Ein langjähriges Fanprojekt zu The Legend of Zelda: Ocarina of Time ist vorerst am Ende. Der YouTuber CryZENx hat seine inoffizielle PC-Neuauflage in der Unreal Engine eingestellt, an der er seit mindestens 2016 gearbeitet hatte.
Der Schritt kommt nicht nach einer bekannten Nintendo-Abmahnung, sondern vorsorglich. Nach der Ankündigung eines offiziellen Remakes für Switch 2 rechnet CryZENx offenbar mit deutlich mehr Aufmerksamkeit für sein eigenes Projekt. Und genau diese Aufmerksamkeit kann bei Nintendo-Fanprojekten schnell zum Problem werden.
Ein Fanprojekt mit langer Laufzeit
CryZENx dokumentierte die Arbeit an seiner Unreal-Engine-Version über Jahre hinweg in zahlreichen YouTube-Videos. Es gab sogar eine spielbare Demo. Dass das Projekt so lange öffentlich bestehen konnte, ist bemerkenswert, weil Nintendo ähnliche inoffizielle Projekte in der Vergangenheit gestoppt hat.
In einem Patreon-Update erklärte CryZENx, dass das Ocarina-of-Time-Projekt offiziell eingestellt werde. Er entschuldigte sich bei seinen Unterstützern und sprach davon, das Projekt lieber jetzt zu beenden, bevor es durch die neue Lage ernste Konsequenzen geben könnte.
Warum das offizielle Remake alles verändert
Der wichtigste Auslöser ist Nintendos eigenes Remake. Nach Leaks und Spekulationen wurde es während einer Nintendo Direct im Juni 2026 bestätigt. Ein erster Teaser zeigte den 3D-Grafikstil, nannte aber nur grob das Jahr 2026 als Veröffentlichungszeitraum.
Für CryZENx verschiebt sich damit die Lage. Wenn Nintendo selbst eine neue Version von Ocarina of Time vorbereitet, wirkt ein öffentliches Fan-Remake nicht mehr wie ein stilles Liebhaberprojekt am Rand. Es kann direkt neben dem offiziellen Produkt stehen. Genau dort steigt das Risiko, dass Videos, Downloads oder ganze Projektseiten verschwinden müssen.
Eine inzwischen entfernte Produktbeschreibung deutete darauf hin, dass Nintendos Remake wahrscheinlich nah am Original bleiben könnte. Auch das macht die Fanversion aus Sicht des Entwicklers weniger notwendig: Fans bekommen eine offizielle Neuauflage, auch wenn noch viele Details fehlen.
Patreon macht die Sache nicht einfacher
CryZENx verlangte laut den vorliegenden Informationen keinen direkten Kaufpreis für das Fan-Remake. Er betrieb aber einen Patreon-Account, über den Unterstützer Geld geben konnten. Für 4 Dollar pro Monat gab es Updates, Einblicke hinter die Kulissen und Downloads. Weitere Stufen gingen bis zu einer teuren Option mit privaten Discord-Anrufen.
Das ist ein wichtiger Punkt. Fanprojekte bewegen sich rechtlich ohnehin auf dünnem Eis, wenn sie fremde Marken und Figuren nutzen. Sobald Geld, Downloads und öffentliche Reichweite zusammenkommen, wird die Situation empfindlicher. Auch ohne Verkauf kann ein Rechteinhaber ein Projekt als Problem sehen.
Was als Nächstes passieren könnte
CryZENx überlegt offenbar, noch ein letztes Video mit Gameplay aus Kapitel 2 und 3 als Abschluss zu veröffentlichen. Gleichzeitig fragt er seine Community, welche Retro-Spiele künftig in der Unreal Engine gezeigt werden sollen. Genannt wurden unter anderem Twilight Princess, Minish Cap, Donkey Kong 64 und Metroid Prime Hunters.
Genau dort liegt der nächste Konflikt bereits nahe. Wenn wieder bekannte Nintendo-Marken im Mittelpunkt stehen, bleibt das Risiko bestehen. Für Fans solcher Projekte ist das bitter, aber nicht neu: Leidenschaft schützt nicht automatisch vor Markenrecht.
Für Ocarina of Time endet damit ein ungewöhnlich langes Fan-Experiment. Die Aufmerksamkeit wandert nun zur offiziellen Switch-2-Version. Dort muss Nintendo zeigen, wie viel vom Klassiker unangetastet bleibt und was 2026 wirklich neu wird.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
