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Songs of Glimmerwick: Cozy-Hexenschule mit Flötenzaubern

Lydia
  • 1 Min. Lesezeit

Songs of Glimmerwick setzt auf eine Idee, die sofort hängen bleibt: Zauber sind keine Sprüche, sondern Lieder. Statt Axt, Hacke und Spitzhacke ständig als Werkzeuge in den Vordergrund zu stellen, spielt ihr Melodien auf einer Flöte. Damit fällt ihr Bäume, brecht Steine oder bearbeitet Felder.

Die ersten Demo-Eindrücke zeigen ein sehr warmes Hexenschul-RPG mit Farming-Alltag, Unterricht, Tränken, Quests und vielen kleinen Begegnungen. Gleichzeitig ist klar: Das Spiel ist noch in Arbeit. Softlocks, ein schlichtes Optionsmenü und fehlende Komfortfunktionen gehören aktuell noch zur Demo-Erfahrung.

Eine magische Schule, aber nicht kalt oder elitär

Die Handlung beginnt mit einer jungen Hexenfigur, die ihr altes Leben hinter sich lässt und auf der Insel Glimmerwick landet. Dort steht die Etchery School of Magic and Melody, eine Schule für Musik und Magie. Menschen, Mottenmenschen und Meermenschen lernen dort gemeinsam.

Das klingt erst einmal nach vertrauter Zauberschule. Der Ton wirkt aber deutlich sanfter. Glimmerwick fühlt sich eher wie eine ländliche Gemeinschaft an, in der zufällig eine magische Akademie steht. Das Dorf Wisk, die Schule, die Bewohnerinnen und Bewohner und die kleinen Aufgaben greifen ineinander.

Schön ist auch, dass die Demo eine einladende Grundhaltung zeigt. Der Charakter-Editor bietet androgyne Optionen, die Schülerschaft ist sichtbar gemischt, und die Welt wirkt nicht darauf aus, jemanden auszuschließen. Für ein gemütliches Rollenspiel ist genau das wichtig: Man soll sich dort gern aufhalten wollen.

Der Alltag erinnert an Farming-Spiele

Wenn du Stardew Valley kennst, erkennst du viele Abläufe wieder. Jeder Tag hat begrenzte Zeit und Energie. Du kümmerst dich um Pflanzen, gehst zum Unterricht, braust Tränke, erledigst Quests und kaufst oder verkaufst Waren in der Stadt.

Ernten und gesammelte Gegenstände landen in einem Brunnen, der als Versandstelle dient. Nach dem Schlafen zeigt eine Abrechnung, womit du Geld verdient hast. Das ist ein vertrauter Rhythmus, der für Cozy-Spielerinnen und Cozy-Spieler schnell verständlich sein dürfte.

Die Demo umfasst nur die ersten Frühlingstage, zeigt aber schon viele Sammelobjekte, Aufgaben und kleine Ziele. Das Questlog kann früh gut gefüllt sein. Nach den Eindrücken aus der Demo scheinen Quests dabei nicht so streng zeitlich begrenzt zu sein wie manche Besorgungen in Stardew Valley. Das nimmt Druck aus dem Spiel.

Musik ist hier wirklich ein Werkzeug

Der stärkste eigene Ansatz ist das Zaubersystem. Neue Zauber werden über kleine Rhythmus-Minispiele gelernt. Danach spielt ihr die passende Melodie in der Welt, um den Effekt auszulösen.

Ein Lied kann Bäume fällen. Ein anderes zerstört Steine. Ein weiteres pflügt Felder. Die Demo deutet an, dass diese Lieder später mehr können könnten als nur klassische Werkzeuge zu ersetzen.

Beim Lernen gibt es Mindestziele, etwa eine bestimmte Zahl an Noten, um ein Lied freizuschalten. Wer besser spielt, kann mehr Erfahrungspunkte und möglicherweise stärkere Varianten erhalten. Wie stark sich diese Verbesserungen später auswirken, bleibt noch offen.

Wichtig für Einsteigerinnen und Einsteiger: Die Rhythmusanteile werden als eher nachsichtig beschrieben. Das ist gut, weil Songs of Glimmerwick nicht wie ein hartes Musikspiel wirken soll. Die Musik soll den Alltag tragen, nicht zur Hürde werden.

Viele Figuren, viele kleine Geschichten

Die Demo scheint besonders bei den Begegnungen zu punkten. Es gibt Dozenten, Studierende, Dorfbewohner und ungewöhnliche Kreaturen, die eigene kleine Momente bekommen. Beschrieben werden unter anderem ein empfindungsfähiger Busch, eine fuchsartige Kreatur mit Vogelbegleiter und eine Mitbewohnerin, die mit einem explodierenden Ofen auffällt.

Das ist für diese Art Spiel fast wichtiger als jede einzelne Mechanik. Farming- und Schulalltag funktionieren nur dann langfristig, wenn man die Leute im Ort wiedersehen möchte. Songs of Glimmerwick setzt hier klar auf eigenwillige, warme Figuren statt auf reine Aufgabenverteiler.

Auch der Tagesplan der NPCs und saisonale Ereignisse sollen eine feste Struktur haben. Unterricht, Hausaufgaben, Feste und kleinere Dramen laufen offenbar über den Kalender. Wie stark sich Beziehungen über ein ganzes Schuljahr entwickeln, kann die kurze Demo aber noch nicht beantworten.

Der Stil ist ein großer Teil der Anziehung

Optisch setzt Songs of Glimmerwick auf einen handgezeichneten Look mit isometrischer Ansicht. Pflanzen bewegen sich im Wind, Wiesen sind voller Details, und Innenräume werden wie kleine Dioramen dargestellt. Manche Räume enthalten Wasser oder Bäche, die über den sichtbaren Bereich hinauslaufen.

Das Spiel wirkt dadurch nicht wie ein nüchterner Baukasten, sondern wie eine sorgfältig gezeichnete Welt. Gerade für Cozy-Fans ist das wichtig. Man verbringt viel Zeit mit Wegen, Räumen, Feldern und Menüs. Wenn diese Orte freundlich und lesbar gestaltet sind, trägt das den gesamten Spielfluss.

Auch die Musik wird als wichtiger Teil der Atmosphäre beschrieben. Streicher, Glockenspiel und Holzbläser sollen eine verspielte, magische Stimmung erzeugen. Dass die eigenen Flötenmelodien dabei nicht ständig mit dem Soundtrack kollidieren, ist ein gutes Zeichen.

Die Demo hat noch klare Baustellen

So einladend Songs of Glimmerwick wirkt, die Demo ist noch nicht rund. Es wurden zwei Softlocks beschrieben. Einmal blieb die Spielfigur nach einem Rhythmus-Tutorial in einer Übungskabine fest. Ein anderes Mal führte das Aufstehen von einer Couch zu einer endlosen Dialogschleife. In beiden Fällen half nur das Neuladen eines Spielstands.

Auch die PC-Optionen wirken noch dünn. Einstellbar sind Ton, Tastenbelegung, Auflösung und Bildwiederholrate. Ultrawide-Unterstützung gab es in der beschriebenen Demo nicht. Auf einem 3440x1440-Monitor lief das Spiel nur mit 2560x1440 im Vollbild und schwarzen Balken. Fenster- oder randloser Modus fehlten ebenfalls.

Die Benutzeroberfläche wird dagegen als gut lesbar beschrieben. Trotzdem gibt es kleine Bedienungsprobleme, etwa Menüs, die nur in eine Richtung durchgeblättert werden konnten. Die Karten sehen schön aus, zeigen aber offenbar nicht die aktuelle Spielerposition. In einem größeren Demo-Gebiet kann das schnell nerven.

Für wen Songs of Glimmerwick spannend wird

Songs of Glimmerwick richtet sich klar an Spielerinnen und Spieler, die gern einen geregelten, gemütlichen Alltag in einer freundlichen Welt haben. Wenn du Farming, Sammeln, kleine Quests und Schultermine magst, passt das Grundgerüst sehr gut.

Besonders interessant ist das Spiel für alle, die Magie nicht nur als Effekt sehen wollen. Hier ist Musik Teil des Spielens. Du lernst Lieder, merkst dir Eingaben und nutzt sie im Alltag. Das gibt bekannten Farming-Abläufen eine eigene Note.

Noch offen bleibt, wie tief die Geschichte über das Schuljahr hinweg wird, wie stark spätere Lieder variieren und ob der Fertigkeitenbaum langfristig echte Unterschiede bringt. In der Demo sind bereits Perks wie das Sprechen mit Fröschen oder eine größere Regenwolke zu sehen. Das klingt charmant, muss im fertigen Spiel aber auch spürbar bleiben.

Im Moment ist Songs of Glimmerwick vor allem ein sehr vielversprechender Cozy-Kandidat mit klarer Identität. Die Demo zeigt Herz, Stil und gute Ideen. Jetzt muss die Technik stabiler werden, und die offenen Systeme müssen über mehr als ein paar Frühlingstage tragen.

Über den Autor

Lydia Autor

Community-Managerin bei GoodGame.Ruhr und Expertin für Mobile Gaming und Casual Games. Sorgt dafür, dass unsere Community lebendig bleibt und organisiert regelmäßige Gaming-Events und Turniere.