Microsoft erhöht die Preise für Xbox-Konsolen in den USA zum 1. August deutlich. Betroffen sind Xbox Series S und Xbox Series X, je nach Modell steigt der Preis um 100 bis 150 US-Dollar. Das 2-TB-Modell nimmt Microsoft aus dem Sortiment.
Für Deutschland und Europa gibt es noch keine bestätigten neuen Euro-Preise. Trotzdem ist die Meldung wichtig, weil Konsolenpreise in dieser Generation nicht mehr wie früher automatisch fallen. Wer gerade mit einer Xbox liebäugelt, sollte die kommenden Wochen im Blick behalten.
Was sich in den USA ändert
Microsoft nennt für die USA folgende neue Preise:
- Xbox Series S 512 GB: von 399,99 auf 499,99 US-Dollar
- Xbox Series S 1 TB: von 449,99 auf 599,99 US-Dollar
- Xbox Series X 1 TB Digital: von 599,99 auf 749,99 US-Dollar
- Xbox Series X 1 TB: von 649,99 auf 799,99 US-Dollar
Das ist kein kleiner Aufschlag. Besonders hart trifft es die 1-TB-Modelle, die um 150 US-Dollar teurer werden. Die günstigere Series S rückt damit ebenfalls weiter weg von ihrer ursprünglichen Rolle als klarer Einstieg in die Xbox-Welt.
Warum Microsoft die Preise anhebt
Microsoft verweist auf eine anhaltende Krise bei Komponenten. Vor allem Speicher und Arbeitsspeicher seien für Konsolen stark teurer geworden. Laut Microsoft haben sich diese Kosten mehr als verzweieinhalbfacht. Bis Herbst 2027 rechnet das Unternehmen sogar mit einer weiteren Verdopplung.
Der Punkt ist für Konsolen besonders heikel. Hersteller verkaufen Hardware oft sehr knapp kalkuliert oder unter den Herstellungskosten. Das Modell funktioniert nur, wenn Spiele, Dienste und der Store später Geld einspielen. Wenn Bauteile dauerhaft teurer werden, gerät diese Rechnung unter Druck.
Was bedeutet das für Käufer in Deutschland?
Noch gibt es keine offizielle Ansage zu neuen Euro-Preisen. Deshalb wäre es falsch, die US-Preise eins zu eins als deutsche Preisliste zu behandeln. Klar ist aber: Wer ohnehin kaufen wollte, sollte aktuelle Angebote prüfen und nicht automatisch auf fallende Preise warten.
Zuletzt wurde die Xbox Series S mit 512 GB im Microsoft Store hierzulande für 350 Euro geführt. Ob und wann sich dieser Preis ändert, ist offen. Wichtig ist deshalb der Vergleich: Neuware, Bundles, gebrauchte Konsolen und generalüberholte Geräte können in den nächsten Monaten deutlich unterschiedlich attraktiv sein.
Microsoft setzt stärker auf Alternativen
Microsoft verweist neben den höheren Preisen auf Finanzierungsangebote, bei denen Zahlungen aufgeteilt werden können. Außerdem arbeitet das Unternehmen mit Händlern an gebrauchten Konsolen, die günstiger angeboten werden sollen.
Dazu kommen zertifizierte generalüberholte Konsolen in Microsoft Stores. Dort nennt Microsoft Preisnachlässe von bis zu 100 US-Dollar. Für Spielerinnen und Spieler kann das sinnvoll sein, wenn Garantie, Zustand und Preis stimmen. Blind kaufen sollte man solche Geräte aber nicht. Speichergröße, Lieferumfang und Rückgaberecht bleiben wichtig.
Die ganze Branche steht unter Druck
Microsoft ist mit dem Problem nicht allein. Auch Sony hat die Preise der PS5 bereits angehoben. Die PS5 liegt derzeit bei 649,99 Euro beziehungsweise US-Dollar, die PS5 Digital Edition bei 599,99 Euro beziehungsweise US-Dollar und die PS5 Pro bei 899,99 Euro beziehungsweise US-Dollar.
Nintendo hat ebenfalls eingeräumt, den Preis der Switch 2 etwas mehr als ein Jahr nach dem Start erhöhen zu wollen. Valve kämpft laut eigenen Angaben damit, die Steam Machine zum ursprünglich erhofften Preis auf den Markt zu bringen. Stattdessen steht ein Preis von 1.039 Euro im Raum.
Für den Herbst und Winter wird die Lage noch spannender. GTA 6 soll im November erscheinen und könnte die Nachfrage nach PS5 sowie Xbox Series X und S deutlich erhöhen. Wenn Hardware knapp oder teuer bleibt, wird das für späte Käufer unangenehm.
Xbox muss sein Hardware-Modell neu sortieren
Die Preiserhöhung passt zu einem größeren Umbau bei Xbox. Die neue Xbox-Chefin Asha Sharma sprach bereits von einem Neustart und davon, dass die Branche andere Geschäftsmodelle brauche. Sie verwies darauf, dass es schwer vorstellbar sei, dass ein Massenpublikum dauerhaft tausende Dollar für neue Konsolengenerationen zahlen kann.
Auch intern steht die Wirtschaftlichkeit stärker im Fokus. Microsofts Gaming-Sparte arbeitet laut einem Memo mit einer niedrigen Marge. Ohne Activision Blizzard King seien in fünf Jahren mehr als 20 Milliarden US-Dollar in Inhalte, Plattform und Hardware-Subventionen geflossen, während der Jahresumsatz in dieser Zeit um fast eine halbe Milliarde US-Dollar zurückging.
Für uns Spieler ist die kurze Version: Konsolen werden nicht mehr automatisch billiger, je länger eine Generation läuft. Wer eine Xbox Series X oder S kaufen will, sollte Preise aktiv beobachten, Angebote prüfen und bei gebrauchten oder generalüberholten Geräten sauber vergleichen. Die einfache Rechnung von früher gilt gerade nicht mehr.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
