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Ace Combat 8 in der Preview: Krieg über den Wolken

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Ace Combat 8: Wings of Theve bleibt der Serie treu: schnelle Luftkämpfe, große Maschinen, viel Funkverkehr und eine Welt, die nicht unsere ist, aber nah genug wirkt. Neu ist der stärkere Blick aus den Augen des Piloten. Die Kampagne soll nicht nur im Cockpit, sondern auch in Zwischensequenzen konsequent näher an der Hauptfigur bleiben.

Das passt zu einem Teil, der Krieg nicht einfach als sauberen Heldentraum verkaufen will. Die Preview zeigt einen Konflikt auf Usea, eine geschwächte FCU und eine Propagandafigur, deren Name weiterlebt, obwohl der eigentliche Held tot ist.

Ein Pilot mit fremdem Namen

Die Handlung setzt rund zehn Jahre nach Ace Combat 7: Skies Unknown an. Schauplatz ist wieder Strangereal, also das eigene Paralleluniversum der Reihe. Im Mittelpunkt steht der Kontinent Usea. Die Federation of Central Usea ist schwer angeschlagen, während die Republik Sotoa mit großen Waffensystemen Druck macht.

Die eigene Figur beginnt nicht als strahlender Sieger. Sie wird nach einem Abschuss in einem Rettungsboot aufgegriffen und landet auf dem Flugzeugträger Endurance. Dort bekommt sie eine neue Rolle: Sie soll als „Wings of Theve“ fliegen, benannt nach einem verstorbenen Kriegshelden und der FCU-Hauptstadt Theve.

Das ist kein kleiner Kniff. Der echte Held ist tot, der Mythos bleibt. Die Öffentlichkeit soll an ein Symbol glauben, die Truppe soll Hoffnung haben. Gleichzeitig hört die Spielfigur die Stimme des verstorbenen Wings of Theve im Kopf. Diese Stimme kommentiert den Krieg und kratzt an der Idee vom sauberen Heldenbild.

Mehr Nähe durch die Ego-Perspektive

Ace Combat 8 erzählt die Kampagne erstmals durchgehend stärker aus der Ich-Perspektive. Das betrifft nicht nur die Einsätze, sondern auch viele Szenen auf dem Träger, Briefings und Momente mit dem eigenen Squad. Einzelne Außenansichten der Flugzeuge gibt es weiterhin, aber die Erzählung soll weniger wie ein Blick von außen wirken.

Brand Director Kazutoki Kono beschreibt die Grundidee der Reihe als Gefühl, selbst der Ace-Pilot zu sein. Genau daran setzt Wings of Theve an. Die Geschichte soll die Spielenden nicht nach jeder Mission wieder aus der Rolle werfen.

Für die Serie ist das ein sinnvoller Schritt. Ace Combat lebt seit jeher davon, dass große Militärtechnik und persönliches Drama nebeneinanderstehen. Wenn die Ego-Perspektive über die ganze Kampagne trägt, kann Teil 8 näher wirken als frühere Ableger.

Wolken sind hier mehr als Kulisse

Schon Ace Combat 7 wurde stark mit seiner Himmelsdarstellung verbunden. Teil 8 legt in der Preview sichtbar Gewicht auf Wolken, Wetter und Licht. Das Entwicklerteam spricht von einer fotografischen Darstellung des Himmels. Art Director Kanno soll sich dafür intensiv mit Meteorologie beschäftigt haben. Technisch läuft die Wolkendarstellung über den internen Renderer „Cloudly“.

Wichtig ist aber nicht nur, dass der Himmel gut aussieht. Die Wolken greifen auch in die Missionen ein. In einer Mission tauchen Bomber wegen des Wetters nicht auf dem Radar auf. Stattdessen verraten Kondensstreifen ihre Position. In einer anderen Situation dienen Gewitterwolken als Deckung, bringen aber Risiken wie Vereisung oder Störungen durch Blitze mit.

Das ist genau die Art von System, die Ace Combat gut steht. Es macht das Spiel nicht zur harten Simulation. Es sorgt aber dafür, dass Höhe, Tempo und Sicht nicht nur Zahlen auf dem HUD sind.

Arcade-Fliegen mit spürbarem Gewicht

Wings of Theve bleibt kein Flugsimulator für Handbuch-Freunde. Die Steuerung ist auf Gamepads ausgelegt. Wie in früheren Teilen gibt es eine Standard-Steuerung und eine Expert-Variante mit stärkerer Kontrolle über Rollen und Nicken.

Die Jets sollen sich trotzdem nicht beliebig anfühlen. Richtungswechsel brauchen Planung, Manöver haben Gewicht, und die Wahl der Kamera verändert die Übersicht. Genannt werden Außenansicht, HUD-Sicht und Cockpit-Perspektive. Gerade bei Bodenzielen oder Tiefflug kann die Außenkamera praktischer sein als die atmosphärischere Cockpit-Ansicht.

Das ist der alte Reiz der Reihe: Sie nimmt Flugzeuge ernst genug, um sie nicht wie Spielzeug wirken zu lassen, bleibt aber schnell und direkt spielbar.

Missionen, Loadouts und große Ziele

In der Preview waren sechs Missionen spielbar. Die ersten Einsätze dienten stärker dem Einstieg und dem Aufbau der Figuren. Später rückt eine große rollende Festung in den Fokus, ein sogenanntes Land Battleship. Dieses Fahrzeug bewegt sich durch eine Stadt, setzt Raketen ein und verfügt über eine aufladende Railgun.

Vor den Missionen gibt es Briefings, danach Debriefings und Replays. Dazu kommt ein Aircraft Tree. Mit MRP werden neue Jets, Verbesserungen und Spezialwaffen freigeschaltet. Genannt sind unter anderem folgende Maschinen und Ausrüstungen:

  • F-14D Super Tomcat als wendiger Jäger
  • A-10C Thunderbolt II für Angriffe auf Bodenziele
  • F/A-18F Super Hornet als Mehrzweck-Jet
  • EA-6B Prowler für elektronische Störung
  • 4AGM-Mehrzielraketen, Bomben mit Flächenwirkung, Flares und elektronische Gegenmaßnahmen

Die Gegner sollen in der Preview nicht nur Kreise ziehen. Beschrieben werden Einkreisen, Frontalangriffe und Situationen, in denen man Umwege suchen muss. Das klingt nach einem guten Fundament, muss aber über eine volle Kampagne stabil bleiben.

Das Squad könnte wichtiger werden

Auf der Endurance ist die Hauptfigur Teil eines Vierer-Teams. Die Preview stellt mehrere Figuren vor, darunter eine frühere Stuntfliegerin und einen jüngeren Piloten, der über Musik auftaut. Zwischen den Einsätzen sprechen sie über Orte, Erinnerungen und den Krieg um sie herum.

Solche Szenen sind für Ace Combat wichtig. Die Reihe funktioniert selten nur über Ziele auf dem Radar. Sie braucht Stimmen im Funk, kleine Reibungen und den Eindruck, dass hinter den Maschinen Menschen sitzen. Wings of Theve scheint genau darauf stärker zu setzen.

Offen bleibt, wie sehr diese Figuren im fertigen Spiel wachsen. Auch die klassische Struktur aus Briefing, Ausrüstung, Einsatz und Nachbesprechung muss genug Abwechslung bieten, damit sie nicht zur Routine wird.

Warum diese Preview interessant ist

Producer Manabu Shimomoto führt die Ausrichtung des neuen Teils auch auf den Erfolg von Ace Combat 7 zurück. Das Team habe sich angeschaut, was Fans von der Serie erwarten. Kono nennt als zentrale Säulen das Gefühl, zum Ace-Piloten zu werden, frei gegen Formationen vorzugehen und einen glaubwürdigen Himmel zu erleben. Der Soundtrack gilt intern inzwischen ebenfalls als wichtiger Faktor.

Für mich klingt Ace Combat 8 deshalb nicht nach einem Bruch, sondern nach einer klaren Schärfung. Die Serie behält ihre Mischung aus Jet-Action, naher Zukunft und übergroßen Waffensystemen. Gleichzeitig versucht Wings of Theve, den Heldenmythos direkter zu hinterfragen.

Die wichtigsten Fragen bleiben bis zum Test offen: Hält die Ego-Perspektive über viele Stunden? Bleibt der Blick auf Krieg kritisch genug? Werden die Missionen abwechslungsreich? Und findet das Spiel die richtige Balance zwischen Wucht, Spielbarkeit und Übersicht?

Die Preview gibt darauf noch keine endgültige Antwort. Sie zeigt aber einen Teil, der seine Stärken kennt: Wolken, Tempo, Funkchaos, große Ziele und ein Kriegsdrama, das nicht ganz bequem sein will.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.