Ein neuer Fund aus mutmaßlich geleakten Dateien zu GTA 5 sorgt für Gesprächsstoff. Darin sollen Hinweise auf eine umfangreiche Erweiterung rund um Liberty City stecken. Die Pläne wären deutlich größer gewesen als ein kleines Zusatzgebiet.
Wichtig ist: Die Dateien belegen nicht, dass diese Erweiterung jemals kurz vor der Veröffentlichung stand. Sie zeigen vor allem, wie weit Rockstar offenbar mit Ideen und Material experimentiert hat. Offiziell bestätigt ist ein Liberty-City-DLC für GTA 5 nicht.
Eine Karte, die über GTA 4 hinausgehen sollte
Aus den Dateien wurde ein Kartenumriss abgeleitet, der auf Küstenbereichen und den zugehörigen Soundzonen basiert. Nach dieser Auswertung hätte die geplante Fassung von Liberty City größer ausfallen können als die Stadt aus GTA 4.
Das ist ein spannender Hinweis, aber keine fertige Karte. Datenreste, interne Tests und verworfene Entwürfe gehören bei großen Produktionen zum Alltag. Wie viel davon tatsächlich spielbar war, lässt sich aus den vorliegenden Informationen nicht sicher ableiten.
Trevor als FIB-Agent war offenbar weiter als eine Idee
Deutlich greifbarer wirkt der bekannte Story-DLC mit Trevor. Schon früher berichteten Beteiligte, dass Rockstar an einer Erweiterung gearbeitet hatte, in der Trevor undercover für das Federal Investigation Bureau tätig wird. Dafür sollen auch Szenen aufgenommen worden sein.
Der ehemalige Rockstar-Autor Dan Houser erklärte, das Projekt sei ungefähr zur Hälfte fertig gewesen, bevor es eingestellt wurde. Ein früherer Kamera-Künstler aus dem Team schilderte ebenfalls, dass an dem Zusatzinhalt gearbeitet wurde, ehe Personal auf Red Dead Redemption 2 wechselte.
Im neuen Fund sollen nun zusätzlich Missionsnamen, gestrichene Dialoge, Zwischensequenzen und Fahrzeuge auftauchen. Zusammen mit den früheren Aussagen ergibt sich ein klares Bild: Rockstar hatte für GTA 5 wohl mehr Einzelspieler-Nachschub vorgesehen, als am Ende erschien.
Warum GTA Online die Richtung vorgab
Der Grund für die Kursänderung liegt nahe. GTA Online entwickelte sich zum langfristigen Erfolg und erhielt fortlaufend neue Inhalte. Gleichzeitig band Red Dead Redemption 2 große Teile des Studios. Für einen aufwendigen Story-DLC blieb offenbar nicht genug Raum.
Das ist aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar, für Solo-Fans aber bis heute schade. GTA 5 erzählt seine Geschichte zwar abgeschlossen, doch Michael, Franklin und Trevor boten genug Stoff für weitere Kapitel. Gerade der Agenten-Ansatz hätte Trevor eine ungewöhnliche neue Rolle gegeben.
Keine belastbare Verbindung zu GTA 6
Im Netz wird bereits vermutet, dass Liberty City später für GTA 6 vorgesehen sein könnte. Dafür gibt es derzeit keinen belastbaren Beleg. Ein verworfenes Konzept aus der GTA-5-Zeit ist keine Ankündigung für ein kommendes Spiel.
Der Leak ist deshalb vor allem ein Blick auf Rockstars Prioritäten in der Vergangenheit. GTA Online bekam den Vorrang, Red Dead Redemption 2 wurde fertiggestellt, und mehrere Ideen für GTA 5 blieben liegen. Für Fans von Story-Erweiterungen bleibt die Vorstellung einer größeren Liberty City samt Agent Trevor trotzdem ein reizvolles Was-wäre-wenn.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
