World of Warcraft: Forever soll nicht jede bequeme Funktion aus der aktuellen Standardversion übernehmen. Blizzard will beim gemeinsamen Markieren von Gegnern bewusst eine Grenze ziehen. Wer denselben Questgegner oder seltenen Spawn erledigen möchte, soll sich weiterhin zusammentun müssen.
Für viele Spielende ist das zunächst unbequemer, besonders in einer stark besuchten Beta. Das Team sieht genau darin aber einen Teil der Classic+-Ausrichtung: Kleine Hürden sollen dazu führen, dass man miteinander redet und Gruppen bildet, statt bloß nebeneinander her zu spielen.
Getrennte Tags sollen Gruppen fördern
In der Retail-Version können mehrere Spielende einen Gegner markieren und jeweils Belohnungen erhalten, solange ein Limit nicht überschritten wird. Das erleichtert Quests und das Farmen seltener Gegner erheblich, auch ohne feste Gruppe.
Für Forever bleibt dieses System offenbar außen vor. Entwickler Josh Greenfield erklärte, dass Blizzard bei diesem Punkt standhaft bleiben müsse. Frust könne zwar entstehen, doch aus Sicht des Teams ist eine gewisse Reibung wichtig für den sozialen Teil des Spiels.
Die praktische Antwort lautet: Gruppe bilden
Gerade bei Aufgaben, bei denen viele Personen dieselben Gegner benötigen, dürfte es dadurch zu Konkurrenz kommen. Die vorgesehene Lösung ist schlicht: Spielende sollen eine Gruppe gründen und die Aufgabe gemeinsam erledigen. Damit profitieren alle Beteiligten, ohne dass das Spiel die Belohnungen automatisch an einzelne Solospielende verteilt.
Das ist ein klarer Unterschied in der Spielphilosophie. Komfortfunktionen sparen Zeit, können aber auch den Anlass für spontane Zusammenarbeit verringern. Forever setzt offenbar darauf, dass genau diese kurzen Kontakte wieder häufiger entstehen.
Die Community reagiert überwiegend zustimmend
Unter Greenfields Beitrag überwogen zustimmende Reaktionen. Mehrere Stimmen sehen gemeinsame Tags kritisch, weil sie dazu beitragen könnten, dass Spielende weniger aufeinander achten. Das passt zu Blizzards Anspruch, die Classic+-Identität nicht durch zu viele moderne Erleichterungen aufzuweichen.
World of Warcraft: Forever befindet sich derzeit in der Beta. Zugang gibt es über das Skyborne-Paket für 60 Dollar, gespielt werden kann dort bis Stufe 20. Der vollständige Start ist für den 4. November geplant. Wie andere Classic-Versionen soll Forever im World-of-Warcraft-Abonnement enthalten sein.
Ein sinnvoller Test für das Forever-Konzept
Die Entscheidung wird nicht jede Warteschlange vor einem Questgegner angenehmer machen. Sie ist aber konsequent, wenn Forever tatsächlich stärker auf Begegnungen zwischen Spielenden setzen will. Entscheidend wird sein, ob Blizzard an anderer Stelle Frust abfedert, ohne ausgerechnet den Grund für gemeinsame Gruppen wieder zu entfernen.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
