Yoko Taro hat bei einem Gespräch in Tokio ungewöhnlich offen über seine Haltung zur eigenen Arbeit gesprochen. Der Schöpfer von NieR und Drakengard sagte, dass er sich grundsätzlich einen Rückzug aus der Spielebranche vorstellen könne. Konkrete neue Projekte wollte er nicht nennen.
Für NieR-Fans ist vor allem wichtig: Eine Fortsetzung wurde bei dem Auftritt nicht bestätigt. Taro erklärte vielmehr, dass mehrere Projekte, an denen er beteiligt gewesen sei, während der Entwicklung eingestellt worden seien. Dass von ihm lange nichts veröffentlicht werde, bedeute also nicht automatisch, dass er untätig sei.
Der erste Regiejob erfüllte für ihn bereits ein Ziel
Taro blickte auf Drakengard zurück, sein erstes Spiel als Regisseur aus dem Jahr 2003. Dort habe er vieles von dem umsetzen können, was er damals machen wollte. Für ihn sei damit ein persönlicher Wunsch bereits früh erfüllt gewesen.
Die späteren Erfolge, darunter NieR: Automata, änderten offenbar nichts an dieser Sicht. Seine Motivation sei nicht der Wunsch, andere erfolgreiche Spiele zu übertreffen. Wenn ihm ein gutes Spiel begegne, reagiere er nach eigener Aussage vor allem als Fan und wolle es spielen oder kaufen.
Arbeit als Schutz vor Stillstand
Der 56-Jährige sagte, ein Rückzug sei finanziell womöglich möglich. Gleichzeitig verbinde er den Ruhestand mit der Sorge, geistig abzubauen. Diese Angst sei für ihn ein Grund, weiterzuarbeiten, auch wenn ihm die Arbeit selbst schwerfalle.
Solche Aussagen passen zu Taros öffentlicher Rolle, die oft von trockenem Humor geprägt ist. Sie sollten daher nicht als konkreter Abschiedsplan gelesen werden. Klar ist aber: Seine Worte liefern keine Grundlage für die Erwartung, dass kurzfristig ein neues NieR-Spiel angekündigt wird.
Mehr Wege für junge Entwickler, mehr Konkurrenz für alle
Zum Wandel der japanischen Spieleindustrie äußerte sich Taro zwiespältig. Als er jünger war, habe es für große 3D-Projekte praktisch den Einstieg bei einem etablierten Studio gebraucht. Heute könnten jüngere Kreative durch KI und weitere Technologien wesentlich freier eigene Spiele entwickeln.
Das sei eine Chance, erhöhe aber auch den Wettbewerb. Taro rechnet damit, dass dieser Druck mit der Zeit auch ältere Entwickler stärker trifft. Seine eigene Arbeitsweise beschrieb er als Versuch, Lücken zu finden: Wenn andere Spiele eine Idee bereits überzeugend umgesetzt hätten, suche er lieber nach etwas, das noch fehle.
Was das für NieR bedeutet
Die Nachfrage nach einem neuen großen NieR bleibt hoch. Offiziell angekündigt ist derzeit jedoch nichts. Taros Aussagen zeigen vor allem, dass unveröffentlichte oder eingestellte Arbeiten hinter der langen Pause stehen können. Für Fans bleibt die Lage damit offen, aber unverändert: Auf eine Bestätigung müssen sie weiter warten.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
