Die jüngsten angeblichen Leaks zu Grand Theft Auto 6 sind nicht nur wegen der gezeigten Videos und einer Kartenaufnahme umstritten. Im Zentrum steht auch ein Memecoin namens $CYBERLEEK, der direkt mit dem Pseudonym CyberLeek und einer Plattform für die Veröffentlichungen verbunden wurde.
Eine von einem GTAForums-Mitglied veröffentlichte Analyse zeichnet ein mögliches Bild: Die Leaks könnten vor allem Aufmerksamkeit erzeugen, damit mehr Menschen mit dem Token handeln. Ob die gezeigten Inhalte tatsächlich aus GTA 6 stammen und wer dahintersteckt, ist weiterhin nicht bestätigt.
Abstimmungen offenbar nur gegen Token
Innerhalb von drei Tagen erschienen fünf angebliche Gameplay-Clips sowie ein Bild der vollständigen Spielkarte. Jeder Clip bewarb laut den vorliegenden Informationen den gleichnamigen Memecoin und verwies auf eine Krypto-Plattform.
Besonders problematisch wirkt eine Abstimmung über den nächsten Clip. Wer teilnehmen wollte, sollte dafür Memecoins senden. Damit wäre die Aufmerksamkeit rund um mögliche GTA-6-Inhalte direkt an finanzielle Transaktionen gekoppelt worden.
Forensische Analyse verfolgt Geldfluss
Der Nutzer Vice Cit untersuchte öffentlich verfügbare Spuren rund um den Token. Nach seiner Darstellung führen Verbindungen zwischen Website, Wallet, der Finanzierung des Coins und einem für Uploads genutzten Schlüssel zu einer zentralen Wallet-Adresse.
Die Analyse führt anschließend zu KuCoin. Vice Cit argumentiert, dass Ermittlungsbehörden bei einer offiziellen Anfrage möglicherweise Transaktionsdaten und Angaben zum Kontoinhaber erhalten könnten, weil die Börse eine Identitätsprüfung verlangt. Das ist kein Beweis für eine Identität, sondern beschreibt einen möglichen Ermittlungsweg.
Hohe Einnahmen sind nur eine Schätzung
Vice Cit schätzt die anfänglichen Kosten für Coin und Website auf rund 29.000 US-Dollar. Laut seiner Rechnung könnten diese Ausgaben bereits am ersten Tag wieder eingespielt worden sein. Auch die genannten Einnahmen aus Handelsgebühren von 40.000 bis 60.000 US-Dollar sowie ein tägliches Handelsvolumen von etwa 2,1 Millionen US-Dollar stammen aus dieser Community-Analyse und sind nicht unabhängig bestätigt.
Der entscheidende Vorwurf lautet daher: Neue Clips würden nicht zwingend wegen einer politischen Botschaft gestaffelt veröffentlicht, sondern um das Interesse am Token und damit die Gebühreneinnahmen möglichst lange hochzuhalten.
Spielerrechte als Begründung, Geld als möglicher Antrieb
Auf der Leak-Seite wurden Kritik an rein digitalen Veröffentlichungen und der Umgang mit Spielen wie The Crew als Begründung angeführt. Online überwiegt dennoch die Skepsis. Der Verweis auf Verbraucherrechte könnte auch dazu gedient haben, dem Projekt Rückhalt zu verschaffen.
Für GTA-Fans gilt deshalb: Angebliche Leaks, Memecoins und bezahlte Abstimmungen sollte man strikt trennen. Wer wegen eines Clips oder einer versprochenen Enthüllung Tokens kauft, unterstützt im Zweifel ein hochriskantes Spekulationsmodell. Weder Rockstar Games noch Take-Two hatten sich zum beschriebenen Vorgang geäußert.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
