GTA 6 sorgt schon mit kleinen Bilddetails für Diskussionen. Aktuell steht vor allem die Darstellung von Haaren im Fokus: Fans analysieren Bewegungen, Licht und die feinen Strähnen der Figuren aus dem gezeigten Material.
Der Hype ist nachvollziehbar. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf Dragon Age: The Veilguard. BioWares Rollenspiel hatte bei diesem Detail einen Ansatz, der technisch weiterhin bemerkenswert ist.
Dragon Age setzte auf einzelne Haare
Für The Veilguard wurde in der Frostbite-Engine nicht nur eine geschlossene Haarmasse bewegt. Das System kann laut den bekannten Angaben bis zu 50.000 einzelne Haare pro Figur darstellen. Diese können Licht reflektieren und sich separat bewegen.
Das liegt zwar unter den geschätzt 80.000 bis 100.000 Haaren eines Menschen, ist für ein Spielmodell aber ein hoher Aufwand. Gerade lange Frisuren profitieren davon, weil sie weniger wie ein starrer Block wirken sollen.
Clipping bleibt die schwierige Stelle
Gute Haare brauchen nicht nur viele Details, sondern auch saubere Kollisionen. Wenn lange Strähnen durch Körper oder Rüstung rutschen, fällt das sofort auf. Bei der Entwicklung von The Veilguard galt genau dieses Clipping als große technische Hürde.
Fehler können bei solchen Simulationen weit mehr auslösen als einen kleinen Grafikpatzer. In den bekannten Erläuterungen wurde etwa beschrieben, dass festhängende Haare Kollisionen weitergeben und Figuren im Extremfall unkontrolliert wegschleudern könnten.
Was das für GTA 6 bedeutet
Auch das bisher gezeigte Material zu GTA 6 vermittelt den Eindruck deutlich feinerer Haarbewegungen als noch GTA 5. Im Vorgänger bestanden Ingame-Frisuren im Kern aus wesentlich gröberen, blockartig wirkenden Elementen. Für GTA 6 scheinen kleine Strähnen einzeln animiert zu werden.
Welche Technik Rockstar genau nutzt, ist anhand des gezeigten Materials aber nicht bestätigt. Auch die Diskussion um mögliche Verzögerungen lässt sich nicht allein mit einem Haarsystem erklären. Sicher ist nur: Haaranimation ist längst kein unwichtiges Nebendetail mehr. Sie entscheidet mit darüber, ob Figuren in Nahaufnahmen glaubwürdig wirken oder sofort künstlich aussehen.
Ein sinnvoller Vergleich statt eines Rankings
GTA 6 muss nicht in jeder Einzeldisziplin den neuen Bestwert setzen, um visuell stark zu wirken. Dragon Age: The Veilguard zeigt vielmehr, wie viel Entwicklungsarbeit in einem Bereich stecken kann, den Spiele lange eher nebenbei behandelt haben.
Für Spieler ist das eine gute Entwicklung. Wenn große Produktionen bei Haaren, Stoffen und anderen kleinen Bewegungen genauer werden, profitieren am Ende auch Szenen, in denen keine Explosion und kein Kameratrick von technischen Schwächen ablenken.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
