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Pokémon-Karten als Krisenwährung? Sammler setzt auf ihre Reichweite

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Pokémon-Karten als globale Währung nach einer Apokalypse? Die Aussage klingt bewusst zugespitzt. Pete Levin, Gründer von Griffin Gaming Partners und selbst großer Kartenbesitzer, hält genau dieses Szenario dennoch für plausibel.

Sein Kernargument ist nachvollziehbar, auch wenn die Schlussfolgerung spekulativ bleibt: Pokémon ist weltweit bekannt, Sammelkarten sind handelbar und ihr Zustand lässt sich inzwischen vergleichsweise klar bewerten. Als echte Krisenwährung taugt das nicht automatisch. Die These sagt aber viel über den heutigen Stellenwert des Hobbys aus.

Ein weltweiter Markt mit festen Bewertungsmaßstäben

Levin verwaltet nach eigenen Angaben Gaming-Vermögenswerte von mehr als 1,6 Milliarden US-Dollar und besitzt rund 500.000 Sammelkarten. Er verweist darauf, dass Pokémon-Karten international verbreitet sind und seit den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren weit über die ursprüngliche Zielgruppe hinausgewachsen sind.

Wichtig sind dabei spezialisierte Bewertungsfirmen. Sie prüfen Zustand und Echtheit einzelner Karten und vergeben standardisierte Bewertungen. Das schafft Orientierung beim Handel, ersetzt aber keinen festen Wert: Was eine Karte tatsächlich kostet, entscheidet weiterhin die Nachfrage.

Nostalgie trifft auf verfügbares Geld

Ein weiterer Treiber ist die wachsende Gruppe erwachsener Käuferinnen und Käufer, die mit Spielzeug, Videospielen, Comics und Sammelkarten aufgewachsen sind. Levin verweist auf das sogenannte Kidult-Phänomen. Erwachsene machen demnach inzwischen rund 30 Prozent des weltweiten Spielzeugumsatzes aus.

Für den Kartenmarkt bedeutet das: Viele Interessierte verbinden Pokémon mit ihrer Kindheit und haben heute eher die finanziellen Möglichkeiten, seltene Karten oder versiegelte Produkte zu kaufen. Das stärkt die Nachfrage, erhöht aber auch den Druck auf neue Veröffentlichungen.

Knappheit bleibt das praktische Problem

Die hohe Nachfrage hat längst unangenehme Folgen. Neue Produkte sind häufig schnell vergriffen. Seltene Karten und begehrte Sets ziehen zudem Schwarzhändler und Diebe an. In Japan gelten bei manchen Veröffentlichungen Beschränkungen für Einwohnerinnen und Einwohner. Teilweise sollen auch Systeme zur Begrenzung täglicher Käufe eingesetzt werden.

Bemerkenswert ist die Größenordnung: Allein im vergangenen Jahr wurden laut den vorliegenden Angaben 10 Milliarden Pokémon-Karten gedruckt. Trotzdem bleibt vieles knapp. Das zeigt, dass nicht allein die Gesamtmenge zählt. Entscheidend sind begehrte Motive, bestimmte Editionen, der Zustand und die Chance auf besonders seltene Treffer.

Keine Währung, aber ein deutliches Marktsignal

Ob Pokémon-Karten in einer Extremsituation wirklich Tauschmittel wären, lässt sich weder belegen noch sinnvoll planen. Lebensmittel, Sicherheit und funktionierende Infrastruktur wären wichtiger als jede Glurak-Karte.

Als Marktbeobachtung ist Levins Aussage interessanter: Pokémon-Sammelkarten sind für viele längst nicht mehr nur ein Spielprodukt. Sie sind Hobby, Nostalgieobjekt und Spekulationsgut zugleich. Wer Karten sammelt, sollte diesen Hype im Blick behalten und sich nicht darauf verlassen, dass hohe Preise dauerhaft garantiert sind.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.