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Ocarina of Time: Puppenlook des Remakes spaltet Fans

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Das Ocarina-of-Time-Remake hat nach den Gameplay-Szenen aus dem Zelda Direct sofort eine alte Diskussion neu entfacht: Wie weit darf ein Remake den Look eines Klassikers verändern? Während viele Fans die Rückkehr nach Hyrule feiern, stoßen vor allem Links neue Gesichtszüge auf Kritik.

Der auffällige Stil könnte bewusst an Puppen erinnern. Takaya Imamura, langjähriger Nintendo-Mitarbeiter und einst Art Director von The Legend of Zelda: Majora’s Mask, brachte diese Lesart in einem Beitrag auf X ins Spiel. Eine Bestätigung für eine konkrete Vorgabe von Shigeru Miyamoto gibt es allerdings nicht.

Große Augen, markante Gesichter

Die neuen Figuren fallen durch große, künstlich wirkende Augen und deutlich geformte Nasen auf. Genau das sorgt für geteilte Reaktionen. Manche sehen darin einen verspielten, nostalgischen Look, der zum N64-Original von 1998 passen könnte. Andere vermissen die vertrautere Wirkung des bisherigen Link-Designs.

Imamura vermutet als mögliche Inspiration das japanische Puppentheater, auf Japanisch Ningyogeki. Er stellte später klar, dass es sich dabei um seine eigene Spekulation handelt. Seine Einschätzung hat dennoch Gewicht: Er arbeitete mehr als 30 Jahre bei Nintendo und war eng mit dem visuellen Stil von Nintendo-Reihen verbunden.

Ein Stil mit Nintendo-Vergangenheit

Miyamotos Interesse an Marionetten ist seit Langem bekannt. Reggie Fils-Aimé berichtete im Zusammenhang mit Nintendos E3-Auftritt 2015, Miyamoto habe in seiner Jugend selbst Puppen gebaut. Nintendo setzte damals gemeinsam mit der Jim-Henson-Company Puppenversionen von Miyamoto, Fils-Aimé und Satoru Iwata ein.

Auch bei Star Fox liegen Vergleiche nahe. Die Figuren erinnern seit jeher an Muppets, und bereits die Werbekampagne zum ersten Serienteil von 1993 arbeitete mit Puppen. Ein bewusst künstlicher, handgemachter Eindruck wäre für Nintendo also kein fremder Gedanke.

Vergleiche reichen von TV-Puppen bis Dark Crystal

In der Diskussion werden besonders japanische Puppenproduktionen als mögliche optische Bezugspunkte genannt. Dazu zählen NHKs Die neuen drei Musketiere aus den Jahren 2009 und 2010 sowie die Puppenversion von Sherlock Holmes von 2014. Andere Fans fühlen sich durch die Augen und Gesichtszüge an The Dark Crystal erinnert.

Entscheidend ist: Diese Vergleiche stammen aus der Beobachtung von Fans und Branchenveteranen, nicht aus einer offiziellen Erklärung. Ob Nintendo den Puppenlook tatsächlich als Leitidee gewählt hat, bleibt offen.

Warum die Debatte wichtig ist

Bei einem Spiel wie Ocarina of Time wird jede Änderung am Aussehen besonders genau geprüft. Das Original ist für viele nicht nur ein altes Zelda, sondern ein prägender Teil ihrer Spielerfahrung. Das Remake muss deshalb nicht einfach nur moderner aussehen. Es muss auch zeigen, warum dieser neue Stil zu Link und seiner Welt passt.

Die gezeigten Szenen haben diese Frage jedenfalls klar aufgeworfen. Bis Nintendo die gestalterische Richtung näher erläutert, dürfte Links puppenhafter Look eines der meistdiskutierten Details des Remakes bleiben.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.