Steuern zahlen und dafür ein Reittier in Final Fantasy 14 bekommen: Was für deutsche Spieler erst einmal wie ein Scherz klingt, ist in Japan durch ein besonderes Steuermodell möglich.
Der Bezirk Shibuya in Tokio arbeitet dafür mit Square Enix zusammen. Japanische Spieler können im Rahmen der Furusato-Nozei-Initiative bestimmte Final-Fantasy-14-Belohnungen auswählen, wenn sie einen Teil ihrer Wohnsitzsteuer an Shibuya umleiten.
Was hinter Furusato Nozei steckt
Furusato Nozei, oft als Heimatortsteuer beschrieben, gibt es in Japan seit 2008. Das System erlaubt es Menschen, einen Teil ihrer Wohnsitzsteuer an andere Regionen zu geben, auch wenn sie dort nicht wohnen.
Der ursprüngliche Gedanke war einfach: ländliche und dünn besiedelte Gebiete sollten mehr Steuergeld erhalten. Als Gegenleistung können Steuerzahlende Geschenke auswählen. Das reicht von lokalen Snacks über Handwerk bis hin zu Hotelaufenthalten oder Kulturerlebnissen.
Inzwischen nutzen viele Gemeinden das Modell. In den letzten Jahren kamen auch digitale Belohnungen dazu. Shibuya bot bereits Spielwährung für Mobile Games wie Monster Strike und Kotodaman an.
Diese Final-Fantasy-14-Belohnungen gibt es
Für Final Fantasy 14 stehen sechs Sets aus Ingame-Gegenständen und kosmetischen Extras zur Wahl. Dazu gehören drei Kostümsets für jeweils 7.000 Yen, umgerechnet etwa 38 Euro.
- Magitek-Kostümset
- Educantus-Kostümset mit Rock
- Educantus-Kostümset mit Hose
- Vier Tanz-Emotes für 11.000 Yen, etwa 60 Euro
- Fünf Phiole Fantasia für 17.000 Yen, etwa 92 Euro
- Das Megashiba-Reittier für 9.000 Yen, etwa 49 Euro
Wichtig für Spieler außerhalb Japans: Die genannten Gegenstände sind nicht komplett exklusiv an das Steuermodell gebunden. Sie können auch im Online-Shop von Final Fantasy 14 gekauft werden.
Warum ausgerechnet ein riesiger Hund?
Das Megashiba-Reittier ist mehr als nur ein auffälliges kosmetisches Extra. Shibuya ist eng mit der Geschichte von Hachiko verbunden, dem Hund, der lange am Bahnhof Shibuya auf seinen Besitzer wartete. Vor dem Bahnhof steht eine Statue zu seinen Ehren.
Hachiko war zwar ein Akita und kein Shiba Inu. Trotzdem liegt die Verbindung nahe: Ein großes Hundereittier passt zu einem Bezirk, dessen bekanntestes Wahrzeichen für viele Menschen genau diese Hundestatue ist.
Auch die Collegiate-Outfits passen zum Bild von Shibuya. Der Stadtteil ist für Modegeschäfte, Live-Musikorte, Cafés und Nachtclubs bekannt und gilt als Zentrum der Jugendkultur in Tokio.
Ein kleiner Blick auf die Zukunft von Ingame-Boni
Spannend ist weniger, dass Final Fantasy 14 neue kosmetische Extras anbietet. Spannend ist der Rahmen. Hier werden Ingame-Gegenstände Teil eines öffentlichen Steuersystems.
Für Spieler in Deutschland bleibt das vorerst vor allem eine Kuriosität aus Japan. Für Square Enix und Shibuya ist es aber ein ziemlich klares Signal: Digitale Gegenstände sind längst nicht mehr nur Shop-Ware. Sie können auch als lokaler Anreiz funktionieren, wenn ein Spiel eine große und treue Community hat.
Über den Autor
Community-Managerin bei GoodGame.Ruhr und Expertin für Mobile Gaming und Casual Games. Sorgt dafür, dass unsere Community lebendig bleibt und organisiert regelmäßige Gaming-Events und Turniere.