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Minecraft: Notch kritisiert ESA wegen privater Server

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Private Server sind bei Minecraft kein Randthema. Sie sind seit Jahren ein Kern der Community. Genau deshalb sorgt eine Aussage der Electronic Software Association nun für Streit.

Bei einer Anhörung in Kalifornien ging es um den sogenannten Protect Our Games Act. Der Gesetzentwurf soll Publisher dazu bringen, Spiele nach dem Ende des Supports nicht komplett unspielbar werden zu lassen. Private Server wurden dabei als mögliche Lösung genannt. Die ESA stellte diese Idee in ein sehr kritisches Licht.

Was die ESA gesagt hat

In der Anhörung argumentierte ESA-Vertreterin Jennifer Gibbons, private Server seien im Fall von Minecraft nicht genehmigt, illegal und eine Form von Piraterie. Außerdem verglich sie solche Angebote mit einem Schwarzmarkt für Spiele.

Das ist bei Minecraft ein heikler Punkt. Denn Minecraft stellt Spielerinnen und Spielern offiziell Werkzeuge bereit, mit denen sie eigene Server erstellen können. Auf der offiziellen Seite gibt es zudem einen Server-Browser mit vielen angepassten Servern. Mojang fördert diese Seite des Spiels also aktiv.

Notch widerspricht deutlich

Markus „Notch“ Persson, der ursprüngliche Schöpfer von Minecraft, ist nicht mehr an der Reihe beteiligt. Trotzdem meldete er sich zu den Aussagen der ESA zu Wort.

Er kritisierte das Vorgehen der ESA scharf. Sinngemäß sagte er, er habe seine Arbeit nicht dafür geschaffen, dass sie gegen andere Menschen eingesetzt werde. Die Aussage der ESA bezeichnete er als Verhalten, das für ihn an Boshaftigkeit grenze.

Warum der Streit wichtig ist

Der Konflikt dreht sich nicht nur um Minecraft. Es geht um eine größere Frage: Was passiert mit Spielen, wenn offizielle Server abgeschaltet werden?

Der von Stop Killing Games unterstützte Gesetzentwurf will erreichen, dass Spiele nach dem Ende des Supports weiter in irgendeiner Form nutzbar bleiben. Gerade Live-Service-Spiele hängen oft an Servern. Wenn diese verschwinden, kann ein Spiel praktisch verschwinden.

Private Server können eine Antwort darauf sein. Sie können aber auch rechtliche und sicherheitsbezogene Fragen aufwerfen. Genau darauf verweist die ESA in einer späteren Stellungnahme. Dort heißt es, private Server könnten Rechte an geschützten Inhalten verletzen, wenn sie ohne Erlaubnis Inhalte hosten oder verbreiten. Außerdem gebe es dort keine Aufsicht durch den Publisher und damit nicht zwingend dieselben Sicherheitsstandards.

Minecraft passt nicht sauber in dieses Argument

Die vorsichtigere Stellungnahme der ESA ist allgemeiner formuliert. Sie spricht von privaten Servern, die geschützte Inhalte ohne Genehmigung verbreiten. Das ist rechtlich ein anderer Punkt als die pauschale Behauptung, private Minecraft-Server seien illegal.

Für Minecraft wirkt diese Linie besonders problematisch, weil das Spiel eigene Server seit langer Zeit als Teil seiner Kultur trägt. Viele Welten, Minispiele und Community-Projekte leben genau davon.

Der Streit zeigt, wie schnell eine Debatte über Spieleerhalt unscharf wird. Publisher wollen ihre Rechte schützen. Spielerinnen und Spieler wollen vermeiden, dass gekaufte oder geliebte Spiele verschwinden. Minecraft ist hier ein starkes Beispiel, weil private Server nicht gegen das Spiel arbeiten, sondern zu seiner Geschichte gehören.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.