Bungie will Marathon nach einem schwierigen Start neu ausrichten. Das Studio räumt ein, dass der Shooter für viele Spielerinnen und Spieler zu hart und zu komplex war. Besonders die frühe Niederlagenserie hat offenbar verhindert, dass Interessierte lange genug dabeiblieben.
Die Konsequenz: Marathon soll mehr Wege ins Spiel bieten. Geplant sind eigene PvE-Modi, ein Team-Deathmatch-Modus und ein deutlich ausgebauter Bereich namens Perimeter, der bisher vor allem als Einstieg dient.
Der Verlust von Ausrüstung war die zentrale Hürde
Marathon setzt auf einen PvPvE-Extraction-Ablauf mit hohem Risiko. Wer stirbt, verliert nicht nur unterwegs gefundene Beute, sondern auch mitgebrachte Ausrüstung. Das kann für erfahrene Fans des Genres spannend sein. Für neue Spieler wird jeder Fehlversuch dagegen schnell teuer.
Bungie beschreibt genau diese Schleife nun als Problem: Der Tod sollte ein Lernschritt sein, blieb für einen Teil der Spielerschaft aber der einzige Eindruck vom Spiel. Gerade in PvP-Situationen konnte Marathon sehr schnell bestrafen, bevor man seine Systeme überhaupt verstanden hatte.
Auch das Endgame machte den Abstand größer
Mit dem Raid Cryo Archive wurde der Ruf als Spiel für besonders ausdauernde Shooter-Fans weiter verstärkt. Die Aktivität galt als aufwendig und komplex. Selbst der ehemalige Counter-Strike-Profi Shroud lobte den Umfang, stellte aber die Frage, ob die Anforderungen für Gelegenheitsspieler nicht zu hoch seien.
Das verweist auf ein bekanntes Problem bei Live-Service-Shootern: Ein forderndes Endgame kann eine engagierte Stammgruppe binden. Es hilft aber nicht, wenn neue Spieler bereits vor dem ersten Erfolg aussteigen.
Mehr bekannte Modi sollen den Einstieg erleichtern
Mit PvE-Inhalten und Team Deathmatch will Bungie nun niedrigere Einstiegshürden schaffen. Team Deathmatch dürfte vor allem Spielern entgegenkommen, die direkte Gefechte ohne den kompletten Ausrüstungsverlust eines Extraction-Laufs suchen.
Der Ausbau von Perimeter soll zudem mehr Raum zum Lernen geben. Die Idee ist nachvollziehbar: Erst Waffen, Karten und Abläufe in vertrauteren Situationen kennenlernen, dann schrittweise in den riskanteren Kernmodus wechseln.
Ein Kurswechsel, kein Abschied vom Kernprinzip
Bungie gibt Marathon damit nicht als reinen Hardcore-Shooter auf, korrigiert aber die Annahme, Extraction-Gameplay allein über hohe Härte für ein breites Publikum öffnen zu können. Ob die neuen Angebote dauerhaft Spieler zurückbringen, hängt davon ab, ob sie echte Lernräume schaffen und nicht nur zusätzliche Listenpunkte im Menü sind.
Die Zahlen bei Steam zeigen zumindest den Druck hinter dem Umbau: Der Höchstwert der vergangenen 24 Stunden lag bei 3.285 gleichzeitigen Nutzern. Zum Start im März waren es dort noch 88.337. Für ein Spiel, das laut Planung mindestens bis 2027 weiterlaufen soll, ist der Umbau deshalb mehr als eine kleine Balance-Anpassung.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
