Das Spiel „Build the Wall“ ist von der US-Regierungsseite Arcade.Gov verschwunden. Der Titel war erst in der Vorwoche gemeinsam mit vier weiteren Spielen veröffentlicht worden und sollte offenbar Spielerinnen und Spieler in den USA ansprechen.
Eine offizielle Begründung für die Entfernung gibt es nicht. Die übrigen vier zeitgleich gestarteten Spiele sind weiterhin auf der Seite verfügbar.
Kritik am Thema und an der Spielmechanik
„Build the Wall“ nutzte ein Spielprinzip, das klar an Tetris erinnerte, setzte es aber in einen politischen Rahmen. Spielerinnen und Spieler sollten eine Grenze gegen eine heranstürmende Horde schützen. Viele Reaktionen werteten das nicht als Unterhaltung, sondern als gezielte Provokation.
Auch spielerisch fiel der Titel negativ auf. Vollständige Reihen wurden offenbar nicht entfernt. Stattdessen füllten fallende Blöcke weiter die Lücken, bis der Bildschirm voll war und zwangsläufig „Game Over“ erschien. Ein regulärer Sieg schien damit nicht möglich zu sein.
Tetris Company reagiert öffentlich
Nach dem Start von Arcade.Gov verwies die Werbung für die Seite in sozialen Netzwerken auf bekannte Spielefirmen, darunter Nintendo und Sega. Das löste schnell Kritik aus. Kurz darauf meldete sich auch die Tetris Company zu Wort.
Das Unternehmen betonte, Tetris solle Menschen über Generationen und Kulturen hinweg verbinden. Zugleich stellte es klar, dass es nicht an der Entwicklung von „Build the Wall“ beteiligt war und Urheberrechtsverletzungen ernst nehme.
In einer weiteren Stellungnahme verwies die Tetris Company auf das zentrale Prinzip von Tetris: Steine werden so angeordnet, dass Reihen verschwinden. Genau dieser Kern fehlte bei „Build the Wall“ offenbar. Ob rechtliche Schritte geprüft oder eingeleitet wurden, ist nicht bekannt.
Entfernung lässt Fragen offen
Dass der Titel so schnell nicht mehr erreichbar ist, beendet die Debatte nicht. Unklar bleibt, ob die Entfernung mit der Kritik am Inhalt, mit der auffälligen Nähe zu Tetris oder mit einem anderen Grund zusammenhängt. Fest steht nur: Ein Spiel, das auf politische Zuspitzung setzt und sein eigenes Regelwerk kaum trägt, war für Arcade.Gov keine besonders lange Visitenkarte.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
