Die Destiny-Community gibt die Reihe nicht auf. Eine Online-Petition fordert Sony dazu auf, Destiny 3 bei Bungie freizugeben. Mehr als 120.000 Menschen haben bereits unterschrieben.
Der Wunsch ist verständlich. Nach dem angekündigten letzten Update für Destiny 2 im Juni wirkt eine Ära fast abgeschlossen. Seit 2014 stand Destiny für einen großen Teil des modernen Live-Service-Gamings. Genau deshalb trifft die Lage viele Fans so hart.
Was die Petition fordert
Die Petition richtet sich an Sony als Muttergesellschaft von Bungie. Sie soll ein neues Hauptspiel ermöglichen, mit neuen Abenteuern, neuen Geschichten und frischen Gameplay-Ideen.
Der Ton aus der Community ist dabei klar: Viele wollen nicht nur weitere kleine Inhalte im bekannten Rahmen. Sie wünschen sich einen echten nächsten Schritt für das Destiny-Universum.
Warum Destiny 3 trotzdem unwahrscheinlich wirkt
Der harte Punkt ist nicht die Nachfrage. Der harte Punkt ist Geld. Destiny 3 soll derzeit nicht aktiv in Entwicklung sein. Zugleich stehen bei Bungie Berichten zufolge erhebliche Entlassungen im Raum, weil der Support für Destiny 2 ausläuft.
Bungie soll zwar weiter Ideen im Destiny-Universum verfolgen. Nach dem aktuellen Stand klingt das aber nicht nach einem vollwertigen Destiny 3.
Das passt zur Lage der Branche. Große Produktionen kosten heute oft Hunderte Millionen Dollar. Als Beispiele stehen mehrere bekannte Großprojekte im Raum: Marathon soll ein Budget von mehr als 250 Millionen Dollar gehabt haben, Concord lag laut Bericht bei rund 200 Millionen Dollar, The Last of Us: Part II und Horizon Forbidden West kosteten jeweils mehr als 200 Millionen Dollar. Bei Call of Duty: Black Ops Cold War wurden über den gesamten Lebenszyklus sogar 700 Millionen Dollar genannt.
Der Live-Service-Markt ist riskanter geworden
Destiny war lange ein Sonderfall. Die Reihe hielt eine große Community über Jahre zusammen. Doch der Markt hat sich verändert. Live-Service-Spiele scheitern häufiger, Budgets steigen, und PlayStation senkt Kosten, während Konsolenpreise erhöht wurden.
In so einer Lage ist ein Destiny 3 kein einfacher Wunschzettelpunkt. Ein neues Hauptspiel müsste sehr teuer werden, viele Jahre tragen und gleichzeitig alte Fans sowie neue Spieler überzeugen. Das ist ein enormes Risiko.
Was das für Fans bedeutet
Die Petition ist ein starkes Signal. Sie zeigt Sony und Bungie, dass Destiny nicht einfach aus den Köpfen verschwunden ist. 120.000 Unterschriften sind für eine Fanaktion beachtlich.
Ein grünes Licht ersetzt das aber nicht. Wenn Destiny 3 intern nicht läuft, braucht es mehr als öffentlichen Druck. Es braucht Budget, Personal, Vertrauen in den Markt und einen Plan, der besser ist als nur „macht bitte weiter“.
Parallel unterstützt Sony weiter Marathon. Dort sollen neue Inhalte erscheinen, während Bungie an besseren Spielerzahlen arbeitet. Das macht die Entscheidung noch komplizierter: Bungie muss offenbar nicht nur Destiny erklären, sondern auch die eigene Zukunft nach Marathon stabilisieren.
Meine Einordnung
Als alter Destiny-Beobachter verstehe ich den Reflex sofort. Nach so vielen Jahren will man keinen stillen Abspann. Ein Destiny 3 wäre für viele der saubere Schnitt, den Destiny 2 nach all den Erweiterungen kaum noch liefern kann.
Realistisch sieht es im Moment anders aus. Die Petition hält die Diskussion am Leben, aber sie ändert nicht die wirtschaftliche Rechnung. Wenn sich die Berichte bestätigen, ist Destiny 3 aktuell eher ein Wunsch der Community als ein Projekt auf Bungies Produktionsplan.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
