Redfall bekam seinen letzten großen Patch erst, nachdem Arkane Austin geschlossen worden war. Laut Harvey Smith war Version 1.4 bereits weit vorbereitet, als das Team im Mai 2024 seine Arbeitsplätze verlor.
Der frühere Creative Director wollte den Stand nicht einfach liegen lassen. Er habe Microsoft darum gebeten, den Patch trotz der Schließung veröffentlichen zu dürfen. Dafür mussten mehrere ehemalige Beschäftigte erst wieder Zugang zum Studio erhalten.
Ein Patch als letzter Abschluss
Smith beschreibt Version 1.4 als Ergebnis eines langen Aufräumprozesses. Nach dem schlechten Start des Vampir-Shooters habe das Team rund ein Jahr lang weitergearbeitet und dabei Tausende Fehler behoben.
Die Freigabe war offenbar keine Selbstverständlichkeit. Sechs oder sieben frühere Teammitglieder hätten Unterlagen unterschreiben müssen, um noch einmal in das Gebäude zu dürfen. Erst danach konnte der Patch veröffentlicht werden.
Smith hält 1.4 für einen deutlich besseren Stand des Spiels. Seine Einschätzung bleibt dabei nüchtern: Der Patch hätte Redfall auch zum Start nicht plötzlich zum großen Erfolg gemacht. Viele der größten Probleme und Ärgernisse wären für Spielende aber früher verschwunden.
Redfall passte nicht zu Arkanes Stärke
Für Arkane Austin war Redfall ein Bruch mit den Spielen, für die das Studio bekannt war. Das Team hatte zuvor unter anderem an Prey sowie an Dishonored gearbeitet. Redfall setzte dagegen auf einen First-Person-Shooter mit Vampiren, Charakterklassen, Tag-und-Nacht-Mechaniken und Elementen eines dauerhaft erweiterten Online-Spiels.
Smith ordnet das Projekt heute auch als Folge eines Branchentrends ein. Der Versuch, vertraute Arkane-Ideen mit einem Games-as-a-Service-Modell zu verbinden, sei schwieriger geworden als erwartet. Zusätzlich fiel die Entwicklung in die Zeit der COVID-Pandemie.
Die Diskussion um Arkane geht weiter
Die Geschichte zeigt vor allem, wie unfertig sich eine Studioschließung für die beteiligten Teams anfühlen kann. Selbst nach den Kündigungen gab es bei Arkane Austin noch Arbeit, die aus Sicht der Entwickler wichtig für die Käufer von Redfall war.
Parallel steht laut den vorliegenden Informationen auch Arkane Lyon vor einer unsicheren Zukunft. Das Studio arbeitet an Marvel’s Blade und soll im Rahmen eines Xbox-Umbaus verkauft werden. Was das konkret für das Team und sein Projekt bedeutet, ist bislang offen.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
