Worum ging es von Beginn an?
Es ist kurz nach Aloys Sieg in Zero Dawn. Eine rätselhafte Seuche breitet sich erneut aus, und die KI Sylens, von der man dachte, sie wäre passé, taucht im „Verbotenen Westen“ auf – Las Vegas, San Francisco & Co. sind wieder von Naturwuchs, Sandstürmen und alten Technologien geprägt. Meine Mission: die Quelle der Seuche aufspüren – aber vor allem: die Welt retten. Ganz klar spürt man sofort, dass die Gefahr diesmal viel persönlicher wirkt.
Eine riesige, lebende Spielwelt
Was mich sofort überwältigt hat, war das neue Reisen: Kletternetze/Gleiter und Tauchen ermöglichen Zugang zu verborgenen Orten wie Ruinen unter Wasser oder hochgelegenen Gipfeln mit Ausblick über die Wüsten. Die Welt ist atemberaubend tier‑ und pflanzenreich, verströmt in jedem Abschnitt eine eigene Atmosphäre – von brennender Sonne über verfallene San‑Francisco-Skylines bis zu graubraunen Einöden. Ich konnte mich kaum sattsehen.
Kämpfen mit System
Meine Jagdwaffen vor Augen: Bogen, Bolzenschießer, Stolperfallen und Co. Das Fokus-Analyse-Tool zeigt mir elektronisch, wo bei einem Maschinen-Raptor die Anfälligkeit für Eis oder Feuer liegt – und bei Stämmen die schwache Panzerung oder Gliederung. Mit entsprechendem Elementarbogen und gezieltem Treffer zerlege ich einen Thunderjaw geradezu in seine Module – unglaublich befriedigend. Davon abgesehen sind die meisten Nebenquests liebevoll geschrieben und motivierend genug, um sich freiwillig ganz auf die Welt einzulassen – weit über die etwa 30–40 Stunden Hauptstory hinaus.
PC‑Portierung auf allerhöchstem Niveau
Ich habe Forbidden West auf meinem Gaming‑PC getestet (Steam-Version inklusive Burning Shores-DLC); die Portierungsfirma Nixxes hat ganze Arbeit geleistet. Die Menüs bieten beeindruckend viele Optionen:
- Unterstützung für DLSS, AMD FSR und selbst Intels XeSS.
- Adaptive Frame Generation auf Nvidia RTX 4000.
- Kein integrierter FPS-Limiter – man muss stattdessen GPU-Tooling nutzen.
- Der DualSense-Controller wird mit adaptiven Triggern und Haptik unterstützt – ich käme damit fast in Versuchung, die PS5 dafür auszumotten.
Am PC habe ich das Spiel mit Maus und Tastatur gespielt – eine Eingabe, die dank individueller Tastenbelegung präzise und sehr komfortabel ist.
Trotz anfänglicher Problemchen wie vereinzelt fehlender Texturen oder gelegentlichem Frame‑Pacing wurden diese mit Patch 1.03 weitgehend behoben und meinem Spielspaß tat das keinen Abbruch.
Spielen auf dem Steam Deck? Ja, das geht!
Es ist beeindruckend: Forbidden West lief auf meinem Steam Deck OLED überraschend flüssig – trotz drastisch reduzierter Grafik. Standard-Konfiguration mit FSR 2.2 (balanced), herunterskalierte Auflösung (~1280×800) und mittlere/geringe Schatten- und Detailqualität reichten für stabile 30 FPS. Die originalen Nixxes-Controller-Profile (inkl. Gyroskop-Unterstützung) sind Gold wert. Da die Spielmechaniken quasi nicht angepasst wurden, war das Erlebnis mit ein bisschen Anpassung kaum schlechter als am Desktop.
Auf der PS5: Wahl zwischen Look und Speed
Wer auf einer PS5 spielt, hat die Wahl zwischen Grafikmodus (4K@30 FPS) und Performance‑Modus (60 FPS). Ich empfehle bei schnellen Kämpfen klar ersteres – die abing haptische Rückmeldung und adaptiven Trigger des DualSense sorgen für immersive Trefferwirkung und mehr Feedback beim Nachladen und Blocken.
Die Geschichte: episch – aber etwas weniger mysteriös
Die Handlung bietet viele emotionale Momente und interessante Figuren – trotzdem kommt das „große Geheimnis“ aus Teil 1 nicht ganz ins Rollen. Es verselbstständigt sich eher als technisches „Fetch-Quest“, statt als düsteres Macht-Rätselgefühl. Die Bedrohung wirkt greifbar, aber nicht mehr dunkel‑mystisch; das Ende schließlich ist visuell episch, aber in der Dramaturgie kaum überraschend. Trotzdem sieht man hohe Ambitionen – nur selten wirklich umgesetzt.
Für jede Zielgruppe zugänglich
Die Einstellungen für Barrierefreiheit sind vorbildlich: vom adaptiven Schwierigkeitsgrad (inklusive „Story“-Modus), über automatische Heilung, permanente Anzeige von Klettermarkierungen bis hin zum Co‑Pilot-Modus, bei dem ein zweiter Controller gestützt eingreifen kann – unglaublich inklusiv. Das hat mir besonders gefallen, weil es jeden Zugang zur Geschichte erlaubt.
Am Ende bleibt: ein großes, vielfältiges Abenteuer
Ich sehe Horizon Forbidden West als konsequente und solide Erweiterung des ersten Teils: jede Ecke steckt voller Feedback und Abwechslung. Die Entdeckungsfreude, die Spielwelt und das Kampfsystem stehen für mich klar im Mittelpunkt. Story und Inszenierung sind emotional, jedoch nicht so fesselnd wie bei Zero Dawn. Was ich an kritischer Hardware-Leistung oder PC-Optimierung bemängeln könnte, spiegelt sich nur im Anfängerstadium wider – schon ein kleiner Patch schiebt die Bühne in fast perfektes Licht. Insgesamt: ein großes Open‑World-Abenteuer, besonders empfehlenswert für Fans von Exploration und Struktur + Vielseitigkeit.
Über den Autor
Community-Managerin bei GoodGame.Ruhr und Expertin für Mobile Gaming und Casual Games. Sorgt dafür, dass unsere Community lebendig bleibt und organisiert regelmäßige Gaming-Events und Turniere.