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GTA-6-Leaks: Ex-Rockstar-Entwickler sieht keinen Verkaufsbruch

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Die jüngsten GTA-6-Leaks sorgen laut den vorliegenden Berichten bei Take-Two und Rockstar für erheblichen Druck. Innerhalb von sechs Tagen sollen zehn Gameplay-Videos sowie ein Bild der vollständigen Karte veröffentlicht worden sein. Der frühere technische Direktor von Rockstar North, Obbe Vermeij, rechnet trotzdem nicht damit, dass das den langfristigen Erfolg des Spiels ernsthaft gefährdet.

Seine zentrale Einschätzung: Ein Teil des Materials ist zwar vor dem geplanten offiziellen Auftritt bekannt geworden, erreicht aber längst nicht alle künftigen Käuferinnen und Käufer. Viele Menschen suchten nicht aktiv nach Ausschnitten und wollten gerade bei einem Spiel dieser Größe keine Spoiler sehen.

Take-Two verfolgt die Verantwortlichen

Der Account CyberLeek soll hinter den Veröffentlichungen stehen. Take-Two geht laut Bericht rechtlich gegen Plattformen und Dienste vor, um die verantwortliche Person oder Gruppe zu identifizieren. Gleichzeitig soll der Account weitere Veröffentlichungen ankündigen und eine durch Kryptowährung finanzierte Abstimmung über das nächste Video veranstalten.

Besonders ungünstig ist der Zeitpunkt: Noch in dieser Woche soll GTA 6 bei einer zeitlich begrenzten Netflix-Präsentation erstmals offiziell ausführlich gezeigt werden. Rockstar will diesen Termin dem Bericht zufolge nicht verschieben. Intern sollen die Ereignisse dennoch Frust ausgelöst haben, auch weil die Ursache der Sicherheitslücke weiter unklar sei.

Warum Vermeij auf Hot Coffee verweist

Vermeij war von 1995 bis 2009 bei Rockstar North tätig. Er vergleicht die aktuelle Lage mit dem Hot-Coffee-Skandal rund um Grand Theft Auto: San Andreas aus dem Jahr 2005. Damals wurde versteckter, explizit sexueller Inhalt über eine Modifikation zugänglich. Die Folgen waren massiv: Das Spiel musste in den USA zeitweise aus dem Handel, wurde vorübergehend nur mit einer Erwachsenenfreigabe verkauft und verursachte laut Vermeij Kosten in Millionenhöhe.

Für ihn liegt der Unterschied auf der Hand. Hot Coffee hatte direkte Auswirkungen auf Handel, Altersfreigabe und Unternehmensführung. Die aktuellen Veröffentlichungen seien dagegen vor allem vorgezogene Ausschnitte aus einem ohnehin extrem erwarteten Spiel.

Spoiler bleiben das größere Risiko

Ganz folgenlos sind die Leaks damit nicht. Bisher sollen keine handlungsrelevanten Zwischensequenzen veröffentlicht worden sein. Falls das passiert, wäre das für Fans und das Team ärgerlich. Vermeij glaubt aber auch dann nicht, dass viele Spielerinnen und Spieler deshalb auf GTA 6 verzichten würden.

Zusätzlich wird spekuliert, ob die gezeigten Szenen von einer lauffähigen Fassung stammen. Vermeij hält in diesem Fall ein Entwicklungsgerät für wahrscheinlicher als eine Version für handelsübliche Konsolen. Solche Devkits verfügen nach seiner Einschätzung über mehr Speicher.

Schaden für die Arbeit hinter dem Spiel

Die Verkaufsprognose ist nur ein Teil der Geschichte. Selbst wenn das Interesse an GTA 6 durch die Leaks kaum sinkt, bleibt es eine Sicherheitslücke in einem Projekt, an dem Teams über Jahre arbeiten. Dazu kommt die Gefahr, dass geplante Enthüllungen weniger Wirkung haben, wenn Teile des Materials schon vorher kursieren.

Für Fans ist die praktische Konsequenz einfach: Wer unvoreingenommen in GTA 6 starten möchte, sollte in den nächsten Tagen vorsichtig mit Clips, Suchbegriffen und Kommentarspalten umgehen. Ob die Veröffentlichungen den Start wirklich messbar treffen, lässt sich vor dem Release nicht belastbar beurteilen.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.