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Forza Horizon 6: Tokio wird der echte Stresstest

Dominik
  • 1 Min. Lesezeit

Forza Horizon 6 will mit Japan nicht nur den nächsten schönen Hintergrund liefern. Playground Games beschreibt die neue Karte als die bislang größte und detailreichste Spielwelt der Reihe. Der wichtigste Prüfpunkt ist Tokyo City.

Die Stadt soll fünfmal so groß sein wie Guanajuato aus Forza Horizon 5. Dazu kommt ein eigener Aufbau mit mehreren Bezirken, mehrstöckigen Straßen und Bereichen, die klar auf Drifts, Stunts, Treffen und schnelle Übergänge ausgelegt sind. Das klingt nach mehr Strecke, mehr Planung und mehr Raum für sauberes Fahren.

Tokio ist nicht nur Deko

Forza Horizon 6 bildet Japan nicht als exakte 1:1-Kopie ab. Playground Games setzt wieder auf eine verdichtete Renn-Sandbox. Bekannte Eindrücke aus verschiedenen Regionen werden in eine Karte gepackt, die sich nach Japan anfühlen soll, ohne ein realistischer Straßensimulator zu sein.

Das ist für Horizon wichtig. Die Reihe lebt davon, dass du ohne lange Vorbereitung losfährst, Rennen erreichst, Umwege findest und nebenbei Blödsinn machst. Eine große Stadt bringt dafür Chancen, aber auch Risiken. Wenn sie nur breit und hübsch ist, hilft das dem Spiel wenig. Wenn sie verschiedene Fahrstile sauber unterstützt, kann sie der stärkste Teil der Karte werden.

Vier Bezirke mit klarer Funktion

Tokyo City wird intern als eigenes Biom behandelt und in vier Bereiche aufgeteilt. Das ist mehr als ein optischer Trick. Jeder Bezirk kann andere Fahrmomente liefern.

  • Vororte: ruhigere Straßen, dichte Bebauung, Radwege, Schulmarkierungen und viele sichtbare Kabel über der Straße.
  • Hafen: ein großes Areal mit vielen Containern, Rampen und erhöhten Wegen für Stunts und Event-Lab-Ideen.
  • Industriegebiet: eine Insel, erreichbar über die Rainbow Bridge, mit einer Hommage an den bekannten Daikoku-Parkplatz.
  • Innenstadt: Neon-Eindrücke in Richtung Shibuya und Akihabara, dazu ein sauberer Geschäfts- und Bankenbereich.

Aus Spielersicht ist diese Aufteilung sinnvoll. Enge Vororte fordern andere Reaktionen als breite Hafenflächen. Eine Innenstadt mit Hochstraßen und mehr Ebenen kann gute Linien bieten, wenn die Orientierung stimmt. Genau dort muss Forza Horizon 6 liefern.

Mehr Ebenen, mehr Werkzeug, mehr Risiko

Playground Games musste für Tokyo City neue Werkzeuge bauen. Besonders die mehrstöckige Straßeninfrastruktur war offenbar ein eigener technischer Brocken. Das Team verweist auch auf Erfahrungen aus dem Hot-Wheels-Inhalt, weil dort bereits mit ungewöhnlichen Streckenebenen gearbeitet wurde.

Das klingt passend, aber es ist auch der Punkt, an dem ich genau hinschauen würde. Mehr Ebenen machen eine Stadt interessanter. Sie können aber auch nerven, wenn Navi, Event-Zugänge oder Sprünge unklar werden. In einem Horizon-Spiel willst du schnell verstehen, ob du oben auf die Hochstraße musst, unten durch die Stadt fährst oder eine Rampe nutzen sollst.

Für Drifter und Streckenbauer ist der Ansatz stark. Der Hafen mit Containern, Rampen und erhöhten Wegen dürfte ein wichtiger Spielplatz werden. Auch die Kawazu Nanadaru Loop Bridge, die im Spiel nachgebaut wird, schreit nach Drift-Clips. Solche Orte funktionieren, wenn sie nicht nur gut aussehen, sondern saubere Kurvenradien und genug Platz für Fehler bieten.

Die Stadt bekam ein eigenes Team

Bemerkenswert ist die Produktion hinter der Karte. Das Welt-Team wurde erstmals für ein Forza Horizon in zwei Gruppen geteilt: eine Gruppe für Tokyo City, eine für den Rest der Karte. Begründung: Die Stadt ist so groß, vielschichtig und detailreich, dass sie ein eigenes Team rechtfertigte.

Das sagt viel über den Umfang. Straßen, Gebäude, Vegetation und Gelände liegen in Tokio dichter beieinander als in vielen offenen Landschaften. Dazu kommen Details wie die vielen sichtbaren Leitungen in den Vororten. Playground Games hat dafür sogar in eine eigene Technik investiert, damit mehr dieser Kabel im Bild auftauchen und das Stadtbild glaubwürdiger wirkt.

Solche Details sind nicht nur Kosmetik. In Rennspielen helfen markante Objekte bei der Orientierung. Wenn jeder Straßenzug gleich aussieht, fährst du nach Karte statt nach Gefühl. Wenn Vororte, Hafen, Industrieinsel und Innenstadt klar unterscheidbar sind, lernst du die Welt schneller.

Auto-Drive spart Wege, nicht Rennen

Eine neue Funktion heißt Auto-Drive. Sie soll Spielern helfen, wenn sie ihre Energie lieber für Rennen und Events nutzen wollen, statt lange quer über die Karte zu fahren. Das Auto kann dann Strecken übernehmen, um zum nächsten Ziel zu kommen.

Das passt zu einer größeren Karte. Nicht jeder will jede Verbindung selbst fahren. Gerade wenn du nur eine kurze Session hast, zählt der schnelle Einstieg. Wichtig ist nur, dass Auto-Drive die Fahrfreude nicht ersetzt. Horizon muss weiterhin davon leben, dass der Weg zum Event oft selbst Spaß macht.

Festival, Menschen und befahrbare Stadt

In der Innenstadt wird mehr Horizon-Festival-Branding zu sehen sein. Das hat einen praktischen Grund. In einer Stadt erwartest du Menschen. Gleichzeitig können Autos in Forza Horizon fast überall fahren. Playground Games nutzt Festivalbereiche, um belebte Szenen zu zeigen und Personen zugleich von den befahrbaren Flächen zu trennen.

Das ist eine saubere Lösung für ein altes Open-World-Problem. Forza Horizon will kein GTA sein. Die Stadt muss lebendig wirken, darf aber nicht gegen das freie Fahren arbeiten. Absperrungen, Festivalzonen und klare Bühnenflächen können hier helfen, solange sie nicht zu künstlich wirken.

Worauf es jetzt ankommt

Die bisher genannten Fakten zeigen eine klare Richtung: Forza Horizon 6 setzt nicht nur auf Japan als Wunschkulisse. Tokyo City soll spielerisch ein großer Schritt werden. Größer als frühere Städte, vielseitiger in den Bezirken und technischer im Straßenbau.

Für mich entscheiden am Ende drei Dinge. Erstens: Bleibt die Orientierung trotz Hochstraßen und Ebenen sauber? Zweitens: Bieten die Bezirke wirklich anderes Fahrverhalten oder nur andere Fassaden? Drittens: Sind Hafen, Parkplätze, Brücken und Innenstadt gute Treffpunkte für freie Sessions?

Wenn diese Punkte passen, kann Tokio mehr sein als der große Name auf der Packung. Dann wird die Stadt ein echter Spielplatz für Rennen, Drifts, Stunts und eigene Events. Wenn nicht, bleibt sie eine beeindruckende Kulisse mit zu viel Asphalt. Genau deshalb wird Tokyo City der wichtigste Stresstest für Forza Horizon 6.

Über den Autor

Dominik Autor

Von FIFA bis Call of Duty, von Farming Simulator bis Age of Empires – ich liebe Games, bei denen Skill, Planung und Reaktion zählen. Ob auf dem virtuellen Schlachtfeld oder im Stadion: Ich spiele smart, schnell und immer mit Spaß. Let’s play smarter, not harder!