Zurück zu den News
News

Subnautica 2: Krafton soll 250-Millionen-Bonus zahlen

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Subnautica 2 ist für Krafton offenbar genau der Erfolg geworden, der vertraglich richtig teuer wird. Nach Berichten aus der südkoreanischen Wirtschaftspresse soll der Publisher zugestimmt haben, eine Earn-out-Zahlung von 250 Millionen US-Dollar an ehemalige Anteilseigner und Mitarbeitende von Unknown Worlds zu leisten.

Der Fall ist mehr als eine Randnotiz aus der Branche. Er zeigt, wie schnell ein erfolgreicher Early-Access-Start, alte Übernahmeverträge und interne Machtfragen zu einem der auffälligsten Rechtsstreits im Spielejahr werden können.

Warum Subnautica 2 die Zahlung auslösen soll

Subnautica 2 ist am 14. Mai in den Early Access gestartet und soll seitdem rund 4 Millionen Mal verkauft worden sein. Auf Steam lag der Spitzenwert bei mehr als 467.000 gleichzeitig Spielenden.

Nach Schätzungen von Alinea Analytics spielte das Unterwasser-Abenteuer in der ersten Woche 100 Millionen US-Dollar ein. Es gilt damit als das bislang am schnellsten verkaufte Steam-Spiel des Jahres 2026.

Der Kern des Deals stammt aus der Übernahme von Unknown Worlds durch Krafton im Jahr 2021. Laut Bericht sollte Krafton zahlen, wenn der monatliche Umsatz des Studios über 69,8 Millionen US-Dollar steigt. Für jeden Dollar über dieser Schwelle waren 3,12 US-Dollar fällig, gedeckelt auf 250 Millionen US-Dollar.

Diese Summe ist für Krafton kein Kleingeld. Sie entspricht laut Bericht etwa 35 Prozent des operativen Gewinns des Unternehmens aus dem Vorjahr.

Der Streit um die entlassene Führung

Der Konflikt begann nicht erst mit den Verkaufszahlen. Krafton entließ im Sommer des Vorjahres den Unknown-Worlds-Geschäftsführer Ted Gill sowie weitere leitende Personen. Krafton machte unter anderem eine Verzögerung des Starts geltend.

Gill und ehemalige Teammitglieder sahen das anders. Sie reichten Klage ein und warfen Krafton vor, die Entlassungen hätten die Bonuszahlung verhindern sollen. Krafton wies das zurück und argumentierte, die Betroffenen hätten eine Auszahlung verlangt, die sie nicht verdient hätten.

Zusätzlich warf Krafton den entlassenen Personen vor, Dokumente entwendet zu haben. Damit wurde aus einem Streit über Geld auch ein Streit über interne Unterlagen, Verantwortung und Vertrauen.

Das Urteil aus Delaware

Im März entschied der Chancery Court in Delaware zugunsten von Gill und den anderen Beteiligten. Krafton wurde verurteilt, Gill wieder einzustellen und den geplanten Bonus in Höhe von 250 Millionen US-Dollar auszuzahlen.

Die nun gemeldete Zustimmung zur Zahlung passt zu diesem Urteil. Für Krafton bedeutet das: Der enorme Start von Subnautica 2 schlägt sich nicht nur in Umsatzmeldungen nieder, sondern auch in einer sehr konkreten Rechnung.

Warum ChatGPT in den Akten auftaucht

Bemerkenswert ist auch, welche Rolle KI im Verfahren spielte. Laut Gerichtsdokumenten betrachtete Krafton-Chef Changhan Kim die mögliche Earn-out-Zahlung intern als schlechten Deal und fühlte sich ausgenutzt.

Seine Rechtsabteilung soll ihn gewarnt haben, dass die Zahlung auch bei einer Kündigung aus wichtigem Grund fällig werden könnte. Außerdem sei Krafton auf ein Klage- und Reputationsrisiko hingewiesen worden.

Kim wandte sich danach an ChatGPT. Der Chatbot soll zunächst darauf hingewiesen haben, dass es schwierig werde, die Zahlung zu streichen. Später entstand auf Basis der Vorschläge eine interne Taskforce mit dem Namen Project X. Laut Gericht sollte sie entweder einen Deal zur Earn-out-Zahlung erreichen oder eine Übernahme von Unknown Worlds durchsetzen. Krafton sei dabei vielen Empfehlungen des Chatbots gefolgt.

Was Spieler daraus mitnehmen können

Für Spieler bleibt der greifbare Punkt der starke Start von Subnautica 2. Vier Millionen Verkäufe und ein Steam-Höchstwert von mehr als 467.000 gleichzeitigen Spielenden sind klare Signale für großes Interesse.

Der Rest spielt hinter den Kulissen, ist aber wichtig. Wenn ein Studio übernommen wird, verschwinden alte Zusagen nicht einfach. Gerade bei erfolgreichen Spielen können Earn-out-Klauseln entscheiden, wer am Erfolg beteiligt wird und wie teuer ein Erfolg für den Käufer wird.

Subnautica 2 steht damit gleichzeitig für zwei Dinge: ein sehr gefragtes Early-Access-Spiel und einen Fall, den viele Studios, Publisher und Investoren genau lesen dürften.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.