Mouse: P.I. For Hire hat sofort einen klaren Vorteil: Man erkennt das Spiel in Sekunden. Schwarz-Weiß-Look, Cartoon-Stil der 1930er, Privatdetektiv, korrupte Stadt. Das ist auffällig. Wichtiger ist aber: Dahinter steckt ein brauchbarer First-Person-Shooter.
Die größte Stärke liegt nicht bei den Waffen, sondern bei den Levels. Wer gern sucht, Abkürzungen findet und jeden Winkel prüft, bekommt hier viel Futter. Im Kampf fehlt dagegen stellenweise der Druck, weil Munition und starke Waffen zu großzügig ausfallen.
Detektivgeschichte mit klarer Linie
Du spielst Jack Pepper, einen Privatdetektiv und Kriegsveteranen. In Mouseburg bearbeitet er mehrere Fälle, die nach und nach zusammenhängen. Das Spiel nutzt dazu klassische Film-Noir-Motive: Büro, Hinweistafel, eine geheimnisvolle Frau und eine Stadt voller Korruption.
Zwischen den Einsätzen kehrst du ins Büro zurück. Dort lassen sich Hinweise sammeln, Waffen verbessern und Baseball-Sammelkarten nutzen. Die Struktur bleibt meist linear. Manchmal gibt es auf der Oberweltkarte eine Wahl zwischen zwei Orten, oft gibt das Spiel die Reihenfolge aber klar vor.
Die Levels sind der eigentliche Star
Mouse: P.I. For Hire startet mit eher bekannten Schauplätzen wie Hinterhöfen, Restaurants und Polizeistationen. Danach wird es deutlich abwechslungsreicher. Das Spiel führt auch an Orte wie ein kleines Dorf mit unheimlichem Herrenhaus oder ein Filmstudio, in dem Gebäude mit unterschiedlichen Kulissen arbeiten.
Praktisch wichtiger als der Stil ist der Aufbau. Die Areale sind voll mit Geld, Munition, Heilung, Sammelobjekten und versteckten Wegen. Eine Kiste an der Wand kann einen Schacht verdecken. Ein Schalter kann zu einem Tresor führen. Wer alte Shooter mag, in denen man jede Wand misstrauisch anschaut, ist hier richtig.
Neue Bewegungsfähigkeiten helfen dabei. Doppelsprung und Tailcopter öffnen weitere Wege und machen das Absuchen der Levels interessanter. Das Spiel belohnt den Versuch, scheinbar unerreichbare Stellen doch zu erreichen. Genau das hält die Erkundung am Laufen.
Viele Waffen, aber nicht genug Zwang zum Wechseln
Das Arsenal umfasst knapp ein Dutzend Waffen. Neben Pistole, Schrotflinte und Maschinengewehr gibt es auch auffälligere Varianten wie toxischen Schleim oder Kanonenkugeln. Die Standardpistole bleibt lange nützlich, weil sie auf Distanz verlässlich funktioniert.
Zwischen den Missionen lassen sich Waffen verbessern. Upgrades verändern auch sichtbar das Aussehen der Waffen. Die erste Stufe bringt zusätzlich einen alternativen Angriff, etwa einen aufgeladenen Schuss für die Schrotflinte oder Streufeuer für das Gewehr.
In den Arenen liegen außerdem Fässer, die du auf Gegner werfen oder treten kannst. Explosionen räumen Gruppen weg und passen gut zum Cartoon-Stil. Das gibt den Kämpfen Tempo und macht einzelne Arenen schön chaotisch.
Die Balance bremst den Shooter
Das Problem: Das Spiel gibt dir oft zu viel. Ressourcen liegen großzügig herum. Durch Upgrades steigt auch die Munitionskapazität. Nach den ersten Gebieten reicht deshalb häufig ein starkes Standard-Setup, statt ständig zwischen Waffen zu wechseln.
Die Gegnerideen sind nicht schlecht. Kleine Ganoven kommen in Gruppen. Große Nahkämpfer drücken dich aus der Komfortzone. Schützen auf Distanz müssen schnell priorisiert werden. Auf dem Papier deckt das verschiedene Rollen ab.
In der Praxis reicht die Bedrohung aber oft nicht aus. Die Spielfigur ist beweglich, Munition ist selten knapp und das Maschinengewehr wirkt gegen viele Gegnertypen zu zuverlässig. Dadurch nutzt man weniger von dem, was das Arsenal eigentlich kann.
Bosskämpfe zeigen, was möglich wäre
Die stärksten Kampfmomente entstehen bei Bossen. Dort halten Gegner deutlich mehr aus. Ihre Angriffe lassen weniger Pausen zu. Du musst Ressourcen besser einteilen und häufiger reagieren.
Genau dann zeigt Mouse: P.I. For Hire, wie stark das Kampfsystem sein kann. Bewegung, Waffenwahl und Timing greifen besser ineinander. Schade ist nur, dass normale Gefechte diesen Druck seltener erzeugen.
Wertung
- Gameplay: 4 von 5, starke Erkundung, gutes Tempo, aber zu wenig Druck in vielen Kämpfen.
- Grafik: 5 von 5, der Schwarz-Weiß-Cartoon-Look trägt die Welt und passt zu den Schauplätzen.
- Story: 3 von 5, solide Detektivrahmung mit Noir-Motiven, aber klar dem Level- und Shooter-Design untergeordnet.
- Sound: 3 von 5, keine auffälligen Informationen aus dem Testmaterial, daher vorsichtig bewertet.
Für wen lohnt es sich?
Mouse: P.I. For Hire lohnt sich vor allem für Spieler, die klassische First-Person-Shooter mit vielen Secrets mögen. Wer gern nach versteckten Räumen sucht, Bewegungsfähigkeiten ausnutzt und Levels mehrfach abläuft, bekommt hier viel.
Wenn du vor allem harte Arenakämpfe mit knapper Munition und ständigem Waffenwechsel erwartest, kann dich die Balance enttäuschen. Das Spiel ist nicht schwach, aber es macht dir oft zu wenig Druck. Trotzdem bleibt es ein klar interessantes Shooter-Projekt, weil Leveldesign und Stil stark genug sind, um die Schwächen abzufedern.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
