Marvel's Wolverine liefert neue Zahlen für eine Debatte, die PlayStation-Spieler seit Monaten beschäftigt: Wie wichtig sind Discs noch? Nach Daten von Ampere Analysis entfielen weltweit 35 Prozent der Verkäufe im September auf physische Ausgaben.
Das ist kein Randwert. Wolverine kam am 15. September in den Handel und erreichte im selben Monat 2,16 Millionen verkaufte Einheiten. Ein gutes Drittel davon wurde demnach im Laden statt über einen Download gekauft.
Europa kauft deutlich öfter Boxen
Besonders klar wird der Unterschied beim Blick auf einzelne Märkte. In Europa entfielen 51 Prozent der Wolverine-Verkäufe auf die Disc-Version. Frankreich lag sogar bei mehr als zwei Dritteln physischen Verkäufen.
Im Vereinigten Königreich sieht das Bild umgekehrt aus: Dort waren rund zwei Drittel der Verkäufe digital. Die Zahlen zeigen, dass es keinen einheitlichen Übergang zu Downloads gibt. Kaufgewohnheiten unterscheiden sich weiterhin stark nach Region.
Ungünstiger Zeitpunkt für Sonys Disc-Pläne
Die Daten erscheinen zu einem heiklen Zeitpunkt. Sony will die Produktion physischer PlayStation-Datenträger bis 2028 auslaufen lassen und hat trotz deutlicher Kritik keine Kursänderung erkennen lassen.
Damit geht es nicht nur um die Wahl zwischen zwei Verkaufsformen. Physische Spiele lassen sich weitergeben, sammeln und unabhängig von einem einzelnen digitalen Shop nutzen. Organisationen, die sich für die Bewahrung von Videospielen einsetzen, fordern deshalb rechtliche und praktische Lösungen für Archive, Museen und Forschung.
Auch der frühere PlayStation-Chef Shawn Layden stellte zuletzt heraus, dass die kleinere Gruppe der Disc-Käufer für das Geschäft relevant bleiben kann. Die Wolverine-Zahlen geben diesem Argument zumindest Gewicht.
Ein Verkaufserfolg mit Signalwirkung
Auf der PS5 war Wolverine im September der zweitmeistverkaufte Titel. Nur EA Sports FC 27 lag davor. Für Sony ist das ein Erfolg, für die Disc-Diskussion aber ebenso ein Hinweis: Selbst bei einem großen neuen PlayStation-Spiel entscheidet sich ein großer Teil des Publikums weiterhin bewusst für die Box.
Ob das die langfristige Strategie verändert, ist offen. Die regionalen Unterschiede machen aber deutlich, dass ein vollständiger Abschied von physischen Medien nicht überall auf dieselbe Akzeptanz treffen dürfte.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
