Zurück zu den News
Preview

Habromania: Düsteres Alice-Abenteuer mit Steam-Demo

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Habromania ist eines dieser Indie-Projekte, die erst klein wirken und dann plötzlich überall auftauchen. Das düstere Alice-Abenteuer wurde laut den vorliegenden Informationen nicht groß beworben, war aber schon in den ersten Stunden seiner Kickstarter-Kampagne finanziert. Parallel ist eine Demo auf Steam verfügbar.

Spannend ist daran nicht nur der schnelle Crowdfunding-Erfolg. Habromania trifft einen Nerv, weil es ein vertrautes Märchenmotiv nimmt und daraus ein ruhigeres, unheimliches Point-and-Click-Abenteuer macht. Wer bei Alice im Wunderland eher an schiefe Logik, seltsame Figuren und unterschwelligen Horror denkt, dürfte hier genauer hinschauen.

Warum Habromania gerade auffällt

Der Weg des Spiels ist ungewöhnlich. Die makabren Figuren entstanden zunächst nicht als fertiges Spielkonzept, sondern als Zeichnungen der 21 Jahre alten Designerin Sydney Sweeney. Erst nach den ersten Online-Posts entwickelte sich daraus die Idee, ein Spiel zu bauen.

Das Projekt entstand danach in wechselnder Besetzung und auf freiwilliger Basis. Mit dem Geld aus der Kickstarter-Kampagne sollen auch die Menschen nachträglich bezahlt werden, die früh daran mitgearbeitet haben. Gleichzeitig soll Habromania in größerem Umfang umgesetzt werden.

Dass das Interesse schnell da war, passt zum bisherigen Verlauf. Beiträge zum Spiel gingen bereits vor der Kampagne viral und spülten Habromania vielen Horror- und Alice-Fans in die Timelines.

Was für ein Spiel wird Habromania?

Habromania ist als Point-and-Click-Abenteuer angelegt. Der Fokus liegt auf Erkunden, Story-Entscheidungen und Sammelgegenständen, die mehr über die Hintergründe der Welt erzählen.

Die Geschichte beginnt mit einer bekannten Ausgangslage: Alice wacht ohne Erinnerung in einem Wunderland auf, das alles andere als normal ist. Um zu entkommen, muss sie mit bekannten Figuren zusammenarbeiten, teils aber auch gegen sie antreten.

Geplant sind mehrere Enden. Wichtig dabei: Es soll nicht das eine richtige Ende geben. Die verschiedenen Abzweigungen sollen jeweils als Teil von Alices Welt funktionieren. Das klingt nach einer Struktur, die Neugier belohnt, ohne Spieler sofort in eine reine Rätsel-Checkliste zu drücken.

Ein Wunderland zwischen Wärme und Unbehagen

Die Einflüsse zeigen gut, wohin Habromania will. Genannt werden Over the Garden Wall, Ghibli-Filme und Undertale. Das deutet nicht auf reinen Schockhorror hin, sondern auf eine Mischung aus ruhigen Momenten, verspielten Orten und Geschichten, die unter der Oberfläche unangenehm werden.

Einige Figuren sind bereits umrissen. Der verrückte Hutmacher heißt Charlie O’Hare, liebt Spaß und ist unsterblich in die Rote Königin verliebt. Diese heißt Cordelia Roswell, ist arrogant, schnell wütend und kann Charlie derzeit überhaupt nicht leiden. Die Katze soll albern und lustig auftreten und spielt besonders in der Demo eine größere Rolle.

Weitere bekannte Figuren sind ebenfalls vorgesehen, darunter die Weiße Königin und der Weiße Hase. Auch Soldatinnen und Soldaten der Roten Königin sowie Dorfbewohner sollen Teil des Abenteuers sein.

Was die Demo zeigt, und was noch fehlt

Die Steam-Demo gibt einen frühen Blick auf Habromania. Sie setzt laut den vorliegenden Informationen stärker auf Rätsel als auf Dialoge und Erzählung. Das liegt am Entwicklungsstand: In der Anspielversion sind bisher nur Alice und die Katze enthalten.

Das ist wichtig für die Erwartung. Die Demo dürfte also eher ein erster Test für Ton, Welt und Grundgefühl sein, nicht das vollständige Bild des fertigen Spiels. Wer wegen der Figuren und der verzweigten Geschichte interessiert ist, sollte im Kopf behalten, dass diese Elemente erst später breiter sichtbar werden.

Der Zeitplan ist noch lang

Bis Habromania in größerem Umfang spielbar wird, dauert es noch. Akt 1 ist für Frühling 2027 geplant. Danach sollen in den folgenden Jahren Akt 2 und der abschließende dritte Akt erscheinen.

Für ein kleines, über Crowdfunding getragenes Projekt ist das ein weiter Weg. Gerade deshalb ist der frühe Erfolg bemerkenswert, aber auch ein Punkt für realistische Erwartungen. Habromania hat eine starke Idee, eine klare Stimmung und schon jetzt viel Aufmerksamkeit. Entscheidend wird sein, ob daraus über mehrere Akte hinweg ein dichtes Abenteuer wird.

Für wen das interessant ist

Habromania dürfte vor allem Spieler ansprechen, die düstere Märchen-Neuerzählungen mögen und nicht zwingend Action brauchen. Wer Alice: Madness Returns wegen seiner kaputten Märchenästhetik im Kopf behalten hat, findet hier zumindest thematisch einen naheliegenden neuen Kandidaten.

Wer dagegen sofort fertige Systeme, viele Figuren und eine große Story erwartet, sollte die Demo als frühen Ausschnitt betrachten. Habromania steht noch am Anfang. Aber dieser Anfang hat genug Profil, um das Projekt im Blick zu behalten.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.