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Humble Choice Juni 2026: JRPG, Max Caulfield und Mechs

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Der Humble Choice Juni 2026 wirkt nicht wie eine zufällige Restekiste. Für 12,99 EUR stehen hier mehrere große Erzähl- und Rollenspielbrocken nebeneinander, dazu ein paar Systemspiele, die eher über Baupläne, Beute und Wiederholungsrunden funktionieren.

Ich würde diese Auswahl nicht nur nach dem größten Namen bewerten. OCTOPATH TRAVELER II zieht natürlich Aufmerksamkeit, Life is Strange: Double Exposure bringt Max Caulfield zurück, Citizen Sleeper 2: Starward Vector bedient die ruhigere Rollenspielseite. Daneben geben The Riftbreaker, Construction Simulator und die kleineren Roguelite-Titel dem Paket einen anderen Takt. Das ist kein perfekter Choice für jeden Abend, aber einer mit klaren Schwerpunkten.

Die erzählerische Seite trägt viel Gewicht

OCTOPATH TRAVELER II

OCTOPATH TRAVELER II ist der Titel, der diesen Choice sofort größer wirken lässt. Acht Reisende, ein Land zwischen Industrialisierung, Krieg, Krankheit und Armut, dazu das bekannte HD-2D-Bild aus Pixelkunst und 3D-Optik. Wer JRPGs mag, bekommt hier nicht nur ein hübsches Schaufensterstück, sondern ein Spiel, das mit Klassen, Fähigkeiten und Path Actions auf lange Bindung ausgelegt ist.

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Die 59,99 EUR UVP machen den Preisvergleich einfach, aber wichtiger ist für mich der Platz im Paket: So ein JRPG frisst Zeit. Es ist kein Bonus, den man mal nebenbei installiert. Die Steam-Wertung von 93 Prozent bei mehreren tausend Stimmen passt zum Eindruck, dass Humble hier nicht nur auf Namen setzt. Wenn euch lange Rollenspielabende schnell ermüden, kann genau dieser große Vorteil aber auch zum Bremsklotz werden.

Life is Strange: Double Exposure

Life is Strange: Double Exposure ist der Titel, bei dem ich am ehesten genauer hinschauen würde, statt ihn blind als sicheren Treffer zu verbuchen. Max Caulfield kehrt zurück, findet ihre Freundin Safi ermordet im Schnee und landet in einer Geschichte um zwei Zeitlinien, in denen dieselbe Gefahr auf unterschiedliche Weise weiterläuft.

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Unser GoodGame.Ruhr-Test hat Double Exposure vor allem über seine Figuren eingeordnet: Max wirkt älter, nicht einfach wie eine wieder aufgewärmte Version von früher. Die Geschichte nimmt Verlust, Angst, Trennung und Trauer ernst, ohne alles in simple Moralfragen zu pressen. Entscheidungen fühlen sich natürlicher an, auch wenn nicht jede davon den kompletten Verlauf umwirft. Gleichzeitig steht auf Steam nur eine gemischte Tendenz mit 67 Prozent. Das heißt für mich: Wer wegen Max und ruhiger Mystery kommt, findet hier Substanz. Wer ein Adventure erwartet, das alle früheren Erwartungen sauber bedient, sollte vorher ehrlich mit sich sein.

GoodGame dazu: unser Test "Life is Strange: Double Exposure im Test: Max ist zurück".

Citizen Sleeper 2: Starward Vector

Citizen Sleeper 2: Starward Vector bringt eine andere Art Rollenspiel in den Juni. Kein Fantasy-Epos, kein klassisches Party-Abenteuer, sondern ein würfelgetriebenes RPG im All. Ihr seid ein gesuchter Android mit beschädigtem Speicher, sucht einen Zweck, stellt eine Crew zusammen und nehmt Jobs im Starward Belt an.

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Interessant ist hier weniger die Größe als der Rhythmus. Klassen, Fertigkeiten und die Push-Mechanik klingen nach Entscheidungen unter Druck, nach Risiko und nach kleinen Katastrophen, die aus einem schlechten Wurf entstehen können. Das ist der Titel für den Abend, an dem man lieber liest, plant und abwägt, statt sich durch Effektgewitter schieben zu lassen.

INDIKA

INDIKA steht in dieser Auswahl etwas schräg neben den größeren Namen, und genau deshalb passt es hinein. Eine junge Nonne im alternativen Russland des späten 19. Jahrhunderts, religiöse Unterwerfung, Selbstfindung und der Teufel als Begleiter. Das klingt nicht nach Wohlfühl-Adventure, sondern nach einem Spiel, das seine Reibung sucht.

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Ich mag an solchen Bundle-Plätzen, wenn sie nicht nur Lückenfüller sind. INDIKA wirkt nach den gelieferten Informationen wie ein konzentrierter, storygetriebener Titel mit Puzzles und einer sehr eigenen Tonlage. Wer bei Humble Choice gern etwas mitnimmt, das nicht im gewohnten Genre-Regal steht, hat hier einen der auffälligeren Einsprengsel.

Maschinen, Basen und der Reiz des Arbeitens

The Riftbreaker

The Riftbreaker ist der Gegenpol zu den ruhigen Geschichten. Basisbau, Survival, Action-RPG, Mech-Anzug, Ressourcen, Forschung und massenhaft Gegner auf Galatea 37. Das Ziel ist simpel genug: eine Basis aufbauen, einen Rift zurück zur Erde ermöglichen und alles verteidigen, was man sich mühsam hingestellt hat.

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Gerade im Zusammenspiel mit OCTOPATH TRAVELER II und Citizen Sleeper 2: Starward Vector macht The Riftbreaker den Choice runder. Es gibt dem Paket Tempo, Druck und ein klares Bau-und-Verteidige-Gefühl. Kampagne, Online-Multiplayer und 4er-Koop werden in den Humble-Daten genannt, der Kern bleibt aber diese Mischung aus Planen und Durchballern. Wer Optimierung mag, bekommt hier wahrscheinlich mehr Abende heraus, als der erste Blick vermuten lässt.

Construction Simulator

Construction Simulator ist kein glamouröser Name, aber ein sehr ehrlicher Bundle-Titel. Zwei offene Schauplätze, Baustellen erst zu Fuß prüfen, dann mit Kran, Mischer, Tieflader und anderen Maschinen arbeiten. Humble nennt mehr als 90 lizenzierte Maschinen von 24 Marken, was für eine Simulation dieser Art natürlich Teil des Reizes ist.

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Der Haken ist nicht versteckt: Das hier lebt von Geduld, Routine und dem Gefühl, eine Aufgabe sauber abzuarbeiten. Wer Spiele vor allem über Tempo bewertet, wird vermutlich schnell kalt bleiben. Wer dagegen gern Maschinen bewegt, Material transportiert und Fortschritt als erledigte Arbeit sieht, bekommt eine klare Abwechslung zu den erzählerischen Schwergewichten.

Beute, Builds und kleinere Experimente

Hell Clock

Hell Clock mischt Action-RPG und Roguelike-Struktur. Es geht um Rache, untote Kräfte Satans, den Versuch, die Seele des Counselors zurückzuholen, und um Builds aus Relikten, Zaubern und Fähigkeiten. Laut Beschreibung soll jeder Abstieg anders laufen, mal defensiver, mal offensiver.

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Der spannendere Punkt ist die thematische Färbung: Die lokale Beschreibung spricht von einem Dark-Fantasy-Dreh auf Brasiliens Krieg von Canudos. Das hebt Hell Clock zumindest auf dem Papier von der üblichen Dämonen-und-Loot-Routine ab. Im Paket wirkt es wie der schnelle, aggressive Slot zwischen den größeren Brocken.

Overlooting

Overlooting reduziert Rollenspiel nicht auf Dialoge, sondern auf Inventar, Synergien und die Frage, wie lange eine Ausrüstungsidee trägt. Der Skilltree verändert sich pro Lauf, Gegenstände sollen kombiniert werden, regionale Bosse prüfen am Ende, ob der gebaute Plan wirklich funktioniert.

Das ist kleiner gedacht als vieles andere im Juni, aber nicht automatisch weniger wertvoll. Solche Spiele leben davon, dass ein Run schnell verständlich ist und trotzdem genug Raum für bessere Entscheidungen lässt. Overlooting scheint genau in diese Ecke zu zielen: kurz rein, Ausrüstung sortieren, Build eskalieren lassen, scheitern, neu denken.

Flowers and Deities

Flowers and Deities ist der Titel, bei dem ich am vorsichtigsten wäre. Die Beschreibung verspricht einen Strategie-Deckbuilder-Roguelite mit blutigen Ressourcen, Lizardkin-Armee, Göttern, Arenen, vielen Einheiten, Gegenständen, Segnungen und Statuswerten. Auf dem Papier klingt das nach enorm viel Systemmasse.

Genau deshalb würde ich hier nicht nur auf die Zahlen schauen. In den gelieferten Daten steht keine Steam-Wertung und keine UVP. Das muss nichts Schlechtes heißen, aber es macht die Einordnung dünner. Flowers and Deities kann für Tüftler sehr reizvoll sein, wenn die vielen Bausteine sauber ineinandergreifen. Ohne mehr Kontext bleibt es für mich der Titel, den man bewusst prüft, statt ihn automatisch mitzuzählen.

Meine Einordnung für den Kauf

Der Juni 2026 ist am stärksten, wenn ihr mindestens eines der großen erzählerischen Spiele wirklich wollt. OCTOPATH TRAVELER II kann allein schon viel Spielzeit binden, Life is Strange: Double Exposure bringt mit Max einen bekannten Namen und eine bei uns stark gelesene Adventure-Schiene, Citizen Sleeper 2: Starward Vector ergänzt das mit ruhiger Sci-Fi-Rollenspielarbeit.

Wer eher Systeme sucht, bekommt mit The Riftbreaker den kräftigsten Gegenpart. Construction Simulator ist spezieller, aber sauber positioniert. Hell Clock und Overlooting sind die kleineren Beute- und Build-Motoren, während Flowers and Deities das größte Fragezeichen bleibt.

Für 12,99 EUR ist das Paket fair bestückt, solange ihr nicht nur auf reine Action aus seid. Der Choice hat klare Vorlieben: lange Geschichten, Planungsdruck, Optimierung. Der unterstützte Charity-Partner ist im Juni It Gets Better, eine Organisation, die LGBTQ+ Jugendliche weltweit stärken und vernetzen will. Das ändert nicht die Spielbewertung, gehört bei Humble aber zur Einordnung des Pakets dazu.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.