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Final Fantasy Resonance: Rückkehr zur Runde

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Final Fantasy Resonance ist für viele ältere Fans genau die Art Projekt, die lange gefehlt hat: ein rundenbasiertes Final Fantasy, gebaut als vollwertiges RPG, mit Pixelkunst im HD-2D-Stil und viel Rückgriff auf die Seriengeschichte.

Wichtig ist dabei: Resonance ist kein einfacher Port von Brave Exvius. Das eingestellte Mobile-Spiel liefert die erzählerische Grundlage, doch Kampfsystem, Oberwelt und Struktur wurden für ein traditionelles Rollenspiel neu angelegt.

Kein Handyspiel im neuen Kleid

Brave Exvius lief zehn Jahre und wurde 2025 eingestellt. Final Fantasy Resonance nimmt Figuren und Grundidee daraus auf, will aber nicht nur alte Inhalte konservieren. Die Story wurde für ein klassisches RPG angepasst. Dazu kommen eine neue Weltkarte, ein neues Kampfsystem und eine Präsentation, die eher an moderne HD-2D-Rollenspiele erinnert als an ein Mobile-Erbe.

Im Mittelpunkt steht Rain, ein Ritter aus Grandshelt. Zu seiner Gruppe gehören unter anderem Lasswell, Lid und Fina. Der Konflikt dreht sich früh um magische Kristalle und Veritas of the Dark, der diese Kristalle bedroht. Das klingt bewusst nach Final Fantasy, nicht nach einem Bruch mit der Reihe.

Auch bekannte Zutaten sind dabei: Luftschiffe, Chocobos, Espers und viele Verweise auf frühere Teile. Resonance setzt offenbar stark darauf, dass Serienfans sofort verstehen, woher diese Sprache kommt.

Kämpfe: Runden statt ATB

Das Kampfsystem nutzt keine ATB-Leiste. Stattdessen zeigt das Spiel eine klare Zugreihenfolge am oberen Bildschirmrand. Gegner besitzen eine Taumelanzeige. Jeder Treffer füllt sie, Elementschwächen erhöhen den Effekt.

Das ist interessant, weil Resonance alte Rundenkämpfe nicht einfach nachbaut. Es nimmt die Idee des Taumelns, die man aus neueren Final-Fantasy-Spielen kennt, und übersetzt sie in ein ruhigeres System. Wer Gegner ins Wanken bringt, verschafft seiner Gruppe zusätzliche Aktionen. Wer alle Gegner taumeln lässt, kann einen besonderen Resonance-Angriff auslösen.

Damit dürfte die Zusammenstellung der Gruppe wichtig werden. Nicht nur wegen Heilung und Schaden, sondern vor allem wegen Elementen. Wer zu eng plant, bekommt Probleme. Wer verschiedene Zauber und Angriffsarten abdeckt, baut längere Angriffsketten auf.

Visionen bringen die alten Helden zurück

Der wichtigste Kniff sind die Visionen. Jeder Charakter kann solche Visionen ausrüsten. Sie ersetzen nicht das eigene Fähigkeiten-Set, sondern ergänzen es um Zauber, Angriffe und passive Vorteile.

Ein Teil dieser Visionen basiert auf bekannten Figuren aus der Final-Fantasy-Reihe. Genannt wurden unter anderem Cloud aus Final Fantasy VII, Y’shtola aus Final Fantasy XIV, Terra aus Final Fantasy VI, Shantotto aus Final Fantasy XI und der Krieger des Lichts aus Final Fantasy I.

Das ist mehr als reiner Wiedererkennungswert. Jede Vision steigt durch Nutzung auf und schaltet weitere Fähigkeiten frei. Dadurch kann eine Figur je nach ausgerüsteter Vision andere Aufgaben übernehmen. Die Entwickler beziehen sich dabei erkennbar auf die Flexibilität älterer Final-Fantasy-Systeme, besonders auf Ideen, die an Jobs und frei kombinierbare Rollen erinnern.

Die Visionen erscheinen auch in Resonance-Angriffen. Diese werden mit eigenen CGI-Sequenzen begleitet. Genau hier könnte ein kleiner Bruch liegen: Die eigentliche Pixeloptik wirkt sehr stimmig, die plötzlichen CGI-Einspieler können daneben etwas fremd wirken. Immerhin lassen sich solche Sequenzen nach den ersten Malen vermutlich gut überspringen.

Fina, Espers und Erkundung

Fina nimmt eine Sonderrolle ein. Sie ist die Beschwörerin der Gruppe und kann Espers in den Kampf rufen. Zu Beginn war Siren verfügbar, später konnte Ramuh rekrutiert werden.

Neue Espers findet man nicht einfach im Menü. Sie liegen in optionalen Dungeons auf der Oberwelt und müssen in harten Bosskämpfen bezwungen werden. Das ist ein schöner klassischer Ansatz: Wer abseits des Hauptwegs sucht, bekommt nicht nur Beute, sondern neue taktische Möglichkeiten.

Auch die Visionen werden teilweise über Schreine in der Oberwelt freigeschaltet. Dort zeigt das Spiel traumartige Rückblicke auf den jeweiligen Final-Fantasy-Teil und stellt Fragen zur Geschichte der Figur. Für Serienkenner kann das reizvoll sein. Wer die alten Spiele noch nachholen will, sollte aber wissen: Solche Rückblicke können Inhalte aus früheren Teilen vorwegnehmen.

Was die Demo gezeigt hat

Die gezeigte Vorschau umfasste rund drei Stunden. Darin waren Teile der Oberwelt, die Stadt Dwarves Forge und ein vollständiger Story-Dungeon zu sehen. Dwarves Forge begrüßt Spieler mit dem bekannten Lali-ho, auch das ist eine klare Verbeugung vor der Seriengeschichte.

Der Dungeon führte zur Mobliz-Werft. Dort gab es einfache Rätsel, Story-Szenen, eine Flucht unter Zeitdruck und einen Bosskampf gegen einen mechanisierten Bohrer auf einem fahrenden Güterzug. Das klingt nach klassischem JRPG-Aufbau: Stadt, Problem, Dungeon, Boss, dann weiter auf die Karte.

Der Ton wirkt nach den bisherigen Eindrücken eher hell und farbenfroh. Trotzdem ist bei Final Fantasy selten alles dauerhaft leicht. Die Grundlage mit bedrohten Kristallen, entführten Figuren und einem dunklen Gegenspieler lässt genug Raum für ernstere Wendungen.

Musik und Umfang der Serienpflege

Beim Sound setzt Resonance auf bekannte Final-Fantasy-Motive, den Soundtrack von Brave Exvius und 33 neue Stücke. Gerade bei einem Projekt, das so stark mit Erinnerung arbeitet, ist Musik mehr als Begleitung. Sie entscheidet mit darüber, ob sich Resonance wie ein eigenes Rollenspiel anfühlt oder nur wie ein Katalog alter Namen.

Die bisher genannten Systeme deuten eher auf Ersteres. Entscheidend wird sein, ob die Visionen spielerisch Tiefe bringen oder am Ende vor allem Sammelobjekte für Fans bleiben. Das Taumelsystem, die Elementschwächen und die frei kombinierbaren Zusatzfähigkeiten geben dem Spiel zumindest eine klare Richtung.

Warum das spannend ist

Final Fantasy hat sich über die Jahre stark verändert. Das ist nicht grundsätzlich schlecht. Aber ein neues, großes, rundenbasiertes Projekt mit dieser Marke fällt deshalb sofort auf.

Resonance kann zwei Aufgaben erfüllen. Es kann die Brave-Exvius-Geschichte in ein dauerhaft spielbares Format holen. Und es kann zeigen, dass klassische Final-Fantasy-Strukturen auch 2026 noch tragen, wenn man sie nicht nur nachstellt, sondern sinnvoll modernisiert.

Geplant ist Final Fantasy Resonance für den 22. Oktober 2026 auf PlayStation, Xbox, PC, Nintendo Switch und Nintendo Switch 2. Für Rollenspieler, die Rundenkämpfe, Partybau und Seriengeschichte mögen, ist das ab sofort ein sehr wichtiger Termin.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.