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Sonstiges

Humble Choice Oktober 2026: Piraten, Plattformen und Festungen

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Der Humble Choice im Oktober 2026 macht es einem erstaunlich leicht, einen eigenen Einstieg zu finden. Mit Like a Dragon: Pirate Yakuza in Hawaii, Prince of Persia: The Lost Crown und Psychonauts 2 stehen gleich drei Spiele im Paket, die nicht auf dieselbe Art funktionieren wollen. Dazu kommen Strategie, Tower Defense, Karten und zwei Varianten des Survivor-Prinzips. Das ist keine Auswahl, die einen einzigen Geschmack bedienen muss.

Für 12,99 Euro ist die Rechnung schon dann sauber, wenn euch eines der drei großen Spiele wirklich interessiert. Ich würde den Choice aber nicht allein als Jagd nach dem teuersten Einzelspiel lesen. Seine Stärke liegt darin, dass zwischen einem größeren Abenteuer und einem kurzen Run für zwischendurch mehrere brauchbare Wechselmöglichkeiten liegen. Wer dagegen ausschließlich Multiplayer sucht oder mit Roguelite-Schleifen gar nichts anfangen kann, sollte genauer prüfen, ob die eigene Bibliothek hier nicht schon zu ähnlich aussieht.

Drei sehr verschiedene Gründe, einzusteigen

Like a Dragon: Pirate Yakuza in Hawaii

Majima als amnesischer Piratenkapitän ist genau die Art Prämisse, die niemand nüchtern verkaufen kann und auch nicht sollte. Das Spiel verbindet Kämpfe an Land mit Gefechten auf See, Crew-Aufbau, Schiffsausbau und der Suche nach verlorenen Erinnerungen. Der überdrehte Ton gehört hier offenkundig zum Konzept, nicht bloß zur Dekoration.

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Als größtes Einzelpaket ist das der Titel für Leute, die ein ausladendes Action-Abenteuer mit Rollenspielanteilen wollen und mit einer bewusst absurden Geschichte etwas anfangen können. Die Nutzerwertung auf Steam liegt bei 89 Prozent positiven Bewertungen. Wer die Reihe bislang vor allem wegen ihrer Figuren und ihres seltsamen Humors wahrgenommen hat, bekommt hier keinen vorsichtigen Seitenschritt, sondern offenbar die volle Piratenidee. Wer einen ernsten Piraten-Rollenspielton erwartet, sollte dagegen nicht wegen des Hawaii-Settings blind zugreifen.

Prince of Persia: The Lost Crown

Prince of Persia setzt einen völlig anderen Schwerpunkt: Akrobatische Kämpfe, Plattforming, Zeitkräfte, Rätsel und das schrittweise Öffnen einer Metroidvania-Karte. Sargon entwickelt sich dabei vom Schwertkämpfer weiter, während die Welt mit mythologischen Gefahren und zuvor unerreichbaren Bereichen arbeitet. Das ist der klar strukturierte Kontrast zum kontrollierten Chaos von Majimas Piratenreise.

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Bei GoodGame.Ruhr stand der Titel bereits wegen genau dieser Mischung aus Kampf, Erkundung und neu gewonnenen Fähigkeiten im Fokus. Auch der Versuch, den Steam-Start ohne einen separat laufenden Ubisoft-Connect-Launcher zu ermöglichen, wurde als potenziell angenehmerer Weg mit noch offenen Fragen eingeordnet. Entscheidend bleibt hier aber das Spiel selbst: Wer Karten erkundet, Wege zusammensetzt und präzise Bewegungen mag, findet im Choice einen ausgesprochen starken Anlass. Für Menschen, die bei verschlossenen Wegen und wiederholten Routen schnell die Geduld verlieren, ist es weniger selbstverständlich.

GoodGame dazu: unser Artikel "Prince of Persia: The Lost Crown kurz gratis auf Switch spielen" und unser Artikel "Steam testet Ubisoft-Dienste ohne separaten Connect-Launcher".

Psychonauts 2

Psychonauts 2 ist das angenehmste Gegenargument gegen die Idee, dass Abenteuer immer rau, düster oder riesig sein müssen. Raz springt durch Gedankenwelten, kombiniert psychische Fähigkeiten wie Telekinese, Pyrokinese und mentale Verbindungen und folgt zugleich einer Geschichte über die Psychonauten, eine Entführung und einen Maulwurf im Hauptquartier.

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Die eigentliche Besonderheit liegt in den Schauplätzen: Die Ebenen bilden die Persönlichkeiten und Probleme ihrer Figuren ab. Das macht den Titel zur passenden Wahl für alle, die ein Plattform-Abenteuer mit eigener Bildsprache und erzählerischer Neugier suchen. Seine Steam-Nutzerwertung von 97 Prozent positiven Bewertungen stützt diesen Stellenwert deutlich. Ich würde ihn innerhalb der Auswahl nicht als bloße Zugabe neben den neueren Namen behandeln.

Wenn Bauen und Halten wichtiger sind als Tempo

Cataclismo

Cataclismo macht aus Verteidigung eine Bauaufgabe. Festungen entstehen Stein für Stein, bevor Wellen von Horrors anrücken. Dazu kommen Einheiten, Ressourcen und Expeditionen jenseits der letzten Stadt. Das Entscheidende ist nicht nur, irgendwo Türme abzusetzen, sondern eine Konstruktion zu entwerfen, die unter Druck Bestand haben soll.

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Damit richtet sich der Titel an Leute, die in Strategie nicht bloß den Sieg, sondern auch die Vorbereitung mögen. Zwischen Echtzeitstrategie und Tower Defense entsteht ein Spiel, das Raum für eigene Lösungen verspricht. Die mögliche Schwäche liegt ebenso klar auf der Hand: Wer am liebsten direkt auf die nächste Gegnerwelle klickt, könnte das modulare Bauen als Bremse empfinden. Für Tüftler ist es dagegen einer der interessantesten Teile des Pakets.

Toy Shire

Toy Shire nimmt dieselbe Grundidee und zieht sie in eine andere Richtung. Spielzeugsoldaten, Dinosaurier, Roboter und Bauklötze verteidigen Räume eines Hauses, wobei Karten und Gelände die Einsätze beeinflussen. Das wirkt leichter und verspielter als Cataclismo, bleibt aber klar bei Echtzeitstrategie und Tower Defense.

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Beide Spiele im selben Choice sind kein überflüssiges Doppelangebot. Cataclismo spricht eher den Bauplaner an, Toy Shire die Person, die ein direktes Szenario mit klarer Spielzeugoptik bevorzugt. Wer nur eines davon anfasst, sollte die Entscheidung nicht über die Genrebezeichnung treffen, sondern über das gewünschte Tempo und die Frage, ob die Festung selbst das Zentrum sein soll.

Die Spiele für einen Run nach Feierabend

Deep Rock Galactic: Survivor

Deep Rock Galactic: Survivor übersetzt Bergbau, Alienschwärme und Klassenwahl in einen Einzelspieler-Auto-Shooter. Prozedural erzeugte Höhlen und Schluchten, Ressourcen, Waffenverbesserungen und Bosse geben den Runs ihre Struktur. Es geht also nicht um das bekannte Gefühl einer gemeinsamen Expedition, sondern um einen Zwerg gegen einen ganzen Planeten.

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Das kann im Paket sehr wertvoll sein, weil es einen kompakten Gegenpol zu den langen Abenteuern liefert. Gerade wer Fortschritt über Ausrüstung und Upgrades mag, bekommt eine klar erkennbare Schleife. Gleichzeitig ist dies der Titel, bei dem man genauer auf die eigene Vorliebe für Survivor-Spiele schauen sollte: Automatisches Schießen und wiederholte Durchläufe sind kein Ersatz für ein klassisches Actionspiel, sondern der Kern der Sache.

Asgard's Fall — Viking Survivors

Auch Asgard's Fall setzt auf Arenen, Horden und Roguelite-Fortschritt, kleidet das Ganze aber in nordische Pixeloptik. Helden, zufällige Verstärkungen, Warpaints mit Runen und das Web of Wyrd sollen die Builds von Runde zu Runde formen. Neben Deep Rock Galactic: Survivor steht es damit zwangsläufig unter Vergleichsdruck.

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Die Auswahl liefert hier nicht zwei identische Spiele, aber zwei Spiele mit ähnlichem Grundrhythmus. Wer bei einem davon schon weiß, dass er viele Durchläufe und stetig anwachsende Zahlen will, kann das andere als willkommene Alternative sehen. Wer dieses Prinzip nur gelegentlich verträgt, sollte sich eher für das Thema entscheiden, das stärker zieht, statt beide automatisch als Mehrwert zu zählen.

Dungeons & Degenerate Gamblers

Dungeons & Degenerate Gamblers hat die eigenständigste Idee im kleineren Teil der Auswahl: Blackjack wird zum Roguelike-Kartenspiel in einer schäbigen Taverne. Farben stehen für Heilung, Geld, Schaden oder Schutz, dazu kommen Tarotkarten, Visitenkarten, Geburtstagskarten und weitere seltsame Bausteine für das Deck.

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Das klingt nach Klamauk, verlangt aber offenbar, dass man Regeln, Risiko und Synergien gern gegeneinander ausspielt. Gerade deshalb ist es eine gute Ergänzung zu den beiden Horden-Spielen. Statt auf Reaktionstempo setzt es auf Entscheidungen am Tisch. Wer Kartenspiele nur wegen ihres Sammelaspekts spielt und Blackjack nie mochte, muss hier nicht zwingend überzeugt werden. Für neugierige Taktiker kann gerade diese schräge Einschränkung aber den Reiz ausmachen.

Wem ich den Oktober ans Herz legen würde

Die Auswahl funktioniert besonders gut, wenn mindestens ein großes Abenteuer und ein kleineres Systemspiel auf eurer Liste stehen. Pirate Yakuza, Prince of Persia und Psychonauts 2 decken drei deutlich verschiedene Arten von Einzelspieler-Abenteuern ab. Cataclismo und Toy Shire liefern den strategischen Gegenpol, während Deep Rock Galactic: Survivor, Asgard's Fall und Dungeons & Degenerate Gamblers kurze, wiederholbare Schleifen anbieten.

Mein Rat ist deshalb schlicht: Nehmt den Choice, wenn euch eines der drei großen Spiele ernsthaft reizt und ihr für mindestens einen der kleineren Titel offen seid. Dann ist das Paket nicht nur preislich ordentlich, sondern auch über Wochen hinweg abwechslungsreich. Wer bereits gut mit Metroidvanias, Survivor-Runs und Tower Defense versorgt ist, sollte vor allem prüfen, ob Majimas Piratenabenteuer die Mitgliedschaft allein trägt. Das ist kein schwacher Oktober, aber einer, der seine Qualität aus unterschiedlichen Spielweisen zieht und nicht aus einer einzigen allumfassenden Empfehlung.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.