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Demon’s Souls: Prototyp zeigte Ego-Perspektive

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Ein frühes Konzept von Demon’s Souls sah offenbar deutlich anders aus als das Spiel, das später bekannt wurde. Neu aufgetauchtes Material aus einer Präsentation von 2007 zeigt unter anderem eine auswählbare Ego-Perspektive für Kämpfe.

Veröffentlicht wurden Gameplay-Aufnahmen, Bilder und Präsentationsfolien am 7. August von Lance McDonald. Das Material stammt von der Gameshare 4, einer internen Sony-Veranstaltung, bei der Teams ihre Projekte vorstellten und Rückmeldungen zum Entwicklungsstand erhielten.

Eine Kamera, die das Spiel verändert hätte

Im gezeigten Prototyp konnten Spielende Gegner auch aus der Ich-Perspektive angreifen. Das wäre für Demon’s Souls ein spürbarer Unterschied gewesen: Distanz, Übersicht und Timing fühlen sich mit einer Kamera direkt hinter den Augen grundsätzlich anders an als in der späteren Ansicht aus der dritten Person.

Auch der Third-Person-Modus war noch nicht auf dem bekannten Stand. Die Kamera folgte der Blickrichtung fest, während der linke Stick für Ausweichbewegungen zur Seite und Schritte rückwärts vorgesehen war. McDonald verweist dabei auf eine bewusst ähnliche Steuerungslogik wie bei The Elder Scrolls 4: Oblivion.

Die letztliche Fassung setzte stattdessen auf eine frei drehbare Kamera und optionales Anvisieren. Gerade in engen Bereichen und im Kampf gegen mehrere Gegner ist das eine Entscheidung, die gut zum späteren Charakter des Spiels passt.

Frühe Ideen blieben zurück

Die Folien trugen bereits den Arbeitstitel Demon’s Souls, der laut Material bis zur Veröffentlichung erhalten blieb. Inhaltlich war die Richtung ebenfalls erkennbar: verfallene Burgen, Ödlande und verfluchte Orte, bevölkert von Feinden, Mutanten und Kreaturen.

Nicht alles aus dem Prototyp wurde übernommen. Zu sehen waren etwa Wesen mit Schlangenköpfen und ein Krokodil. Die Schlangenköpfe erinnern im Rückblick an Gegnerideen, die später in Dark Souls, etwa in Sens Festung, auftauchten. Das Geistersystem dagegen blieb erhalten und wurde auch in weiteren Souls-Spielen genutzt.

Eine Folie mit fragwürdigem MMO-Klischee

Eine Präsentationsfolie fällt aus einem anderen Grund auf. Japan Studio PD#3 nutzte einen Screenshot aus der South-Park-Folge „Make Love, Not Warcraft“. Das Bild sollte offenbar ein stereotypisches Klischee über MMORPG-Spielende darstellen.

Die Folie stand im Zusammenhang mit dem Versuch, Offline- und Online-Rollenspiel-Elemente zu verbinden. Rückblickend wirkt diese Referenz vor allem wie ein sehr zeitgebundenes Detail aus einer internen Entwicklungspräsentation. Interessanter ist die dahinterliegende Absicht: Demon’s Souls sollte kein klassisches Online-Rollenspiel werden, aber dennoch Begegnungen und Spuren anderer Spielender in seine Welt einbauen.

Warum solche Funde wichtig sind

Prototypen sind keine verlorenen besseren Versionen. Sie zeigen vielmehr, welche Fragen ein Team während der Entwicklung beantworten musste. Bei Demon’s Souls betrifft das vor allem die Kamera und damit die Lesbarkeit von Kämpfen und Räumen.

Das neue Material macht sichtbar, dass zentrale Merkmale des Spiels nicht von Beginn an feststanden. Die verworfene Ego-Perspektive, die feste Kamera und die gestrichenen Gegner sind deshalb ein seltener Blick auf einen Entwicklungsweg, der schließlich zu einer sehr anderen, aber klarer fokussierten Form führte.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.