Screamer kehrt am 26. März 2026 zurück und nimmt nicht einfach die alte Bleifuss-Nostalgie mit. Milestone baut daraus einen schnellen Arcade-Racer mit Story, Risiko und einem Kampfsystem, das mehr verlangt als nur Vollgas.
Für mich ist vor allem interessant, wie viel Planung in den Rennen steckt. Boost, Schild, Rammen und Superboost hängen an Energie-Leisten. Wer nur draufhält, wird hier schnell Fehler machen.
Was Screamer anders macht
Milestone ist vor allem für Rennspiele bekannt. Mit Screamer geht das Studio zurück zu einer Marke, die 1995 auf dem PC als Bleifuss bekannt wurde. Der neue Teil setzt aber nicht nur auf Retro-Gefühl.
Das Spiel wird als storygetriebener Arcade-Racer im Anime-Stil beschrieben. Die Kampagne soll rund 100 Kapitel umfassen. Für die Animationssequenzen ist Polygon Pictures beteiligt, bekannt durch Arbeiten wie Blame! und Love, Death & Robots.
Die Grundidee ist bewusst überzogen: Eine mächtige Anaconda Corp, ein illegales Straßenrennen, 100 Milliarden Dollar Preisgeld und Fahrer, die den CEO Gabriel im Rennen ausschalten wollen. Das ECHO-Drive wirft Fahrer und Wagen nach tödlichen Explosionen zurück auf die Strecke. Damit wird aus dem Racheplan ein Problem.
Steuerung: nicht nur Gas und Drift
Screamer wirkt auf dem Papier wie ein klassischer Arcade-Racer. Die Steuerung soll aber deutlich mehr Tasten nutzen, als man zuerst erwartet. Gas, Bremse, Turbo, Schild und Schaltung spielen eine Rolle.
Die Schaltung ist optional. Wer den richtigen Moment trifft, bekommt aber einen Bonus. Das ist ein guter Ansatz für Spieler, die mehr Kontrolle wollen, ohne alle anderen sofort auszuschließen.
Der Drift ist der wichtigste Punkt. Screamer nutzt eine Dual-Stick-Steuerung. Mit dem linken Stick lenkst du normal, mit dem rechten Stick wirfst du das Auto stärker in die Kurve. Das erinnert an Inertial Drift und klingt nach einer Lernkurve, die nicht jeder sofort mögen wird.
Genau da kann Screamer gewinnen oder verlieren. Wenn die Steuerung sauber sitzt, entsteht ein Racer mit echtem Skill-Faktor. Wenn sie zu sperrig bleibt, kostet sie Tempo und Nerven.
Kampf auf der Ideallinie
Waffen gibt es nicht. Trotzdem sind die Rennen aggressiv. Ein guter Boost kann zur Attacke werden. Das ECHO-Drive lädt eine SYNC-Leiste, die du für Boosts und kurzzeitige Schilde nutzt.
Verbrauchte SYNC-Energie füllt wiederum ENTROPY. Diese Leiste brauchst du für STRIKE-Angriffe, mit denen du Gegner von der Straße drückst. Mit genug Energie ist auch OVERDRIVE möglich, ein sehr starker Superboost. Der hat aber ein klares Risiko: Schon eine Berührung mit der Leitplanke kann das Auto explodieren lassen.
Das macht die Rennen taktischer, als man es bei einem reinen Arcade-Racer erwarten würde. Du musst entscheiden, ob du Energie für den großen Angriff sparst oder früher Druck machst. Timing zählt. Position zählt. Fehler werden teuer.
Kampagne, Sprachen und Modi
Die Geschichte wird nicht nur zwischen den Rennen erzählt. Einzelne Ereignisse sollen auch während der Fahrt passieren, laut den vorliegenden Infos aber nur in wichtigen Momenten.
Spannend ist die Sprachausgabe. Figuren sprechen in ihren Muttersprachen, darunter Französisch, Japanisch, Deutsch, Flämisch und Afrikaans. Untertitel gibt es in der gewählten Sprache, auch auf Deutsch. Die Aufnahmen stammen von echten Sprecherinnen und Sprechern aus den jeweiligen Ländern.
Neben der Kampagne sind weitere Modi geplant. Dazu gehören normale Rennen, Team-Rennen mit Zweier- oder Dreier-Crews, Online-Modi und lokaler Splitscreen für bis zu vier Personen.
Jede Figur hat ein eigenes Auto und eigene Spezialfähigkeiten. Klassisches Tuning gibt es nicht. Autos und Fähigkeiten bleiben fest. Lackierungen schaltest du über Rennen in den Spielmodi frei.
Worauf du achten solltest
Screamer ist kein gemütlicher Nostalgie-Ausflug. Es wird schnell, laut und mechanisch dichter, als der Name Arcade-Racer vermuten lässt. Das ist gut für Spieler, die Reaktion und Risiko mögen.
- Interessant für dich, wenn du Arcade-Rennen mit Skill-Faktor suchst.
- Spannend, wenn du aggressive Rennen ohne klassische Waffen magst.
- Ein Fragezeichen bleibt die Dual-Stick-Steuerung beim Driften.
- Die Anime-Story wirkt bewusst überdreht und dürfte Geschmackssache sein.
- Der lokale Splitscreen für bis zu vier Personen ist ein starker Punkt für gemeinsame Rennabende.
Für GoodGame.Ruhr ist Screamer vor allem wegen seiner klaren Spielidee spannend. Milestone baut keinen einfachen Rückgriff auf Bleifuss. Das Studio versucht, Arcade-Racing, Anime-Erzählung und taktische Energieverwaltung zusammenzubringen. Wenn die Steuerung am Ende präzise greift, kann das ein sehr eigenständiger Racer werden.
Über den Autor
Von FIFA bis Call of Duty, von Farming Simulator bis Age of Empires – ich liebe Games, bei denen Skill, Planung und Reaktion zählen. Ob auf dem virtuellen Schlachtfeld oder im Stadion: Ich spiele smart, schnell und immer mit Spaß. Let’s play smarter, not harder!