Subnautica 2 bleibt bei seiner Linie: Raubtiere sollen bedrohlich sein, aber nicht einfach erschlagen werden. Mit dem dritten Hotfix seit dem Early-Access-Start greift Unknown Worlds nun genau dort ein, wo viele Spieler zuletzt Frust gemeldet haben.
Statt tödliche Waffen oder klassische Kämpfe nachzureichen, passt das Studio das Verhalten mehrerer Kreaturen an. Das ist eine wichtige Korrektur, weil die Debatte um nicht tötbare Fische inzwischen eines der größten Themen rund um Subnautica 2 ist.
Was sich bei den Kreaturen ändert
Der Hotfix dreht nicht einfach den Schwierigkeitsgrad herunter. Einige Gegner verursachen sogar mehr Schaden. Entscheidend ist aber, wie oft und unter welchen Bedingungen sie angreifen.
- Hammerhaie attackieren keine unbemannten Tadpoles mehr. Sie können sich aber weiterhin für Tadpoles interessieren.
- Marrowbreaches verursachen insgesamt mehr Schaden, ihre Angriffe sind jetzt aber weiter auseinandergezogen und kommen seltener.
- Nibbler nehmen Spieler erst aus kürzerer Entfernung wahr. Außerdem umkreisen sie Spieler länger, bevor sie angreifen.
- Die allgemeine Bewegungsgeschwindigkeit der Nibbler wurde reduziert.
- Nibbler reagieren empfindlicher auf das Multitool, richten insgesamt aber mehr Schaden an.
Das liest sich nach einem Kompromiss. Subnautica 2 will die Gefahr nicht entfernen. Es soll sich aber weniger so anfühlen, als würde dich jede kleine Kreatur sofort und ohne brauchbare Reaktion in die Ferse beißen.
Keine Kehrtwende beim Kampfsystem
Unknown Worlds hatte bereits erklärt, dass das Team Wege ergänzen will, mit Raubtieren besser umzugehen. Das heißt aber nicht, dass Subnautica 2 plötzlich ein normales Actionspiel wird. Nach aktuellem Stand soll es weiterhin nicht möglich sein, die Tiere zu töten.
Interessant ist dabei ein Detail aus der Designrichtung: Spieler sollen künftig stärker merken, wenn eine Kreatur auf Gegenwehr reagiert. Der aktuelle Hotfix passt dazu, weil Nibbler nun empfindlicher auf das Multitool reagieren. Das ist kein klassisches Kampfsystem, aber es gibt der Interaktion mehr Rückmeldung.
Auch Technik und Basisbau wurden angepasst
Neben den Kreaturen behebt Hotfix 3 mehrere technische Probleme. DLSS konnte Abstürze auslösen, außerdem wurden DLSS-Einstellungen teils nicht korrekt gespeichert. Diese Fehler sind laut Patch nun behoben. DLSS wurde zudem auf Version 4.5 aktualisiert.
Frame-Generierung war in bestimmten Versionen des Spiels nicht verfügbar. Auch das wurde korrigiert. Dazu kommt ein Fix für einen seltenen Absturz beim Starten des Spiels.
Für den Basisbau ist eine kleine, aber praktische Änderung dabei: Innenwände kosten nur noch ein Viertel des bisherigen Preises. Wer früh viele Räume strukturieren wollte, bekommt dadurch mehr Spielraum.
Multiplayer und weitere Fehler
Im Multiplayer wurde ein Problem behoben, bei dem Clients beim erneuten Beitritt zu einer Sitzung an ihre alte Position zurückgesetzt wurden. Wichtig ist hier: Gemeint sind die Mitspieler, nicht der Host.
Außerdem wurde ein Fehler mit der Modifikation Strike Armor korrigiert. Sie konnte sich additiv stapeln und dadurch einen potenziell spielzerstörenden Zustand verursachen. Ein weiterer Fix betrifft eine Schutzbrille, die in der Ego-Perspektive sichtbar blieb, wenn man als Passagier aus dem Tadpole Haul Chassis ausgestiegen ist.
Unknown Worlds hat außerdem eine lokalisierte Textbeschriftung auf dem Bildschirm zur Annahme der Nutzungsbedingungen ergänzt und Absturzberichte um zusätzlichen Kontext erweitert. Das soll helfen, schwer reproduzierbare Probleme besser zu erfassen.
Warum dieser Hotfix wichtig ist
Subnautica 2 hat seit dem Early-Access-Start am 14. Mai bereits 4 Millionen Exemplare verkauft. Auf Steam wurden mehr als 467.000 gleichzeitige Spieler gezählt. Das ist ein starker Start, der das Team laut Designleiter Anthony Gallegos überrascht hat.
Mit dieser Größe wird jede Designentscheidung sofort laut diskutiert. Besonders die Frage, ob man Raubtiere töten können sollte, trifft den Kern von Subnautica 2. Der Hotfix zeigt deshalb klar, wohin die Reise geht: mehr Kontrolle für Spieler, aber keine Abkehr vom Grundprinzip.
Auch wirtschaftlich steht Subnautica 2 stark im Fokus. Die Verkäufe sind so hoch, dass Publisher Krafton eine Earn-out-Zahlung von 250 Millionen Dollar an die Entwickler leisten muss. Dieser Bonus spielte auch im viel beachteten Rechtsstreit mit der entlassenen Führung von Unknown Worlds eine Rolle.
Für Spieler im Early Access ist Hotfix 3 vor allem ein Signal. Unknown Worlds hört auf konkrete Beschwerden, greift aber nicht automatisch zur einfachsten Lösung. Wer Subnautica 2 wegen seiner Spannung und Zurückhaltung mag, dürfte das begrüßen. Wer ein direkteres Kampfsystem erwartet, wird mit dieser Richtung wohl weiter hadern.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
