Mouse: P.I. for Hire sieht auf den ersten Blick wie ein alter Cartoon aus, spielt aber nicht nur diese eine Karte. Hinter der schwarz-weißen Rubberhose-Optik steckt ein Ego-Shooter, der mit Waffenfeedback, Hub-Struktur und Bossideen mehr Ambition zeigt, als der erste Stil-Eindruck vermuten lässt.
Der geplante Release ist der 16. April. Das Spiel soll für PC, PS5, Xbox Series X und S, Nintendo Switch und Switch 2 erscheinen. Wer Retro-Shooter mag, sollte Mouse im Blick behalten, muss aber auch mit einer sehr speziellen Cartoon-Gewalt und englischer Sprachausgabe leben.
Mehr als nur der alte Cartoon-Trick
Mouse: P.I. for Hire setzt stark auf den Look früher Zeichentrickfilme. Alles wackelt, springt und übertreibt. Waffen, Gegner und Animationen wirken bewusst wie aus einer anderen Ära, nur eben als Ego-Shooter.
Das allein wäre eine nette Idee für Trailer. Interessant wird Mouse aber erst, weil die aktuelle Preview-Fassung offenbar mehr zeigt als nur Stil. Die Kampagne ist in Fälle aufgeteilt. Zwischen den Kampfabschnitten geht es zurück nach Mouseburg, in einen Hub ohne Gefechte.
Dort liegen Jacks Büro, die Little & Big Bar und Tammy's Bearings. Im Büro werden Hinweise zum aktuellen Fall zusammengefügt. In der Bar lassen sich Figuren ansprechen. In der Gasse können Waffen verbessert werden, wenn genug Geld eingesammelt wurde.
Der Hub bremst nicht, er gibt dem Spiel Luft
Gerade diese Pausen sind wichtig. Ein Shooter, der nur von Raum zu Raum hetzt, könnte mit dieser Optik schnell zur reinen Schau werden. Mouseburg gibt der Welt mehr Körper. Man sieht nicht nur Gegner, sondern auch den Ort, für den Privatdetektiv Jack Pepper arbeitet.
Es gibt zudem Geheimnisse im Hub. Das passt gut zu einem Spiel, das sich als Fallstruktur präsentiert und nicht nur Missionsnamen austauscht.
Ein möglicher Stolperstein bleibt der Dialogfluss. Die Preview-Fassung war komplett vertont, verlangte aber das manuelle Weiterklicken jeder einzelnen Dialogzeile. Das kann auf Dauer stören. Eine Option für automatisch ablaufende Dialoge wäre für die finale Version sinnvoll.
Die Waffen sind bekannt, fühlen sich aber eigen an
Mouse startet mit vertrauten Shooter-Werkzeugen. Pistole, Schrotflinte, eine Tommy-Gun-Variante namens James Gun und Dynamit gehören zum Arsenal. Das klingt erst einmal klassisch. Der Unterschied liegt in der Animation und im Sound.
Durch die Rubberhose-Bewegungen wirken die Waffen nie statisch. Sie wippen, springen beim Nachladen und nutzen das Cartoon-Thema nicht nur als Oberfläche. Besonders die Schrotflinte fällt durch kräftigen Rückstoß auf. Die James Gun nutzt eine Nachladeanimation mit einer neuen Munitionsrolle.
Origineller wird es mit der Turpentine Gun. Sie verschießt ein Mittel, das gezeichnete Feinde auflöst. Erst bleibt das Skelett, dann verschwindet auch das. Das ist kein realistischer Gewaltansatz, sondern überzeichneter Cartoon-Horror im Shooter-Gewand.
Sound als zweites Standbein
Der Ton scheint für Mouse fast genauso wichtig zu sein wie das Bild. Troy Baker spricht Jack Pepper im englischen Original. Eine deutsche Synchronfassung gibt es nach aktuellem Stand nicht.
Der Soundtrack setzt auf Jazz. Dazu kommen kleine Effekte, die den alten Cartoon-Stil tragen: das Schlürfen beim Trinken eines Heiltonikums, ein übertriebenes „Ahh“ danach oder das Klingeln einer Schreibmaschine beim Speichern.
Solche Details sind nicht nur Schmuck. Bei einem Spiel, das so stark über seine alte Zeichentrickwelt funktioniert, entscheidet der Ton mit darüber, ob die Illusion hält.
Kämpfe, Bosse und die offene Frage nach der Herausforderung
Die gezeigte Mission war noch kein Härtetest. Viele Kämpfe bestanden aus kleinen Gruppen mit zwei oder drei Gegnern. Trotzdem wirkt das Grundgerüst solide: schnelles Schießen, klare Trefferreaktionen und Waffen, die sich unterscheidbar anfühlen.
Bei den Gegnern bleibt Mouse konsequent überzeichnet. Ein Treffer auf den Kopf eines feindlichen Mausroboters kann im Cartoon-Stil enden, mit platzendem Kopf und Öl statt Blut. Auch ein Schlösserknack-System ist dabei, bei dem Jacks Mäuseschwanz im Schloss eingesetzt wird.
Ein Bosskampf gegen eine Robo-Maus namens Watchamacallit lief in drei Phasen. Dabei musste man elektrischen Angriffen am Boden ausweichen und sich in einer späteren Phase hinter Glasplatten schützen. Bedrohlich schwer wirkte das noch nicht, aber es deutet an, dass Mouse mehr will als reine Arena-Ballerei.
Warum Mouse auf die Merkliste gehört
Mouse: P.I. for Hire verkauft sich leicht über seine Optik. Das ist verständlich, denn der Stil ist sofort erkennbar. Spannender ist aber, dass die Preview-Fassung auf ein vollständigeres Spiel hindeutet: Fälle, ein Hub, Upgrades, Geheimnisse, Bosskämpfe und Waffen mit eigener Identität.
Ob das über eine ganze Kampagne trägt, muss die finale Version zeigen. Die Mischung aus Retro-Cartoon und Ego-Shooter wirkt aber nicht wie ein leerer Gag. Wenn Fumi Games die Abwechslung hält und die Kämpfe später stärker anzieht, könnte Mouse einer der auffälligeren Shooter des Frühjahrs werden.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
