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Stranger Than Heaven: Studio verteidigt Tupac-Auftritt

Dominik
  • 1 Min. Lesezeit

Stranger Than Heaven sorgt schon lange vor dem Release für eine Debatte, die größer ist als ein einzelner Trailer. Das RGG Studio nutzt das Aussehen von Tupac Shakur für eine Nebenfigur, obwohl der Musiker seit Jahrzehnten tot ist. Studioleiter Masayoshi Yokoyama verteidigt diese Entscheidung nun klar.

Wichtig dabei: Tupac spielt im Spiel nicht sich selbst. Die Figur nutzt sein Erscheinungsbild, wird aber von einem Schauspieler gesprochen. Eine KI-Nachbildung seiner Stimme soll nicht zum Einsatz kommen.

Warum der Auftritt diskutiert wird

Die Ankündigung hat viele Spieler irritiert. Ein verstorbener Künstler in einem neuen Spiel, dazu in einer Rolle, die nicht direkt seine eigene Person darstellt, ist ein sensibles Thema. Es geht nicht nur um Rechte. Es geht auch um Respekt, Erinnerung und darum, wer über das Bild eines Verstorbenen entscheiden darf.

Zusätzliche Aufmerksamkeit bekommt der Fall, weil Tupacs Nachlass von Musikmanager Tom Whalley verwaltet wird. Um diese Verwaltung gab es laut den bekannten Angaben bereits rechtliche Spannungen mit Tupacs Familie. Genau deshalb ist die Frage wichtig, ob das Studio nur formal Rechte geklärt hat oder auch die Angehörigen eingebunden wurden.

Yokoyama: Nachlass und Familie wurden einbezogen

Masayoshi Yokoyama sagt, das Team habe sowohl mit dem Nachlass als auch mit der Familie gesprochen. Nach seiner Darstellung hätten beide Seiten zugestimmt. Es sei nicht nur um eine einfache Erlaubnis gegangen, sondern auch darum, was das Studio mit der Rolle vorhat.

Für Yokoyama ist das kein neuer Sonderfall. Er verweist auf Genzo Iwaki, eine Figur, die dem verstorbenen Schauspieler Bunta Sugawara nachempfunden ist. Sugawara gilt als wichtige Figur der japanischen Filmgeschichte, besonders im Zusammenhang mit Yakuza-Filmen. Auch damals habe das Team nach eigener Aussage mit Nachlass und Familie gesprochen.

Der Punkt ist für Yokoyama klar: Wenn ein Spiel das Bild realer verstorbener Menschen nutzt, muss die Rolle zu ihnen passen und den Angehörigen gegenüber vertretbar sein. Alles andere wäre aus seiner Sicht respektlos.

Keine KI-Stimme, sondern neue Schauspielarbeit

Besonders deutlich grenzt sich das Studio beim Thema Stimme ab. Die Figuren sollen nicht mit KI-Stimmen wiederbelebt werden. Stattdessen sucht das Team laut Yokoyama echte Schauspielerinnen und Schauspieler, die zur jeweiligen Rolle passen.

Das Ziel sei nicht, eine verstorbene Person möglichst exakt zu imitieren. Die neue Stimme soll der Figur eine eigene Auslegung geben. Das ist ein wichtiger Unterschied. Eine digitale Kopie kann schnell wie ein technischer Trick wirken. Eine neue Besetzung macht klarer, dass es sich um eine Spielfigur handelt und nicht um den Versuch, einen Menschen vollständig nachzubauen.

Kritik gehört für das Studio dazu

Yokoyama rechnet nicht damit, dass alle diese Entscheidung gut finden. Er sagt sinngemäß, Kritik lasse sich in der Unterhaltungsbranche nicht vermeiden. Spieler hätten das Recht, solche Entscheidungen abzulehnen oder zu hinterfragen.

Trotzdem steht er hinter der Idee. Das Team sei überzeugt, dass die Figur dem Spiel etwas gebe. Aus seiner Sicht dürfen kreative Entscheidungen nicht nur danach getroffen werden, ob sie möglichst wenig Widerspruch auslösen. Genau hier liegt der Kern der Debatte: Darf ein Spiel mit realen Erinnerungen arbeiten, wenn es glaubt, dadurch stärker zu werden?

Was bisher über die Rolle bekannt ist

Wie groß Tupacs Rolle in Stranger Than Heaven ausfällt, ist noch offen. Bekannt ist nur, dass seine Figur mit Orpheus zusammentrifft, der von Snoop Dogg dargestellt wird. Orpheus wird als Schmuggler beschrieben, der sich in Japan einen Namen machen will.

Stranger Than Heaven soll am 15. Januar 2027 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S erscheinen. Bis dahin dürfte die Diskussion weiterlaufen. Für das RGG Studio wird entscheidend sein, ob die fertige Rolle wirklich respektvoll wirkt oder ob der Auftritt am Ende wie ein reiner Aufmerksamkeitseffekt gelesen wird.

Über den Autor

Dominik Autor

Von FIFA bis Call of Duty, von Farming Simulator bis Age of Empires – ich liebe Games, bei denen Skill, Planung und Reaktion zählen. Ob auf dem virtuellen Schlachtfeld oder im Stadion: Ich spiele smart, schnell und immer mit Spaß. Let’s play smarter, not harder!