Destiny 2 steht vor seinem letzten Inhaltsupdate. Am 9. Juni soll noch ein abschließendes Update erscheinen, danach läuft der Support für den Shooter aus. Für die Community ist das schon hart genug. Intern soll die Nachricht aber ebenfalls viele kalt erwischt haben.
Berichten zufolge wusste die große Mehrheit der Bungie-Mitarbeitenden bis zur öffentlichen Ankündigung nichts von den Plänen. Nur wenige Teams waren vorher eingeweiht, darunter Gruppen, die bereits am letzten Inhalt arbeiteten oder schon zu Marathon gewechselt waren.
Viele im Studio sollen nicht eingeweiht gewesen sein
Die Entscheidung, Destiny 2 auslaufen zu lassen, soll bereits Anfang dieses Jahres gefallen sein. Gleichzeitig arbeiteten andere Teile des Studios offenbar weiter an kommenden Inhalten, darunter dem nun eingestellten Paket „The Shattered Cycle“.
Besonders heikel ist der Umgang mit der Information. Die wenigen eingeweihten Mitarbeitenden sollen die Führung gebeten haben, mehr Menschen im Studio früher zu informieren. Das ist nachvollziehbar. Wer an langfristigen Updates arbeitet, braucht Planungssicherheit. Wenn ein Projekt intern weiterläuft, obwohl sein Ende bereits beschlossen ist, beschädigt das Vertrauen.
Entlassungen stehen im Raum
Zusätzlich soll Bungie eine erhebliche Zahl an Entlassungen planen. Konkrete Zahlen liegen nicht vor. Nach der Ankündigung sollen Mitarbeitende in einer Townhall nach diesen Plänen gefragt haben, aber keine ausreichende Antwort erhalten haben.
Für ein Studio wie Bungie ist das ein kritischer Moment. Destiny war über Jahre der große Fixpunkt. Wenn dieser Fixpunkt wegfällt und gleichzeitig Stellenabbau im Raum steht, betrifft das nicht nur einzelne Teams. Es betrifft die gesamte Richtung des Studios.
Marathon rückt in den Mittelpunkt
Ein großer Teil der verbleibenden Ressourcen scheint nun auf Marathon zu liegen. Bungie hat bereits bestätigt, dass für den Extraction-Shooter ein PvE-Modus sowie weitere große Updates geplant sind.
Auch die bisherigen Zahlen werden genau beobachtet. Laut Alinea Analytics soll Marathon bis zum 24. März rund 1,2 Millionen Exemplare verkauft haben. Das ist eine relevante Basis, aber der Druck bleibt hoch. Sony meldete erst vor wenigen Wochen einen Wertminderungsverlust von 765 Millionen Dollar wegen der schwachen Leistung des Entwicklers im letzten Geschäftsjahr. Sony hatte Bungie 2022 für 3,6 Milliarden Dollar übernommen.
Kein direkter Weg zu Destiny 3
Nach aktuellem Stand gibt es keine unmittelbaren Pläne, mit Destiny 3 zu beginnen. Das ist für viele Fans die bitterste Nachricht. Destiny 2 endet nicht mit der klaren Aussicht auf einen Nachfolger, sondern mit einem letzten Update und vielen offenen Fragen.
Die Community reagiert bereits. Eine Petition, die Sony zur Genehmigung von Destiny 3 auffordert, hat in kurzer Zeit mehr als 200.000 Unterschriften gesammelt. Das zeigt, wie stark die Marke weiter ist. Es zeigt aber auch, dass Bungie und Sony nun erklären müssen, wie es mit dieser Spielerschaft weitergehen soll.
Was das für Spieler bedeutet
Wer Destiny 2 noch aktiv spielt, sollte den 9. Juni im Blick behalten. Dieses letzte Update wird vermutlich der Punkt sein, an dem viele Clans und langjährige Spieler entscheiden, ob sie bleiben, pausieren oder endgültig weiterziehen.
Die größere Frage geht aber über Destiny hinaus. Bungie setzt viel auf Marathon, während Destiny 2 ausläuft und Destiny 3 nicht direkt startet. Das ist ein riskanter Schnitt. Für ein Studio, das so stark von einer treuen Community lebt, zählt jetzt nicht nur der nächste Inhalt. Es zählt, wie offen Bungie mit Spielern und Mitarbeitenden umgeht.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
