer Battlefield wegen großen Schlachten spielt, bleibt eher bei Eroberung oder Eskalation.

Klassen statt Spezialisten

Battlefield 6 setzt wieder auf vier Klassen: Sturm, Pionier, Versorgung und Aufklärung. Das ist die richtige Richtung. Jede Klasse hat klare Aufgaben und exklusive Gadgets. Der Pionier repariert und bekämpft Fahrzeuge. Die Versorgung bleibt wichtig für Wiederbelebungen und Teamstabilität.

Alle Klassen können grundsätzlich alle Waffen nutzen. Dazu kommen aber klassentypische Waffen mit Boni. Der Pionier bekommt zum Beispiel Vorteile mit Maschinenpistolen aus der Hüfte. Wer es strenger mag, findet Varianten mit geschlossenen Waffenregeln, in denen Klassen stärker an ihre Rollen gebunden sind.

Trainingspfade, aktive Fähigkeiten und passive Boni geben langfristig mehr Spielraum. Das klingt auf dem Papier komplizierter, als es im Match wirkt. Du spielst deine Rolle, sammelst Erfahrung und passt die Klasse mit der Zeit an.

Karten und Fahrzeuge

Zum Start gibt es neun Karten. Der Aufbau ändert sich je nach Modus. Die Bandbreite reicht von weiten Karten wie Liberation Peak in Tadschikistan bis zu engen Stadtbereichen wie Saints Quarter in Gibraltar oder Belagerung von Kairo in Ägypten.

Die Karten wirken abwechslungsreich und bieten viele Wege für Fahrzeuge, Infanterie und Flanken. Eroberung und Eskalation profitieren davon am meisten. Es gibt aber einzelne problematische Stellen. Auf Manhattan Bridge im Rush-Modus können Angreifer früh hart festgenagelt werden.

Bei den Fahrzeugen gibt es kaum Überraschungen. Quads, Kampfpanzer, Jets und Helikopter sind dabei. Boote fehlen bisher. Fluggeräte bleiben schwer zu kontrollieren, können in guten Händen aber Matches stark prägen. Das ist typisch Battlefield, wird aber in den nächsten Wochen sicher Balance-Diskussionen auslösen.

Kampfgefühl: Schnell, hart, manchmal unübersichtlich

Das Gunplay wirkt dynamischer als in einigen früheren Teilen. Rutschen ist dabei, aber nicht so extrem wie in schnellen Arena-Shootern. Stark ist die neue Möglichkeit, verwundete Mitspieler bei der Wiederbelebung aus der Gefahrenzone zu ziehen. Das bringt Nutzen und passt zur Teamlogik.

Die Waffen wirken weitgehend brauchbar ausbalanciert. Shotguns fallen negativer auf. Auch Maschinenpistolen treffen auf Distanz teils sehr zuverlässig, was in Gefechten auffällt.

Das Markierungssystem bleibt ein Streitpunkt. Nach Kritik an der Beta wurden Reichweite und Dauer der Markierungen reduziert. Dadurch wird die Aufklärerklasse wichtiger, aber auf verwinkelten Karten kann das nerven. Wenn ein Gegner in einer dunklen Ecke sitzt und die Markierung nicht sauber greift, kostet das schnell ein Ticket.

Technik auf PS5: Stabil, aber nicht ohne Haken

Auf der Standard-PS5 gibt es zwei automatische Grafikmodi. Der Performance-Modus zielt auf 60 bis 80 FPS und scheint 120 Hz zu unterstützen. Der Balanced-Modus zielt auf 60 FPS mit mehr Details.

Größere Performance-Einbrüche wurden im Testzeitraum nicht beobachtet. Die Server liefen weitgehend stabil. Cross-Play zwischen Konsolen und PC funktionierte ebenfalls problemlos. Ob das bei voller Last zum Launch genauso bleibt, ist der Punkt, den man beobachten muss.

Richtig störend ist das Server-System im normalen Multiplayer. Nach jeder Runde wird der Server neu zusammengestellt. Wer einen vollen, fairen Server gefunden hat, verliert diesen Rhythmus sofort wieder. Das eigene Squad kann zusammenbleiben, aber für größere Gruppen ist das schwach. Persistente Server und Serverbrowser gibt es bisher nur im Portal-Modus.

Grafik, Sound und Sichtbarkeit

Grafik und Sound gehören zu den stärksten Punkten. Explosionen, einschlagende Geschosse, einstürzende Gebäude, rufende Soldaten und tieffliegende Flugzeuge ergeben genau dieses Battlefield-Gefühl, das viele Spieler suchen.

Die zerstörbare Umgebung macht viel aus. Ein Panzerkampf in engen Straßen, während Infanterie und gegnerische Fahrzeuge Druck machen, liefert starke Momente. Der Sound trägt das gut. Schritte und Angriffe lassen sich meistens ordentlich orten, je nach Umgebung aber nicht immer sauber.

Ein echtes Problem ist der starke Hell-Dunkel-Kontrast auf bestimmten Karten. Gegner in Eingängen oder Fenstern können dadurch schwer zu sehen sein. Das trifft besonders dann hart, wenn Sniper oder mobile Spieler dunkle Positionen halten.

Menüs und Einstellungen

Das Menü ist voll. Multiplayer, Kampagne, Ausrüstung, Herausforderungen und Optionen brauchen Platz. Gegenüber Battlefield 2042 wirkt es aufgeräumter, aber suchen musst du trotzdem.

Praktisch ist, dass Herausforderungen getrackt und im Spiel abgerufen werden können. Auch einzelne Bestandteile wie die Kampagne lassen sich wieder deinstallieren. Auf Konsolen spart das Speicherplatz.

Weniger gut: Die Einstellungen für Audio- und Text-Chat sind nicht besonders intuitiv. Auf PS5 können überempfindliche L3- und R3-Sticks im Gefecht zu ungewollten Nahkampfangriffen führen, weil sich deren Sensitivität nicht separat regeln lässt. Für kompetitives Spielen ist das ärgerlich.

Kampagne und Portal

Battlefield 6 hat wieder eine Singleplayer-Kampagne. Das ist nach Battlefield 2042 erwähnenswert. Das Szenario bringt genug Stoff mit, und der Anfang wird als stark beschrieben. Für die Gesamtwertung der Kampagne bleibt aber wichtig, wie gut sie dieses Setup über die gesamte Laufzeit trägt.

Portal ist ebenfalls zurück. Der Modus soll Community-Erlebnisse ermöglichen, war im Testzeitraum aber nur eingeschränkt und spät verfügbar. Ein klarer Wert für die Langzeitmotivation lässt sich daraus noch nicht ableiten.

Wertung

  • Gameplay: 4 von 5, starkes Klassen- und Fahrzeugspiel, aber Probleme bei Servern, Spotting und einzelnen Modi.
  • Grafik: 4 von 5, starke Karten und Effekte, aber teils harte Kontraste mit Sichtproblemen.
  • Story: 3 von 5, spannendes Szenario und Kampagne vorhanden, aber weniger belastbare Details zum gesamten Verlauf.
  • Sound: 5 von 5, wuchtige Gefechtskulisse und starkes Battlefield-Gefühl.

Battlefield 6 ist kein perfekter Neustart, aber ein klarer Schritt in die richtige Richtung. Der Multiplayer trägt. Die Rückkehr der Klassen zahlt sich aus, die Karten bieten viele taktische Möglichkeiten und die Technik wirkt auf Konsole solide. Wer Battlefield 3 und Battlefield 4 wegen großer Teamgefechte mochte, sollte hier genauer hinschauen.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.