Alien: Isolation 2 zeigt sich in einer ersten halbstündigen Demo als direkte Rückkehr zu dem, was den Vorgänger so besonders gemacht hat: enge Räume, technische Handgriffe, laute Atempausen und ein Xenomorph, der jede Bewegung gefährlich wirken lässt.
Gerade deshalb ist der erste Eindruck spannend. Die Fortsetzung scheint den Ton des Originals sehr genau zu treffen. Sie wirkt aber auch bewusst vertraut, vielleicht sogar zu vertraut, weil ein großer Teil der Demo an einen Ort zurückführt, den Fans bereits kennen.
Blake statt Amanda Ripley
Die Demo beginnt nicht im All, sondern in einem Weyland-Yutani-Fahrzeug. Die neue spielbare Figur heißt Blake. Amanda Ripley bleibt für die Geschichte offenbar wichtig, gespielt wird die Kampagne aber mit Blake.
Die Handlung setzt nur wenige Monate nach den Ereignissen auf der Sevastopol an. Blake gehört zur Manager-Ebene von Weyland-Yutani und landet auf LV-921. Dort soll ein Labor gefunden werden, das aus der Sevastopol abgestoßen wurde. In diesem Labor war ein Xenomorph eingeschlossen.
Das ist eine klare Ansage an Fans des ersten Teils. Alien: Isolation 2 trennt sich nicht hart von seinem Vorgänger. Es sucht die Nähe dazu.
LV-921 bringt mehr Boden unter die Füße
Der große Ortswechsel liegt auf der Hand: Statt nur durch Raumstationen zu schleichen, führt Alien: Isolation 2 auch auf die Oberfläche von LV-921. Das Spiel soll zwischen der Kurosaki-Station und offenen, zerstörten Außenbereichen wechseln.
In der Demo führt der Weg durch tote Wälder, Asche und umgestürzte Bäume bis zu einer gewaltigen Metallstruktur, die halb im Planeten steckt. Das klingt nach einer guten Idee, weil die freie Natur im Alien-Kontext sofort unsicher wirkt. Keine Spinde. Keine Lüftungsschächte. Weniger klare Fluchtpunkte.
Der Haken: In dieser frühen Sequenz ist die Gefahr noch stark kontrolliert. Der Außenbereich wirkt deshalb eher wie ein ruhiger Übergang als wie ein echter Test der neuen Spielidee. Ob die offenen Räume später wirklich eigenen Druck erzeugen, bleibt die wichtigste Frage.
Sehr vertraut, aber nicht ohne Wirkung
Im abgestürzten Labor wird Alien: Isolation 2 dann sofort wieder erkennbar. Strom fällt aus, Türen bleiben verriegelt, Schrottteile müssen gesucht werden, ein Sicherungskasten wird repariert. Kleine Animationen lassen diese Handgriffe körperlicher wirken. Blakes Hände setzen eine Leiterplatte ein, Schalter klicken hörbar ein.
Auch die Speicherpunkte kehren zurück. Neu ist ein kleines Detail: Der Knopf muss während des Speichervorgangs gehalten werden. Das ist keine große Mechanik, aber genau so eine Kleinigkeit kann in einem Horrorspiel viel ausmachen. Wer speichern will, ist kurz gebunden. Und in Alien: Isolation war schon Stillstand selten angenehm.
Dazu kommen die Working-Joe-Androiden. Ihre Bewegungen und ihre leuchtenden Augen funktionieren noch immer, weil sie nicht einfach Gegner sind. Sie sind diese Art Störung im Raum, bei der man nie gern den Rücken zudreht.
Der Xenomorph ist wieder der eigentliche Test
Der zentrale Moment der Demo kommt im Labor. Der Xenomorph fällt von oben in die Szene, laut und direkt. Danach läuft wieder das alte Spiel: hören, ducken, warten, rennen, hoffen.
Creative Assembly spricht von neuen Werkzeugen und Taktiken gegen den Jäger. In dieser Demo waren sie aber noch nicht zu sehen. Die Flucht musste ohne besondere Ausrüstung auskommen. Für eine Preview ist das wichtig, denn genau hier entscheidet sich später, ob Alien: Isolation 2 mehr ist als eine grafisch stärkere Rückkehr.
Der Vorgänger lebte nicht nur vom Monster. Er lebte vom Zusammenspiel aus Leveldesign, Geräuschen, Sichtlinien, begrenzten Mitteln und einer KI, die selten wie ein simpler Patrouillenweg wirkte. Wenn Teil 2 dieses System erweitert, kann daraus wieder starker Survival-Horror werden. Wenn er nur alte Situationen neu aufstellt, wird die Nostalgie nicht lange tragen.
Die richtige Mannschaft, die schwere Aufgabe
Ein beruhigender Punkt: Die Fortsetzung entsteht unter der Leitung von Al Hope, der schon beim ersten Alien: Isolation eine zentrale Rolle hatte. Auch viele bekannte Entwickler sind wieder beteiligt. Der Prolog soll zudem als Brücke zwischen beiden Spielen dienen.
Das erklärt, warum der erste Auftritt so nah am Original bleibt. Es ist kein Neustart. Es ist eine Rückkehr an einen sehr bestimmten Ort, mit einem sehr bestimmten Gefühl.
Für mich ist das Fluch und Chance zugleich. Alien: Isolation braucht keine komplette Neuerfindung. Es braucht aber Gründe, warum wir uns wieder durch Lüftungsschächte quälen, wieder auf jedes metallische Geräusch reagieren und wieder wissen wollen, ob der Schatten hinter uns nur Einbildung war.
Die Demo zeigt: Die Bestie wirkt noch. Jetzt muss Alien: Isolation 2 zeigen, dass es ihr neue Räume, neue Regeln und neue Panik geben kann.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
