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Ninja Theory: Stellenabbau trifft Hellblades Kernteam

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Die angekündigte Schließung von Ninja Theory bekommt ein konkretes Gesicht. Mehrere Beschäftigte des Hellblade-Studios berichten öffentlich, dass sie nach neuen Stellen suchen. Darunter sind Fachleute aus Gameplay-Programmierung, Sound, Performance Capture und Technik.

Damit wird sichtbar, was hinter einer Studio-Umstrukturierung steht: Nicht nur ein Name verschwindet möglicherweise aus dem Xbox-Portfolio. Auch eingespielte Teams, Wissen und Arbeitsabläufe drohen auseinanderzubrechen.

Abschiede aus mehreren Abteilungen

Gameplay-Programmiererin Katrin Mair beschreibt Ninja Theory als den Ort, an dem sie ihre berufliche Laufbahn aufgebaut hat. Besonders schwer wiegt für sie, dass laufende Arbeiten offenbar nicht mehr abgeschlossen werden können.

Auch der technische Leiter Loong-Wei Ding zählt zu den Betroffenen und ruft andere Studios dazu auf, ehemalige Kolleginnen und Kollegen einzustellen. Die öffentlichen Beiträge deuten darauf hin, dass die Einschnitte nicht auf einzelne Bereiche begrenzt sind.

Sound und Performance Capture betroffen

Zu den Beschäftigten auf Jobsuche gehört außerdem der technische Sounddesigner Alessio Mellina. Er arbeitete zwölf Jahre bei Ninja Theory und war bei jüngeren Projekten laut eigener Darstellung maßgeblich an dynamischen Audiosystemen beteiligt. Gerade das binaurale Audio mit den präsenten Stimmen und Flüstern gehörte zu den prägenden Merkmalen von Hellblade.

Auch Performance-Capture-Experte Xoe Suvari meldete seine Entlassung. Er verweist auf zahlreiche Drehtage, große Datenmengen und den Aufbau einer spezialisierten Capture-Bühne. Solche Produktionsabläufe entstehen nicht schnell und lassen sich bei einer Schließung kaum vollständig bewahren.

Was aus Senua geworden wäre

Im Juni hatte Xbox beim Showcase mit Senua ein drittes Spiel der Hellblade-Reihe angekündigt. Inzwischen wird spekuliert, ob diese Ankündigung vor allem mögliche Käufer für Ninja Theory ansprechen sollte. Belegt ist diese Deutung nicht. Klar ist nur: Nach den gescheiterten Rettungsversuchen für das Studio steht eine Veröffentlichung des Projekts nicht mehr im Raum.

Die Entwicklung passt zu einer größeren Neuordnung innerhalb von Xbox. Halo soll künftig bei Activision entstehen, während Halo Studios Stellen streicht. World’s Edge und Rare wurden Activision zugeordnet, Obsidian gehört nun zu Bethesda und arbeitet an einem neuen Fallout. Xbox-Manager Matt Booty sprach davon, dass die geplanten Umstrukturierungen zu etwa drei Vierteln abgeschlossen seien.

Mehr als eine Portfolio-Entscheidung

Für Spielerinnen und Spieler ist vor allem der Verlust eines Teams spürbar, das über Jahre eine eigene technische und kreative Handschrift entwickelt hat. Ninja Theory stand bei Hellblade für eng verzahnte Arbeit zwischen Schauspiel, Capture, Sound und Spielsystemen.

Die jetzt veröffentlichten Stellengesuche sind deshalb auch ein Hinweis für andere Studios: Dort stehen erfahrene Spezialistinnen und Spezialisten bereit. Für Ninja Theory selbst bleibt die Lage bitter. Ein möglicher Abschluss der begonnenen Arbeit scheint den Beteiligten verwehrt zu bleiben.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.