Stop Killing Games hat sich öffentlich von der Gruppe distanziert, die hinter einem mutmaßlichen Leak zu Grand Theft Auto 6 stehen soll. Auslöser sind zwei online aufgetauchte Videos mit angeblichem Gameplay sowie ein Bild einer angeblich vollständigen Karte.
Das Material ist nicht bestätigt. Die Dateien tragen laut Berichten aber Werbung für eine Kryptowährung und eine Website, die einer Gruppe namens CyberLeek zugeschrieben wird. Stop Killing Games fordert Spielende deshalb ausdrücklich dazu auf, dieser Gruppe kein Geld zu schicken.
Kein gemeinsames Anliegen
CyberLeek verbindet die mutmaßliche Aktion mit Forderungen an Rockstar Games und weitere Publisher. Im zugehörigen Manifest wird auch The Crew genannt, dessen Abschaltung ein zentraler Anlass für die Gründung von Stop Killing Games war. Die Gruppe droht darin weiteren großen Unternehmen mit ähnlichen Aktionen.
Genau diese Verbindung weist die Verbraucherinitiative zurück. Ihr Anliegen ist, dass gekaufte Spiele nach dem Ende ihres kommerziellen Betriebs nicht vollständig unspielbar werden. Dafür fordert sie politische und rechtliche Lösungen sowie verlässliche Möglichkeiten für die Zeit nach Server-Abschaltungen. Leaks, Drohungen und Angriffe auf Unternehmen gehören ausdrücklich nicht zu diesem Ansatz.
Warum die Abgrenzung wichtig ist
Ein Vertreter von Stop Killing Games begründete die Stellungnahme mit den politischen Folgen einer möglichen Nähe zu den Leaks. Bei Gesprächen in Parlamenten werde genau geprüft, mit wem eine Initiative verbunden wird. Die Bewegung will verhindern, dass mögliche Leaker künftig als Teil ihrer Kampagne dargestellt werden.
Das ist nachvollziehbar. Wer bessere Regeln für digitale Spiele erreichen will, braucht Vertrauen bei Spielerinnen und Spielern, Verbraucherschutzorganisationen und politischen Entscheidungsträgern. Ein mutmaßlicher Hack mit Werbung für einen Memecoin würde dieses Ziel nicht stärken, sondern die Debatte vom eigentlichen Problem wegziehen.
Der Streit um digitale Spiele bleibt bestehen
Die Diskussion über Besitz und Nutzungsrechte bei Games geht unabhängig von diesem Fall weiter. Stop Killing Games entstand 2024, nachdem Ubisoft die Server von The Crew abgeschaltet hatte und das Spiel dadurch nicht mehr nutzbar war.
Im Juni erhielt die Kampagne einen Dämpfer: Die Europäische Kommission erklärte, wegen bestehender Rechte an geistigem Eigentum keine Pflicht vorschlagen zu können, Spiele nach ihrem kommerziellen Ende spielbar zu halten. Zugleich stellte sie Gespräche zwischen Industrie und Verbrauchervertretungen über einen Verhaltenskodex zum Umgang mit dem Lebensende von Spielen in Aussicht.
Für die Initiative ist die aktuelle Distanzierung daher mehr als Krisenkommunikation. Sie schützt eine Debatte, die auch ohne angebliche GTA-6-Dateien dringend bleibt: Was genau kaufen wir bei einem digitalen Spiel, und welche Rechte behalten wir, wenn Server, Shops oder Lizenzen verschwinden?
Auch die Echtheit bleibt offen
Ob die GTA-6-Aufnahmen und das Kartenbild echt sind, ist weiterhin unklar. Rockstar und Take-Two sollen gegen Uploads in sozialen Netzwerken vorgehen. Das allein bestätigt die Authentizität der Dateien nicht.
Grand Theft Auto 6 war bereits mehrfach von Leaks betroffen, darunter umfangreiches Material aus einer frühen Version im Jahr 2022 und ein vorzeitig veröffentlichter Trailer im Dezember 2023. Gerade deshalb sollten Fans die neuen Clips nicht als gesicherte Informationen behandeln und dubiose Krypto-Angebote meiden.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
