Forza Horizon 6 will die Jahreszeiten wieder zu einem echten Teil der Strecke machen. Nach den klaren Saisonwechseln in Forza Horizon 4 und den eher wettergetriebenen Wechseln in Forza Horizon 5 setzt Playground Games in Japan wieder auf harte optische Kontraste.
Für mich ist dabei nicht nur wichtig, wie gut das aussieht. Entscheidend ist, ob die Saison auch beim Fahren Sinn ergibt. Genau dort scheint Playground aus dem Winter von Forza Horizon 4 gelernt zu haben.
Der Winter soll nicht wieder alle Asphalt-Fahrer nerven
In Forza Horizon 4 waren Schnee und Eis ein starker Effekt. Die Welt sah anders aus, die Autos fuhren anders, und viele Spieler kamen jede Woche zurück, weil sich die Karte frisch anfühlte. Gleichzeitig gab es Ermüdung. Wer vor allem auf Asphalt unterwegs war, hatte im Winter nicht immer Lust auf dauerhaft rutschige Straßen.
Für Forza Horizon 6 beschreibt Produktionsleiter Mike Bennett deshalb einen anderen Ansatz. Japan soll im Winter klar verschneit wirken, aber die meisten Asphaltstraßen bleiben grundsätzlich frei. Wer saubere Straßenrennen fahren will, soll nicht gezwungen werden, ständig auf Schnee zu kämpfen.
Das ist aus Gameplay-Sicht der richtige Punkt. Schnee ist gut, wenn er eine Entscheidung ist. Schnee nervt, wenn er jeden Fahrstil über vier Wochen gleich behandelt.
Offroad bekommt mehr Gewicht
Ganz ohne Fahrunterschiede bleibt es nicht. Abseits der Straße soll der Winter stärker greifen. Auf Schotter- und Feldwegen bleibt mehr Schnee liegen. Dazu kommt eine neue Alpine Region, in der das ganze Jahr über Schnee liegt. Wer also den raueren Winter will, kann ihn jederzeit suchen.
Das klingt nach einer sauberen Trennung: Asphalt bleibt planbarer, Offroad wird je nach Saison spezieller. Gerade für Cross-Country-Events kann das wichtig werden.
Ein Beispiel sind die Reisfelder. Laut Playground sind sie im Winter gefroren und hart. Im Herbst und Sommer stehen sie stärker unter Wasser. Ein Fahrzeug mit mehr Federweg und großen Rädern kann dort sinnvoller sein als ein straßenorientierter Wagen. Das ist kein kleiner Grafikwechsel, sondern betrifft die Linienwahl und die Fahrzeugauswahl.
Keine beste Jahreszeit, sondern andere Bedingungen
Playground sagt klar, dass Events nicht in einer bestimmten Saison schlechter spielbar sein sollen. Die Idee ist nicht: Dieses Rennen fährt man nur im Frühling. Die Idee ist: Dasselbe Rennen fühlt sich im Winter, Sommer oder Herbst anders an.
Das ist bei einem offenen Rennspiel wichtig. Wenn saisonale Systeme zu stark in die Balance eingreifen, optimieren Spieler nur noch um den Kalender herum. Wenn sie zu schwach sind, sind sie nur Tapete. Forza Horizon 6 muss genau dazwischen treffen.
Japan als Bühne für starke Kontraste
Art Director Don Arceta nennt die japanischen Jahreszeiten einen zentralen Teil der Vorproduktion. Kirschblüten im Frühling, kräftige Herbstfarben, Schnee in höheren Lagen und wechselnde Vegetation sollen klarer ausfallen als in früheren Teilen.
Auch kleinere Details sind geplant. Im Sommer sollen Glühwürmchen nur in bestimmten Bereichen auftauchen. In Teichen bei Tempeln und Schreinen gibt es Koi-Karpfen, die in bestimmten Jahreszeiten zu sehen sind und wegschwimmen, wenn man sich nähert. Bei Kälte zeigen Autos sichtbaren Wasserdampf aus dem Auspuff, nicht nur im Winter, sondern auch in der Alpenregion und zu kälteren Zeiten im Herbst und Frühling.
Dazu kommen Feste. Im Frühling sind Koinobori-Karpfen zum Kindertag zu sehen. Im Herbst gibt es Laternenfeste. Im Sommer taucht ein Drachenfest auf. Playground nutzt dafür nach eigener Aussage auch Beratung zur japanischen Kultur.
Mehr Aufwand, mehr Chancen für Live-Inhalte
Die wechselnde Welt aus Forza Horizon 5 wird für Forza Horizon 6 weiter genutzt. Bennett spricht davon, dass der Wechsel weg von der Xbox-One-Generation mehr Spielraum eröffnet. Konkrete Live-Inhalte nennt Playground noch nicht, aber das System soll mehr saisonale Momente ermöglichen.
Der Aufwand dahinter ist groß. Playground muss die Welt nicht einmal prüfen, sondern in vier Varianten. Bäume, Laub, Schnee, Wasserflächen und Beleuchtung ändern sich. Selbst die Performance muss anders bewertet werden, weil ein Baum ohne Blätter nicht denselben Render-Aufwand hat wie ein voller Baum.
Interessant ist auch die technische Seite: Es können Fehler entstehen, die nur in einer Saison auftreten. Das ist kein kleines Detail. Wer ein Rennspiel mit stabiler Performance erwartet, merkt solche Probleme sofort, vor allem bei hoher Geschwindigkeit.
Was ich daraus mitnehme
Forza Horizon 6 klingt bisher nicht nach einem simplen Zurück zu Forza Horizon 4. Playground übernimmt die starke Idee der Jahreszeiten, will aber die härtesten Reibungspunkte entschärfen.
Für Rennfahrer ist der wichtigste Punkt: Asphalt soll im Winter nicht pauschal zur Rutschpartie werden. Für Offroad-Fans gibt es trotzdem Schnee, Wasser, gefrorene Flächen und die Alpine Region. Wenn diese Trennung im fertigen Spiel sauber funktioniert, kann Japan mehr sein als eine schöne Kulisse. Dann verändern die Jahreszeiten tatsächlich, wie man fährt.
Über den Autor
Von FIFA bis Call of Duty, von Farming Simulator bis Age of Empires – ich liebe Games, bei denen Skill, Planung und Reaktion zählen. Ob auf dem virtuellen Schlachtfeld oder im Stadion: Ich spiele smart, schnell und immer mit Spaß. Let’s play smarter, not harder!