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Resident Evil Requiem: Online-Pläne wichen dem Horror

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Resident Evil Requiem war offenbar nicht von Beginn an als klassisches Horror-Erlebnis gedacht. Produzent Masachika Kawata berichtet, dass Spieldirektor Koshi Nakanishi in einer frühen Phase sogar einen Online-Titel plante. Das Konzept hielt den internen Prüfungen jedoch nicht stand.

Die Konsequenz war klar: Der Online-Ansatz wurde gestrichen, der Horror rückte wieder ins Zentrum. Das ist für die Reihe mehr als eine kleine Richtungsänderung. Es zeigt, wie früh sich der Charakter eines Spiels entscheiden kann.

Warum die Online-Idee endete

Kawata beschreibt die Entwicklung als Prozess des Ausprobierens. Die während der Produktion vorgenommenen Untersuchungen fielen demnach nicht positiv aus. Konkrete Ergebnisse nannte er nicht, aber das Team entschied sich gegen die Online-Richtung und für das Horror-Konzept.

Ein Resident-Evil-Spiel mit Mehrspieler-Fokus wäre keine völlig fremde Idee für die Marke. Entscheidend ist hier aber der Grund für die Kehrtwende: Nicht ein technisches Problem stand im Vordergrund, sondern die Frage, welche Art von Spannung Requiem erzeugen soll. Das Team sah diese offenbar stärker in einer konzentrierten Horror-Erfahrung.

Leon allein war dem Team zu actionlastig

Auch bei den Figuren wurde laut Kawata nachjustiert. Leon war zunächst als alleiniger Hauptcharakter vorgesehen. Seine ausgeprägte Kampfstärke hätte aber den Action-Anteil zu stark betont. Wenn Gegner sehr leicht ausgeschaltet werden können, verliert Horror schnell an Wirkung.

Deshalb wurde Grace als neue Figur eingeführt. Die Entscheidung deutet auf eine bewusstere Balance hin: Leon kann für die actionreicheren Momente stehen, während Grace andere Formen von Anspannung ermöglichen soll. Wie genau diese Aufteilung im Spiel ausfällt, verrät Kawatas Aussage noch nicht.

Ein vertrauter Konflikt für die Reihe

Die nun bekannt gewordene frühe Online-Idee passt zu früheren Aussagen aus dem Umfeld der Serie. Franchise-Produzent Jun Takeuchi hatte bereits über Druck gesprochen, Resident Evil mit Multiplayer, fortlaufenden Diensten und Mikrotransaktionen auszustatten. Bei Resident Evil 7 sei dieser Weg letztlich verworfen worden, weil keine überzeugende Idee dafür entstand.

Für Requiem scheint das Team zu einem ähnlichen Schluss gekommen zu sein. Online-Funktionen sind kein Ersatz für eine klare Spielidee. Gerade bei Resident Evil hängt viel davon ab, ob sich Gefahr unmittelbar anfühlt und ob der Spieler sich nie vollständig sicher fühlt. Der Verzicht auf den ursprünglichen Plan könnte daher genau die Entscheidung gewesen sein, die Requiem sein eigenes Profil gibt.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.