Kirby Air Riders sieht auf den ersten Blick wie ein weiterer bunter Fun-Racer aus. Das stimmt aber nur halb. Das Spiel fährt sich anders, fühlt sich wilder an und will viel mehr geübt werden, als man am Anfang denkt.
Wenn du einfach nur ein paar entspannte Runden wie in Mario Kart drehen willst, kann dich Air Riders ziemlich kalt erwischen. Wenn du aber Lust hast, Figuren, Maschinen und Strecken richtig zu lernen, steckt hier ein Racer mit viel Tiefe drin.
Du musst dich erst umgewöhnen
Die Maschinen fahren von allein los. Du lenkst, lädst deinen Turbo auf und nutzt ihn für Kurven oder Tempo. Gegner kannst du von der Strecke wirbeln oder einsaugen. Manche Gegner geben dir kurz besondere Fähigkeiten, zum Beispiel ein Schwert, Feuerkugeln oder einen Bohrer.
Das klingt erst simpel. In den ersten Stunden ist es aber eher Chaos. Alles ist schnell, bunt und voll mit Effekten. Gerade wenn du den alten GameCube-Teil nicht kennst, brauchst du Zeit, bis deine Hände und dein Kopf mitkommen.
Gut ist deshalb die Fahrschule. Sie erklärt die Grundregeln Schritt für Schritt. Ohne diese Hilfe wäre der Einstieg deutlich härter.
Was gut ist
Wenn du die erste Hürde schaffst, wird Air Riders viel besser. Dann merkst du, wie unterschiedlich sich die Rider und Maschinen spielen. König Dedede startet nicht besonders flott, kann aber hart mit dem Hammer austeilen. Rick ist schneller unterwegs und bekommt mit voller Leiste einen starken Sprint.
Noch wichtiger sind die Maschinen. Manche bleiben in engen Kurven sicher. Andere sind in der Luft besser. Einige verhalten sich richtig speziell, etwa ein Stern, der nur durch seinen starken Auflade-Turbo wirklich vorankommt. Das ist schwer, fühlt sich aber gut an, wenn es klappt.
Cool ist auch das Freischalten. Jeder Modus hat eine eigene Liste mit mehr als 100 Aufgaben. Du sollst Rennen gewinnen, Zeiten schlagen, Gegner besiegen oder bestimmte Wege fahren. Dafür gibt es Accessoires, Ressourcen, neue Rider und neue Maschinen. Laut Masahiro Sakurai sind keine DLCs geplant, das Spiel soll also zum Start als volles Paket kommen.
Die Modi sind nicht alle gleich stark
Air Ride ist der klassische Rennmodus für bis zu sechs Spieler. Hier funktioniert das Spiel am besten. Du lernst Strecken, Maschinen und Figuren und kommst mit jedem Rennen besser rein.
Top Ride ist kleiner und wird aus der Vogelperspektive gespielt. Das erinnert eher an Mini-Rennen mit engerem Blick auf die Strecke.
City Trial wurde vorher stark gezeigt, überzeugt aber nicht komplett. Du sammelst auf einer großen Karte Power-ups, verbesserst deine Werte und bereitest dich auf ein letztes Minispiel vor. Es gibt zufällige Events wie Kometenregen oder große Bosse. Das klingt stark. Das Ende wirkt aber oft zu klein, weil ein einzelnes Minispiel über Sieg und Niederlage entscheidet.
Road Trip ist ein Solo-Modus. Du wählst deine nächsten Aufgaben, verbesserst Werte, nutzt Raststätten und Shops und wechselst auch mal die Maschine. Die Abschnitte enden mit Bosskämpfen, die sich aber eher wie bekannte Aufgaben anfühlen. Nett, aber nicht der Grund, warum man Air Riders lange spielt.
Was nervt
Der Einstieg ist hart. Air Riders wirkt von außen leicht, ist am Anfang aber schnell zu viel. Wer nur kurz reinschaut, versteht vielleicht nicht, warum andere daran Spaß haben.
Auch die Steuerung hat einen echten Nervpunkt. Die Wirbelattacke liegt auf einem Rütteln am linken Stick. Das ist wichtig im Rennen, fühlt sich aber nicht bequem an. Schade ist, dass man die Steuerung nicht anpassen kann.
Online wurde nur wenig getestet. Deshalb lässt sich daraus noch kein klares Urteil ziehen. Wichtig wird sein, ob die Rennen zum Start stabil laufen.
So sieht es aus
Kirby Air Riders erscheint nur für Switch 2. Technisch macht es einen stabilen Eindruck. Die Bildrate läuft mit 60 fps, was bei dem schnellen Durcheinander sehr wichtig ist.
Optisch sieht das Spiel gut aus, aber nicht immer so scharf und detailreich wie Mario Kart World. Dafür gibt es immer wieder große Kulissen und viele Effekte. Viel zu meckern gibt es hier nicht.
Für wen lohnt es sich?
Wenn du Mario Kart erwartest, nur mit Kirby, solltest du vorsichtig sein. Air Riders ist kein Racer zum Nebenbei-Fahren. Es will gelernt werden. Das kann nerven, vor allem am Anfang.
Wenn du aber gerne besser wirst, Aufgaben abhakst und verschiedene Figuren und Maschinen ausprobierst, kann Kirby Air Riders richtig ziehen. Es ist nicht der lockerste Racer auf der Switch 2, aber einer der eigenständigeren.
Meine Wertung: Stark für Spieler, die üben wollen. Schwächer für alle, die nur ein paar gemütliche Runden suchen.
Über den Autor
Jüngster Autor im GoodGame.Ruhr Team mit frischem Blick auf moderne Gaming-Trends. Spezialisiert auf Battle Royale Games, Esports und die neuesten Gaming-Technologien. Bringt die Perspektive der Gen-Z in unsere Berichterstattung.