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Ninja Theory vor dem Aus: Rettungsgespräche sind gescheitert

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Für Ninja Theory beginnt eine ungewisse Phase. Microsoft hat nach gescheiterten Rettungsvereinbarungen die Konsultation zur geplanten Schließung des Cambridge-Studios gestartet. Gleichzeitig erklärt Xbox, weiter nach einer Alternative zu suchen.

Damit steht auch das kürzlich angekündigte Senua, der dritte Teil der Hellblade-Reihe, auf wackligem Boden. Eine Ankündigung allein ist offenbar keine Absicherung, wenn das Studio dahinter nicht finanziert oder übernommen wird.

Zwei Vereinbarungen kamen nicht zustande

Xbox Chief Content Officer Matt Booty teilte mit, dass zwei getrennte Vereinbarungen für Ninja Theory gescheitert seien. Nach britischem Arbeitsrecht folgt nun die Konsultation mit den Beschäftigten. Das ist ein formaler Schritt im geplanten Schließungsprozess, aber noch kein endgültiger Schlussstrich.

Microsoft hält nach eigener Aussage die Tür für weitere Lösungen offen. Denkbar wäre eine Übernahme durch einen anderen Publisher oder ein Weg in die Unabhängigkeit. Ob sich dafür kurzfristig eine tragfähige Finanzierung findet, ist offen.

Das neue Senua braucht ein Studio

Erst im Juni hatte Microsoft Senua auf einer Xbox Games Showcase angekündigt. Wenig später wurde öffentlich, dass Ninja Theory von den Einschnitten bei Xbox betroffen sein könnte. Für Fans wirkt diese Abfolge widersprüchlich, denn ein angekündigtes Spiel benötigt weiterhin ein Team, Budget und eine klare Rechtefrage.

Nach einem Bericht von Game File soll die Ankündigung des Spiels auch dazu gedient haben, das Interesse möglicher Investoren an Ninja Theory zu erhöhen. Die nun gescheiterten Gespräche legen nahe, dass dieser Plan bisher nicht aufgegangen ist.

Ein möglicher Weg: Unabhängigkeit

Andere Xbox-Studios haben gezeigt, dass ein Neustart außerhalb des Konzerns grundsätzlich möglich sein kann. Double Fine und Compulsion gingen den Weg in die Selbstverwaltung und konnten dabei ihr geistiges Eigentum sowie die Finanzierung neuer Projekte mitnehmen.

Ob Ninja Theory eine ähnliche Vereinbarung erreichen kann, hängt vor allem daran, wer die Rechte und die weitere Entwicklung von Senua absichert. Ohne eine Einigung bleibt die Zukunft der Reihe unklar.

Xbox setzt auf große Marken

Die Lage passt zu Microsofts stärkerem Fokus auf große Reihen. Genannt werden unter anderem Minecraft, Halo, Fallout und The Elder Scrolls. Hellblade hatte zwar eine eigene Identität, kämpfte laut den vorliegenden Angaben aber kommerziell.

Für die Mitarbeitenden ist die aktuelle Konsultation die dringlichste Nachricht. Für Spielerinnen und Spieler bleibt vor allem die Frage, ob Ninja Theory noch gerettet wird und ob Senua unter einem neuen Dach weiterentwickelt werden kann.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.