TBH: Task Bar Hero ist gerade einer der auffälligsten Fälle auf Steam. Das kostenlose Idle-Spiel sitzt in der Taskleiste, lässt kleine Pixelhelden kämpfen und Beute sammeln und hat es in kürzester Zeit in die Spitzengruppe der meistgespielten Steam-Titel geschafft.
Der Haken ist ernst: Viele Spieler berichten von Problemen mit dem Anti-Cheat-System. Es soll harmlose Programme als verdächtig einstufen und in manchen Fällen zu Sperren geführt haben. Für ein Spiel, das nebenbei laufen soll, ist das ein harter Vorwurf.
Warum Task Bar Hero gerade so groß ist
TBH: Task Bar Hero wurde im vergangenen Monat kostenlos auf Steam veröffentlicht. Während der aktuellen Welle kam das Spiel laut vorliegenden Angaben auf fast eine halbe Million gleichzeitige Spielerinnen und Spieler. Damit lag es zeitweise auf Platz zwei der Steam-Charts, hinter Counter-Strike 2 und vor Dota 2.
Das Konzept erklärt einen Teil des Erfolgs. Task Bar Hero läuft nicht wie ein klassisches Vollbildspiel, sondern nistet sich in der Windows-Taskleiste ein. Dort ziehen kleine Figuren los, kämpfen gegen Gegner und sammeln Ausrüstung. Du kannst daneben arbeiten, surfen oder den PC einfach laufen lassen.
Ganz passiv ist das Spiel aber nicht. Wer möchte, greift ein, passt Ausrüstung an oder übernimmt direkter die Kontrolle. Gleichzeitig sammelt das Spiel auch dann Fortschritt und Loot, wenn man nicht ständig aktiv ist. Genau diese Mischung aus Nebenbei-Spiel und kleinen Eingriffen trifft offenbar einen Nerv.
Der Marktplatz macht die Sache brisant
Der wichtigste Grund für die Aufregung ist die Beute. Items aus Task Bar Hero können auf dem Steam-Marktplatz verkauft werden. Das Geld landet dann als Steam-Guthaben und kann für andere Käufe auf Steam genutzt werden.
Damit bekommt ein eigentlich simples Idle-Prinzip eine wirtschaftliche Seite. Wenn digitale Gegenstände echtes Geld wert sein können, entsteht sofort ein Anreiz für Manipulation. Genau deshalb setzt das Spiel trotz Einzelspieler-Fokus auf ein Anti-Cheat-System.
Berichten zufolge werden manche Gegenstände für wenige Cent oder ein paar Euro gehandelt. Einzelne seltene Angebote sollen aber deutlich höher liegen, teils im Bereich von mehreren Hundert Euro. In einem genannten Fall wurde ein Helm für rund 1.300 Euro angeboten. Ob solche Preise tatsächlich bezahlt werden, ist eine andere Frage. Ein Angebot ist noch kein Verkauf.
Spieler berichten von ungerechtfertigten Sperren
Die Kritik richtet sich vor allem gegen das Anti-Cheat-System. In negativen Steam-Bewertungen beschreiben Spielerinnen und Spieler, dass das System sehr aggressiv arbeite und Programme auf dem PC als verdächtig markiere. Laut diesen Berichten kann das zu Meldungen und Sperren führen.
Besonders heikel ist das, weil Steam-Sperren nicht nur ein kurzer Ärger im Spiel sind. Sie können im öffentlichen Steam-Profil sichtbar sein und den Ruf eines Kontos dauerhaft belasten. Bei einem Gratis-Idle-Spiel ist dieses Risiko für viele zu hoch.
Wichtig ist die Einordnung: Es handelt sich um Berichte aus der Community. Trotzdem sind sie zahlreich genug, um die Stimmung sichtbar zu kippen. Die Steam-Zustimmung liegt laut den vorliegenden Daten bei nur 46 Prozent, bei mehr als 28.000 Bewertungen. Für ein Spiel mit derart hohen Spielerzahlen ist das ein deutliches Warnsignal.
Auch Updates und Items sorgen für Frust
Die Sperrberichte sind nicht der einzige Kritikpunkt. Einige Spieler melden, dass Task Bar Hero nach aktuellen Updates nicht mehr startet. Andere beschreiben Probleme mit Items. In einem Fall sollen mehrere höherwertige Gegenstände kombiniert worden sein, ohne dass das erwartete legendäre Item entstand. Stattdessen seien die eingesetzten Gegenstände verschwunden.
Gerade bei Idle-Spielen ist so etwas ein schwerer Treffer. Viele dieser Spiele leben davon, dass man über lange Zeit kleine Fortschritte sammelt. Wenn seltene Beute verschwindet oder der Client nicht startet, bricht das Vertrauen schnell weg.
Was du jetzt beachten solltest
Wenn dich Task Bar Hero reizt, solltest du die Lage nüchtern betrachten. Das Spiel ist kostenlos und das Grundkonzept ist klar attraktiv. Nebenbei Beute sammeln, kleine Figuren aufleveln und vielleicht Items verkaufen, das klingt erst einmal harmlos.
Der mögliche Preis ist aber nicht nur verlorene Spielzeit. Wenn die Berichte zu Fehlalarmen stimmen, kann ein Testlauf unangenehme Folgen für dein Steam-Konto haben. Wer viel Wert auf sein Profil legt oder schon viel Geld in seiner Bibliothek stecken hat, sollte nicht blind installieren.
- Prüfe vor dem Start die aktuellen Steam-Bewertungen.
- Behalte im Blick, ob es neue Aussagen zu Anti-Cheat-Problemen gibt.
- Erwarte nicht, mit teuren Item-Angeboten automatisch Geld zu verdienen.
- Sei vorsichtig, wenn dir dein Steam-Profil besonders wichtig ist.
Ein Erfolg mit offenem Risiko
Task Bar Hero zeigt, wie schnell ein kleines Konzept auf Steam explodieren kann, wenn es Nebenbei-Spiel, Loot und Marktplatz verbindet. Gleichzeitig zeigt der Fall auch, wie empfindlich solche Systeme werden, sobald Echtgeldwerte im Spiel sind.
Für mich ist das im Moment kein normaler Hype, sondern ein Fall für Geduld. Die Idee ist stark genug, um die Spielerzahlen zu erklären. Die gemeldeten Sperren, Startprobleme und Item-Verluste sind aber zu ernst, um sie als übliches Launch-Rauschen abzutun.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
