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Review

Boltgun 2 im Test: Mehr Tempo, mehr Ziele, weniger Leerlauf

Dominik
  • 1 Min. Lesezeit

Warhammer 40,000: Boltgun 2 weiß genau, worauf es hinauswill: schnelle Gefechte, schwere Waffen und Gegnerhorden, die nicht lange stehen bleiben sollen. Der Nachfolger erweitert das Fundament des ersten Teils an den richtigen Stellen. Vor allem die Kämpfe profitieren von mehr Abwechslung und einem deutlich besseren Spielfluss.

Wer mit dem Warhammer-Universum wenig anfangen kann, muss nicht gleich abwinken. Das 40K-Setting liefert viel Wiedererkennbares, aber der Kern ist ein geradliniger Retro-Shooter. Wichtig ist, ob du mit Pixeloptik, hohem Tempo und vielen Feinden auf engem Raum etwas anfangen kannst.

Zwei Figuren, zwei Spielweisen

Malum Caedo kehrt als schwer gepanzerter Space Marine zurück. Seine Waffen passen zur Rolle: Schrotflinte für kurze Distanzen, Plasmawerfer für harte Ziele und Nahkampfwaffen für den direkten Weg durch die Menge.

Neu dabei ist Battle Sister Nyra Veyrath. Sie bewegt sich schneller und setzt stärker auf präzise Waffen wie Boltpistole und Melter. Die Unterschiede machen aus Boltgun 2 kein völlig anderes Spiel, reichen aber aus, um einen weiteren Durchlauf sinnvoll zu machen. Beide Figuren erhalten im Verlauf neue Waffen, und der Großteil davon spielt sich laut Test solide bis sehr stark. Lediglich Nyras schwerer Bolter fällt durch seine träge, umständliche Handhabung ab.

Die Karte bremst weniger

Der erste Teil verlor laut Vorlage regelmäßig Zeit mit verschachtelten Wegen und der Suche nach Schlüsseln. Boltgun 2 setzt stärker auf klare Routen und Kämpfe. Eine Automap hilft bei der Übersicht. Dazu gibt es eine Navigation auf Knopfdruck, die zum nächsten Ziel führt und auch Geheimnisse markiert.

Das ist praktisch, denn die Abschnitte werden teils weiter. Statt nur durch Korridore zu laufen, kämpfst du auch in offenen Bereichen, unterstützt verbündete Soldaten und bekommst mehr Raum für Bewegung. Genau dort funktioniert das Spiel am besten: Gegnergruppe sehen, im Sprint angreifen, Feuer eröffnen und direkt zum nächsten Ziel weiterziehen.

Mehr Feinde machen die Gefechte besser

Die Gegnerauswahl ist einer der wichtigsten Fortschritte. Boltgun 2 stellt Dämonen und Chaossoldaten verschiedener Chaos-Legionen gegen dich, ergänzt durch Terminatoren sowie Bosse in unterschiedlichen Größen. Dadurch verändern sich Kämpfe häufiger, statt immer wieder dieselben Ziele abzuarbeiten.

Auch die Level bieten mehr Wechsel. Raumschiffe, Stationen, dämonische Maschinen und überwucherte Planeten sorgen für unterschiedliche Kulissen. Schalter, Plattformen und einfache Sprungpassagen lockern die Gefechte auf, ohne den Shooter in ein Plattformspiel zu verwandeln.

Retrooptik mit klarer Ansage

Die Feinde bestehen überwiegend aus zweidimensionalen Sprites. Wenn du sie umkreist, drehen sie sich passend zur Blickrichtung mit. Das ist bewusst altmodisch und orientiert sich sichtbar an frühen Shootern. Die Umgebungen setzen auf grobe Texturen und Pixel-Art-Zwischensequenzen. Wer diesen Stil nicht mag, wird hier nicht umgestimmt.

Technisch lief das Spiel im Test überwiegend stabil. Abstürze wurden nicht beobachtet. Der Controller-Support soll gut funktionieren, und die niedrigen Systemanforderungen machen auch das Spielen auf Handhelds wie dem Steam Deck plausibel. Ein konkreter Schwachpunkt bleibt der Ansturm: Diese wichtige Bewegung kann an unsichtbarer oder kleiner Levelgeometrie hängen bleiben und dann wirkungslos verpuffen. Das stört besonders, wenn du gerade aus einer gefährlichen Lage herauskommen willst.

Kampagne und Wiederspielwert

Ein zügiger erster Durchlauf dauert etwa vier bis fünf Stunden. Die Kampagne lässt dich mehrfach zwischen Einsatzzielen wählen. Deshalb sind nicht alle Level und Bosse in einer Runde zu sehen. Mit beiden Figuren und den alternativen Routen kommt man laut Vorlage auf ungefähr zehn Stunden, um den Großteil des Spiels abzudecken.

Das ist ein sinnvoller Umfang für einen konzentrierten Shooter. Boltgun 2 streckt seine Spielzeit nicht künstlich mit langem Suchen. Es belohnt Wiederholungen stattdessen mit anderer Figur, anderen Waffen und bisher ungesehenen Abschnitten.

Urteil

Boltgun 2 ist vor allem ein besser gesteuerter und abwechslungsreicherer Nachfolger. Mehr Gegnertypen, zwei brauchbar unterschiedliche Spielfiguren und die bessere Kartenführung lösen die größten Bremsen des Vorgängers. Das Tempo bleibt hoch, die Waffen stehen im Mittelpunkt, und die Pixeloptik zieht den Stil konsequent durch.

Wenn du schnelle Retro-Shooter magst, ist das ein klarer Kandidat. Die kurze Kampagne passt zum direkten Aufbau, und die Routenwahl gibt ihr einen guten Grund für weitere Durchläufe. Nur beim Ansturm sollte das Spiel zuverlässiger arbeiten.

Über den Autor

Dominik Autor

Von FIFA bis Call of Duty, von Farming Simulator bis Age of Empires – ich liebe Games, bei denen Skill, Planung und Reaktion zählen. Ob auf dem virtuellen Schlachtfeld oder im Stadion: Ich spiele smart, schnell und immer mit Spaß. Let’s play smarter, not harder!